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Verwaltung: Berliner Steuerbehörden wollen wieder MS Office nutzen

Statt des bisher verwendeten Openoffice sollen die Berliner Steuerbehörden künftig Microsoft Office verwenden. Der Grund dafür sei ein einfacherer Datenaustausch mit anderen Behörden von Bund und Ländern. Eingesetzt wird derzeit ein über vier Jahre altes Office-Paket.
/ Sebastian Grüner
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Das städtische Verwaltungsgebäude C, Sitz der Finanzverwaltung (Bild: Wikimedia: Beek100 - CC-BY-SA 3.0)
Das städtische Verwaltungsgebäude C, Sitz der Finanzverwaltung Bild: Wikimedia: Beek100 - CC-BY-SA 3.0

Auf den etwa 6000 Arbeitsplätzen der Berliner Steuerbehörden soll statt des bisher eingesetzten Openoffice künftig wieder das proprietäre Office-Paket von Microsoft verwendet werden. Das bestätigte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Finanzen in Berlin(öffnet im neuen Fenster) Golem.de. Der Grund für den Wechsel sei die Vereinfachung des Datenaustausches mit anderen Behörden.

Denn es gebe damit oft " erhebliche Probleme ", was sowohl für die Kommunikation der Senatsverwaltungen in Berlin untereinander, als auch für die mit anderen Bundes- und Landesbehörden gelte. Um dem entgegenzuwirken soll auf das mehrheitlich verwendete Microsoft Office gewechselt werden. Es ist geplant, die Migration bis Mitte 2015 abzuschließen. Welche Version der proprietäre Office-Suite genutzt werden soll, ist nicht bekannt.

Veraltete Software

Aktuell verwendet die Berliner Behörde Openoffice.org in Version 3.2, die im Februar 2010(öffnet im neuen Fenster) , also vor mehr als viereinhalb Jahren veröffentlicht worden ist. Der offizielle und direkte Nachfolger Apache Openoffice steht seit April 2014 in Version 4.1(öffnet im neuen Fenster) bereit, und den aus Openoffice hervorgegangenen Fork Libreoffice gibt es seit Ende Juli dieses Jahres(öffnet im neuen Fenster) in Version 4.3.

Wegen der unterschiedlichen Lizenzierungsmodelle kann Libreoffice Code aus Apache Openoffice übernehmen, was andersherum jedoch nicht möglich ist, so dass Libreoffice als Nachfolger mit der besseren Unterstützung gesehen werden könnte. Dies gilt vor allem auch wegen der größeren Anzahl beteiligter Unternehmen sowie der aktiveren Community.

Andere Verwaltungen wie etwa die Oberfinanzdirektion Niedersachsen(öffnet im neuen Fenster) oder die Stadtverwaltung München setzten unabhängig vom zugrunde liegenden Betriebssystem auf eine freie Office-Suite. Doch auch letztere verweist in der Antwort (PDF)(öffnet im neuen Fenster) auf eine Anfrage im Stadtrat darauf, dass wegen der fehlenden bundesweiten Unterstützung für offene Standards teilweise Hürden in der Zusammenarbeit mit anderen Behörden bestehen.

Dass eine derartige Verpflichtung zur Verwendung offener Formate für die öffentliche Verwaltung eines Staates möglich ist, zeigt etwa das Vereinigte Königreich , das im Juli dieses Jahres PDF und ODF für Dokumente festlegte. Die Benutzung einer bestimmten Software ist damit aber nicht verbunden, so dass weiterhin Microsofts Office Suite und Konkurrenzprodukte wie Libreoffice parallel genutzt werden können.


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