Vertriebsmasche: Teures Highspeed-Internet ohne erforderliche Glasfaser
Drückerkolonnen verkaufen hochpreisige Datenraten, obwohl ein Termin für den Glasfaserausbau noch gar nicht feststeht. Das berichtet die Verbraucherzentrale Hamburg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Beschwerden von Betroffenen. "Telefonanbieter scheinen den geplanten Glasfaserausbau in der Stadt zum Anlass zu nehmen, um Verbraucherinnen und Verbrauchern teure Daten- und Servicepakete anzudrehen. Dabei ist oft noch unklar, ob und wann Glasfaserleitungen vor Ort verlegt werden" , erklärte Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Vor allem über sogenannte Haustür-Ranger der Deutschen Telekom hätten sich Betroffene bei der Verbraucherzentrale beschwert. "Nach uns vorliegenden Beschwerden soll Glasfaser auch dann verkauft worden sein, wenn die Lieferung in die Wohnung aufgrund der fehlenden Inhouse-Leitungen nicht möglich war" , sagte Rehberg Golem.de auf Anfrage.
Vielfach könnten sie die Leistungen der Verträge gar nicht in Anspruch nehmen, weil noch kein Glasfaserkabel verfügbar ist. "Es fehlt die notwendige Infrastruktur, um von den teuren High-Speed-Paketen zu profitieren" , sagte Rehberg. Doch jeder neu abgeschlossene Vertrag hat in der Regel eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren. Erst danach ist eine monatliche Kündigung möglich.
Wer überstürzt in einen zu teuren Vertrag eingewilligt hat, kann diesen bis zu 14 Tage nach Vertragsschluss widerrufen. Hierfür ist eine Erklärung, aus Beweisgründen per Einschreiben, an den Vertragspartner erforderlich, betonte Rehberg.
Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, sollte zunächst klären, ob das Glasfaserkabel auch tatsächlich bis in die Wohnung verlegt wird oder ob es nur Fiber To The Building (FTTB) gibt.
Telekom baut seit langem in Hamburg aus
In Hamburg plant die Telekom neben Berlin das größte zusammenhängende Ausbauprojekt im Bundesgebiet: 540.000 Haushalte und Unternehmensstandorte sollen bis Ende 2025 einen FTTH-Anschluss buchen können.
Im Großraum Hamburg ist auch der City-Carrier Wilhelm.tel aktiv, dem auch das Festnetz von Hansenet/Alice verkauft wurde. Die Telekom und Wilhelm.tel unterzeichneten im März 2022 eine Absichtserklärung, wodurch die Telekom im Netz des kleineren Anbieters ihre Produkte anbieten kann. Wilhelm.tel ist über die Stadtwerke im Besitz der Stadt Norderstedt, die an Hamburg angrenzt. Mit dem Netzbetreiber Willy.tel in Hamburg ist Wilhelm.tel partnerschaftlich verbunden.
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