KI treibt die Entwicklung von Drohnen voran
Für den Militärexperten Wes O'Donnell(öffnet im neuen Fenster) beschleunigt künstliche Intelligenz die Kriegsführung insgesamt. Vom Aufspüren über das Verfolgen und Bekämpfen bis zur Einschätzung der Wirkung im Ziel vergehen nicht mehr Tage oder Wochen, sondern nur noch Sekunden oder sogar Millisekunden. Wegen der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit rückt der Mensch in dieser Kette immer weiter nach hinten.
KI macht es auch möglich, ganze Netzwerke von Drohnen und Sensorplattformen von wenigen Menschen zu kontrollieren. Die Drohne als einzelnes Element wird autonom.
Nicht nur Staaten haben Drohnen
Außerdem zeichnet sich eine Entgrenzung kriegerischer Gewalt ab. Einmal wächst die eigentliche Kampfzone in der Tiefe, also räumlich. Zum anderen wächst die Zahl der Akteure, die diese Gewalt ausüben können.
Drohnen, moderne Kommunikationssysteme und künstliche Intelligenz sind keine Domäne von Staaten sowie ihren Militär- und Polizeikräften. Sie sind auch für nichtstaatliche Akteure zugänglich und verwendbar. Was kleine Trupps von Soldaten wirkmächtiger macht als in früheren Kriegen, begünstigt auch militante Gruppen aller Art. Beispiele dafür sind die Huthi-Miliz im Jemen oder die Bürgerkriegsparteien im Sudan.
"Drohnen fliegen ihre eigenen Missionen, Störsysteme lauschen und passen sich in Millisekunden an, und Zielalgorithmen entscheiden, wer oder was getroffen wird und wann" , schreibt O'Donnell. "Manches davon ist vom Pentagon zertifiziert, aber das meiste wird in Garagen, Hacker-Kollektiven oder 'Kriegs-Unternehmern' gebaut, die noch vor einem Jahr einen Etsy-Store hatten und nun die Szene von Militärtechnik-Start-ups in Kiew oder Haifa anführten."
In der Ukraine ist das am sichtbarsten. Aber auch im Gaza-Streifen werden KI-basierte kreisende Drohnen und Überwachungsnetze eingesetzt, um Zivilisten auszusparen – oder auch nicht. Die Huthi-Miliz schafft es sogar, einen Staat anzugreifen und die Schifffahrt vor ihrer Küste zu stören.
Auch für die Verteidigung und Friedenssicherung
Allerdings begünstigen diese Technologien auch die Verteidiger im Krieg und die zivilen Sicherheitskräfte im Frieden. So schnell, wie ein Drohnenangriff vorgetragen wird, kann er auch abgewehrt werden. Die Kampfzone und das Hinterland können nicht nur von Angriffsdrohnen gesättigt werden, sondern auch von der Drohnenverteidigung.
Ebenso können verirrte oder fahrlässig geflogene Drohnen nahe ziviler Infrastruktur schnell aufgespürt und neutralisiert werden. Es dürfte für die Polizei auch leichter werden, die Piloten solcher Drohnen aufzuspüren.
Dieser Artikel erscheint bei Golem Plus, weil ...
... er auf Basis zahlreicher Quellen detailliert einordnet, wie Drohnen und KI die militärische und zivile Sicherheitsarchitektur grundlegend verändern, von konkreten Waffensystemen über europäische Abwehrinitiativen bis hin zu strategischen und gesellschaftlichen Konsequenzen.



