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Verspätet: EU-Kommission startet nach anderthalb Jahren Ausschreibung für KI-Gigafactories

Die EU-Kommission startet doch noch ihre Ausschreibung für KI-Gigafactories. Projekte der Hyperscaler sind selbst in Europa bereits viel weiter.
/ Achim Sawall
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Auch die Telekom mit CEO Tim Höttges bewirbt sich im Bieterverfahren. (Bild: LUIS GENE/AFP via Getty Images)
Auch die Telekom mit CEO Tim Höttges bewirbt sich im Bieterverfahren. Bild: LUIS GENE/AFP via Getty Images

Die EU-Kommission hat anderthalb Jahre nach der Ankündigung offiziell das Bieterverfahren für den Aufbau von bis zu sieben KI-Gigafactories eröffnet. Wie die Kommission am 30. Juli 2026 erklärte(öffnet im neuen Fenster), werden dafür 10 Milliarden Euro öffentliche Mittel der EU sowie der Mitgliedstaaten ausgegeben.

Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, nannte den "Zugang zur rohen Rechenleistung innerhalb von KI-Gigafactories" eine "strategische Notwendigkeit für Europa". Die Ausschreibung endet am 12. November 2026.

Der EU-Plan sieht Subventionen für den Bau von KI-Rechenzentren vor, die jeweils über eine Leistung von einem Gigawatt verfügen sollen. Damit ließen sich mehr als 700.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Die KI-Gigafactories sollen den Angaben zufolge fortschrittliche KI-Prozessoren, Software- und Cloudtechnologie-Stacks, Hochgeschwindigkeitskonnektivität und energieeffiziente Rechenzentren kombinieren.

Die Bewerber aus Deutschland

Das Verfahren läuft über sogenannte Lose. Jede Gigafactory, die im ersten Los ausgewählt werde, müsse "mindestens so viele der fortschrittlichsten KI-Prozessoren einsetzen, wie derzeit in Europas leistungsstärkster KI-Fabrik installiert sind. In Phase zwei muss die Kapazität auf mindestens das Dreifache dieses Niveaus erhöht werden. Im zweiten Los werden bis zu drei Projekte unterstützt", erklärte die EU.

Aus Deutschland bewerben sich laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa die Deutsche Telekom, Schwarz Digits (Lidl und Kaufland), der Cloudanbieter Ionos zusammen mit dem Baukonzern Hochtief sowie verschiedene kleinere und regionale Akteure wie Impossible Cloud aus Hamburg oder Blue Swan aus Bayern. Das Ausschreibungsverfahren sollte ursprünglich im Mai beginnen.

Arthur Mensch: EU denkt weiter in nationalen Kategorien

US-Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und Alphabet investieren Hunderte Milliarden US-Dollar in Rechenzentren – auch in Europa – und dominieren zunehmend das Feld. So kündigte die eng mit den USA verbundene japanische Softbank kürzlich Investitionen von bis zu 75 Milliarden Euro für den Bau von Rechenzentren in Frankreich an, ein Volumen, das die EU-Initiative bei Weitem übertrifft.

Mistral AI, Europas wertvollstes KI-Startup, führt Gespräche über den Beitritt zu einem französischen Konsortium, das ein 10-Milliarden-Euro-Rechenzentrumsprojekt entwickelt und sich um EU-Fördermittel bewerben will. CEO Arthur Mensch argumentierte laut Bloomberg, dass der Umfang der Initiative über die bloße Finanzierung einzelner nationaler Projekte hinausgehen solle.

"Eines der Probleme ist, dass man in nationalen Kategorien denkt, was völlig unsinnig ist", sagte Mensch. "Jedes erfolgreiche Unterfangen in diesem Bereich muss europaweit angelegt und weitaus umfangreicher sein, als es das Programm derzeit vorsieht."


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