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Verteidigung: Schweden stoppt Windpark-Projekte in der Ostsee

Die Sicherheit des Landes wiegt schwerer als die Versorgung mit sauberem Strom .
/ Werner Pluta
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Offshore-Windpark (Symbolbild): Windparks erschweren die Suche nach U-Booten. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Offshore-Windpark (Symbolbild): Windparks erschweren die Suche nach U-Booten. Bild: Werner Pluta/Golem.de

Die schwedische Regierung hat den Bau von 13 Offshore-Windparks untersagt. Diese stellten ein Risiko für die Verteidigung des Landes dar, begründete das Verteidigungsministerium die Entscheidung. Nur ein Projekt wurde genehmigt.

Das Militär befürchtet, dass diese Windparks die Verteidigungsfähigkeit des Landes eingeschränkt hätten. Die Anlagen würden "im gegenwärtigen, sehr ernsten internationalen Sicherheitsklima [...] unannehmbare Risiken mit sich bringen" , sagte Verteidigungsminister Pal Jonson auf einer Pressekonferenz, wie die britische Nachrichtenagentur Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Schweden trat erst kürzlich, nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine, in die Nato ein.

Die Befürchtung ist, dass die Windparks Sensoren und Radar stören und so die Entdeckung von U-Booten und möglicher Luftangriffe im Kriegsfall erschweren könnten. "Sowohl ballistische Raketen als auch Marschflugkörper sind ein großes Problem, wenn man Offshore-Windkraft hat" , sagte Jonson. Die Windkraftanlagen könnten das Radar behindern, weshalb etwa ein Marschflugkörper erst später entdeckt werden könnte.

Die Windparks hätten zwischen den zu Finnland gehörenden Åland-Inseln und der schwedischen Ostküste sowie im Öresund, der Meerenge zwischen Südschweden und Dänemark, gebaut werden sollen. Lediglich ein Projekt, ein Windpark an der Westküste nördlich von Göteborg darf umgesetzt werden. Er wird 81 Windturbinen haben, die 5,5 Terawattstunden pro Jahr produzieren sollen.

In den 13 nicht genehmigten Windparks hätten insgesamt über 1.500 Windräder aufgestellt werden sollen. Diese hätten zusammen über 130 Terawattstunden Strom im Jahr erzeugen sollen. Energie- und Wirtschaftsministerin Ebba Busch bezeichnete die Entscheidung als hart, aber notwendig.


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