Verteidigung: Europa will Ukraine mit einer Million Drohnen versorgen

Eine Koalition europäischer Staaten hat sich mit dem Ziel zusammengeschlossen, die Ukraine mit einer Million Drohnen zu versorgen.

Artikel veröffentlicht am ,
FPV-Drohnenstart
FPV-Drohnenstart (Bild: Pexels)

Mit einem massiven Aufgebot an Drohnen wollen europäische Staaten die Ukraine bei der Verteidigung gegen die russische Invasion unterstützen. Unter der Leitung von Lettland und dem Vereinigten Königreich plant die Koalition, in die Beschaffung und Lieferung unbemannter Luftfahrzeuge an die Ukraine zu investieren, wie die Webseite Breaking Defense berichtete. Demnach geht es um eine Million Drohnen für die Ukraine.

Deutschland, Dänemark, Estland, Litauen, die Niederlande und Schweden erklärten sich ebenfalls bereit, die Initiative zu unterstützen. Bei den meisten Drohnen dürfte es sich um einfache, handelsübliche Modelle handeln, die mit Kameras für Aufklärungszwecke ausgestattet sind. Einige könnten jedoch auch in der Lage sein, kleine Sprengkörper abzuwerfen.

Ukraine nahm heimische Produktion auf

Der Einsatz von Drohnen im russisch-ukrainischen Krieg weitet sich rasch aus, Drohnen spielen eine wichtigere Rolle als in bisherigen Konflikten. Die US-Armee brach ihr FARA-Hubschrauberprogramm der nächsten Generation ab, um die Drohnenfähigkeiten auf Grundlage ihrer Leistungen in der Ukraine neu zu bewerten.

Ein Großteil der ukrainischen Drohnenstreitkräfte besteht aus preiswerten kommerziellen Modellen, die für militärische Zwecke angepasst wurden. Viele Drohnen stammen vom chinesischen Hersteller DJI. Die Ukraine nahm aber auch die heimische Produktion von Drohnen auf, insbesondere solcher, die aus der Ich-Perspektive gesteuert eine kleine Sprengladung genau ins Ziel bringen können. Damit werden vor allem mechanisierte Verbände, aber auch Infanterie angegriffen.

Nach Angaben des ukrainischen Ministers für digitale Transformation wurden im vergangenen Jahr rund 300.000 Drohnen im eigenen Land hergestellt. Das ukrainische Militär verfügt derzeit über 60 Drohnenangriffseinheiten, die bereits rund 14.000 russische Militärziele zerstört haben sollen. Fotos zeigen ukrainische Drohnen, die mit Granaten und Minen für Bodenangriffe ausgerüstet sind.

Auch Russland investierte stark in Drohnen. Der Konzern Kalaschnikow plant, seine Drohnenproduktion bis 2025 zu verzehnfachen, um die Nachfrage des russischen Militärs zu decken. Das Rüstungsunternehmen eröffnete eine neue Fabrik und schuf 360 Arbeitsplätze, um seine Kapazität zu erhöhen. Kalashnikov stellt die KUB-BLA-Loitering-Munition her, die Bodenziele orten und beim Aufprall detonieren kann.

Drohnen für einen flexibleren Verteidigungskrieg?

Der Zustrom von Drohnen aus der europäischen Koalition und der ukrainischen Industrie scheint darauf abzuzielen, Russlands zahlenmäßige Überlegenheit in Bezug auf Arbeitskräfte und schwere Waffen zu kompensieren. Drohnen könnten der Ukraine helfen, einen flexibleren Verteidigungskrieg zu führen. "Drohnen sind ein wesentlicher Bestandteil der ukrainischen Fähigkeiten – sie sind sowohl für die Aufklärung als auch für den Angriff auf feindliche Ziele effizient", sagte der lettische Verteidigungsminister Andris Spruds.

Die wachsende Rolle von Drohnen in der Konfliktzone verändert die moderne Kriegsführung. Beide Seiten passen sich schnell an, um die Technologie der unbemannten Luftfahrzeuge zu nutzen. Militärstrategen auf der ganzen Welt beobachten die Ergebnisse, die sich auf künftige Doktrinen und Nachrüstungsprioritäten auswirken könnten.

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der_wahre_hannes 20. Feb 2024 / Themenstart

Das Wort "Stellvertreterkrieg" passt da aber so gar nicht rein, bzw ist die russische...

Axido 19. Feb 2024 / Themenstart

Sie kommentieren doch auch nur so, weil die geschilderte Meinung Ihnen nicht passt. Das...

dummzeuch 19. Feb 2024 / Themenstart

... dann ist es sicherlich problemlos machbar, Drohnen zu liefern.

Teeklee 19. Feb 2024 / Themenstart

Vermutlich ja an der mangelnden Munition... Die Russen ballern halt 5-6 mal so viel...

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