Verstoß gegen Nutzungsbedingungen: OpenAI reagiert mit Klageerwiderung auf Suizid

OpenAI hat mit einer Klageerwiderung auf die Vorwürfe einer Familie reagiert, die ChatGPT eine Mitschuld am Suizid ihres 16-jährigen Sohnes geben . Wie Techcrunch berichtet(öffnet im neuen Fenster) , weist das Unternehmen die Verantwortung für den Tod des Jugendlichen von sich.
Zur Begründung führt OpenAI an, ChatGPT habe den Jungen in einem Zeitraum von neun Monaten mehr als einhundertmal dazu aufgefordert, sich Hilfe zu suchen. Laut der Klage der Eltern war es ihrem Sohn gelungen, die Sicherheitsvorkehrungen von OpenAI zu umgehen und technische Informationen für mögliche Todesursachen zu erhalten.
Warnung der FAQ-Seite ignoriert
Dieses Verhalten verstieß laut OpenAI gegen die Nutzungsbedingungen von ChatGPT, welche besagen, dass Nutzer "keine Schutzmaßnahmen oder Sicherheitsvorkehrungen, die wir in unseren Diensten implementiert haben, umgehen dürfen" . Außerdem warne die FAQ-Seite Anwender davor, sich auf die Ergebnisse von ChatGPT zu verlassen, so das Unternehmen.
In der Klageschrift gibt OpenAI darüber hinaus an, dass der Sohn der Familie bereits vor der Nutzung von ChatGPT unter Depressionen sowie Suizidgedanken gelitten und ein Medikament eingenommen habe, das Suizidgedanken verstärken könne.
Bedenken der Familie nicht ausreichend berücksichtigt
Der Anwalt der Familie kritisiert, dass OpenAI nicht ausreichend auf die Bedenken der Familie eingegangen sei und der Jugendliche ChatGPT lediglich so genutzt habe, wie es programmiert worden sei. "OpenAI und Sam Altman haben keine Erklärung für die letzten Stunden in Adams Leben, als ChatGPT ihm Mut zusprach und ihm dann anbot, einen Abschiedsbrief zu schreiben" , so der Anwalt in einer Stellungnahme.
Neben dieser Familie entschlossen sich sieben weitere Familien zu Klagen gegen OpenAI , da sie Familienmitglieder durch Suizide verloren haben oder in psychiatrische Behandlung geben mussten und dies auf unzureichende Schutzmaßnahmen von ChatGPT zurückführen.
Golem berichtet sehr behutsam über das Thema Suizid. Denn es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Arten der Berichterstattung durch Identifikation Nachahmungstaten zur Folge haben. Wer in seelischer Not ist oder Suizidgedanken hat, findet in Deutschland rund um die Uhr vertrauliche Hilfe bei der Telefonseelsorge unter 0800 1110 111 oder 0800 1110 222 sowie online unter www.telefonseelsorge.de(öffnet im neuen Fenster) . Für Kinder und Jugendliche steht außerdem das kostenlose Nummer-gegen-Kummer-Telefon unter 116 111 bereit. In Österreich bieten unter anderem die Notrufnummer 0800 567 567 und Rat auf Draht unter 147 Unterstützung an. In der Schweiz ist Pro Juventute unter der Telefonnummer 147 erreichbar.