Versorgungsnetz: Bundesweite Wasserstoffkrise ausgelöst
36 von insgesamt 82 Wasserstofftankstellen könnten aktuell nur noch einen eingeschränkten Notbetrieb aufrechterhalten, was zu erheblichen Versorgungsengpässen führe, berichtet die Welt am Sonntag(öffnet im neuen Fenster) .
Das Problem begann am 26. August 2024, als sich in einer Linde-Abfüllanlage in Leuna ein folgenschwerer Zwischenfall ereignete . Bei einer Explosion wurde ein speziell für den H2-Transport konzipierter Lkw-Anhänger vollständig zerstört. Personenschäden waren nicht zu verzeichnen.
H2-Versorgung bundesweit betroffen
Die Auswirkungen des Vorfalls zeigten sich besonders deutlich in der Hauptstadt Berlin, wo der Fahrdienst Uber mit einer Flotte von etwa 180 Brennstoffzellenfahrzeugen dem Bericht nach vor erheblichen operativen Herausforderungen stehe. Landesweit sind Besitzer von Wasserstofffahrzeugen wie Toyota Mirai und Hyundai Nexo von den Einschränkungen betroffen.
Der Tankstellenbetreiber H2 Mobility bezeichnet die aktuelle Situation als "Force Majeure" . Eine Analyse der öffentlich zugänglichen Daten durch die Welt am Sonntag zeigt, dass seit Ende August etwa 44 Prozent der Tankstellen nur noch unregelmäßig mit Wasserstoff beliefert werden können.
Die Transportproblematik verschärfte sich durch die Stilllegung weiterer H2-Transportanhänger. Zahlreiche Spediteure nahmen vorsichtshalber Trailer des betroffenen Typs außer Betrieb, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind. Dies führe zu Lieferengpässen auch in westdeutschen Regionen.
Noch keine Unfallursache gefunden
Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) konnte auch nach zweieinhalb Monaten noch keine abschließende Bewertung des Vorfalls vorlegen. Die Staatsanwaltschaft Halle führe dem Bericht nach weiterhin Ermittlungen durch, während der Konzern Linde von seinem Hauptsitz in Connecticut aus die Ursachenforschung koordiniere.
Ersatzlieferungen gestalten sich aufgrund der Marktverknappung und der großen Distanzen zu alternativen Bezugsquellen äußerst schwierig bis unmöglich. H2 Mobility gab gegenüber der Zeitung zu, dass unter den gegebenen Umständen eine kontinuierliche und verlässliche Wasserstoffbereitstellung an den Tankstellen nicht gewährleistet werden könne.
Eine Prognose für die Normalisierung der Versorgungslage steht noch aus.
- Anzeige Hier geht es zu Wasserstoff für alle bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.