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Verwaltung: Barcelona plant Wechsel auf Open-Source-Software

Laut einem Medienbericht plant die Stadtverwaltung von Barcelona einen breiten Wechsel auf freie Software in der Stadtverwaltung . Mittelfristig sollen auch Linux-Systeme mit Ubuntu eingesetzt werden.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin
Die Sagrada Família ist das Wahrzeichen von Barcelona.
Die Sagrada Família ist das Wahrzeichen von Barcelona. (Bild: Bernard Gagnon/Wikimedia/CC-BY-SA 3.0)

Die spanische Zeitung El País berichtet, dass die Stadtverwaltung von Barcelona einen großen Wechsel auf freie Software plant. Laut den dort vorgestellten Plänen der Kommissarin für Technologie und digitale Innovation im Rathaus, Francesca Bria, will die Stadt zunächst zahlreiche Programme durch freie Alternativen ersetzen. Anstelle des Internet Explorers soll Firefox zum Einsatz kommen. Für Büroarbeiten könnte Openoffice verwendet werden, oder besser das aktuelle Libreoffice. E-Mails könnten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung künftig vom Open-Xchange-Server erhalten, wenn Barcelona Microsofts Exchange Server ausrangiert.

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Windows bleibt zunächst die Betriebssystem-Basis der Stadtverwaltung, soll aber künftig womöglich durch Ubuntu ersetzt werden. Letzteres läuft bereits testweise auf rund 1.000 Systemen im Rathaus von Barcelona. Man wolle weg von Microsoft und die lokalen Unternehmen stärker fördern, erklärte Bria El País. In Sachen Digitalisierung der Verwaltung orientiere sich Barcelona dabei an der italienischen Region Piemont, Australien und Finnlands Hauptstadt Helsinki.

Public Money, Public Code

Barcelona sei zugleich die erste Kommune, die sich der europäischen Initiative Public Money, Public Code anschließe, welche die Free Software Foundation Europe ins Leben gerufen hat. Dank offener Quellen lassen sich die regional entwickelten Programme weltweit wiederverwenden. So werde Sentilo, die Sensorüberwachungsplattform des Stadtrats, bereits in Dubai und Japan eingesetzt.

Um den Wechsel auch personell zu stemmen, stellt der Stadtrat 65 neue Mitarbeiter ein. Die Hälfte von ihnen soll bereits im Januar 2018 dem Städtischen Institut für Informatik (IMI) beitreten, die andere später im Jahr. Insgesamt sollen dann 300 Mitarbeiter zum IMI gehören. Ziel des Stadtrats sei es, bis zum Ende der Legislaturperiode im Frühjahr 2019 rund 70 Prozent des städtischen IT-Budgets in nichtproprietäre Software zu investieren. Zugleich gebe es "ethische Standards" für das Outsourcing, die Stadt bevorzuge also "lokale Unternehmen, die mit Open Source und agilen Methoden arbeiten".

Projekte plus Datenschutz

In den nächsten eineinhalb Jahren wolle die Stadt dabei 20 Projekte angehen. Dabei sei unter anderem geplant, einen digitalen Markt für lokale Unternehmen zu schaffen. Dieser soll den KMU Zugriff auf öffentliche Aufträge verschaffen. Die Plattform soll möglichst weit im Voraus detaillierte Informationen zu den Aufträgen liefern, damit die kleinen mit den großen Unternehmen konkurrieren können.

Daneben möchte die Verwaltung mehr Daten über die Stadt sammeln und die wichtigsten Indikatoren auswerten, zum Teil in Echtzeit. Dazu gehören etwa Verkehrsdaten und solche zum verfügbaren Wohnraum. Damit die Daten nicht in falsche Hände geraten oder zu viel über die Bürger verraten, will die Stadtverwaltung nicht nur den Datenschutzbestimmungen der EU folgen, sondern auch einen Datenschutzbeauftragten anstellen.



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