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Versorgungsnetz: Bundesweite Wasserstoffkrise ausgelöst

Eine weitreichende Störung in der Wasserstoffversorgung beeinträchtigt derzeit den Betrieb von Wasserstofftankstellen in ganz Deutschland.
/ Andreas Donath
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Wasserstofftankstelle in Hamburg (Bild: Andreas Donath)
Wasserstofftankstelle in Hamburg Bild: Andreas Donath

36 von insgesamt 82 Wasserstofftankstellen könnten aktuell nur noch einen eingeschränkten Notbetrieb aufrechterhalten, was zu erheblichen Versorgungsengpässen führe, berichtet die Welt am Sonntag(öffnet im neuen Fenster) .

Das Problem begann am 26. August 2024, als sich in einer Linde-Abfüllanlage in Leuna ein folgenschwerer Zwischenfall ereignete . Bei einer Explosion wurde ein speziell für den H2-Transport konzipierter Lkw-Anhänger vollständig zerstört. Personenschäden waren nicht zu verzeichnen.

H2-Versorgung bundesweit betroffen

Die Auswirkungen des Vorfalls zeigten sich besonders deutlich in der Hauptstadt Berlin, wo der Fahrdienst Uber mit einer Flotte von etwa 180 Brennstoffzellenfahrzeugen dem Bericht nach vor erheblichen operativen Herausforderungen stehe. Landesweit sind Besitzer von Wasserstofffahrzeugen wie Toyota Mirai und Hyundai Nexo von den Einschränkungen betroffen.

Der Tankstellenbetreiber H2 Mobility bezeichnet die aktuelle Situation als "Force Majeure" . Eine Analyse der öffentlich zugänglichen Daten durch die Welt am Sonntag zeigt, dass seit Ende August etwa 44 Prozent der Tankstellen nur noch unregelmäßig mit Wasserstoff beliefert werden können.

Die Transportproblematik verschärfte sich durch die Stilllegung weiterer H2-Transportanhänger. Zahlreiche Spediteure nahmen vorsichtshalber Trailer des betroffenen Typs außer Betrieb, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind. Dies führe zu Lieferengpässen auch in westdeutschen Regionen.

Noch keine Unfallursache gefunden

Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) konnte auch nach zweieinhalb Monaten noch keine abschließende Bewertung des Vorfalls vorlegen. Die Staatsanwaltschaft Halle führe dem Bericht nach weiterhin Ermittlungen durch, während der Konzern Linde von seinem Hauptsitz in Connecticut aus die Ursachenforschung koordiniere.

Ersatzlieferungen gestalten sich aufgrund der Marktverknappung und der großen Distanzen zu alternativen Bezugsquellen äußerst schwierig bis unmöglich. H2 Mobility gab gegenüber der Zeitung zu, dass unter den gegebenen Umständen eine kontinuierliche und verlässliche Wasserstoffbereitstellung an den Tankstellen nicht gewährleistet werden könne.

Eine Prognose für die Normalisierung der Versorgungslage steht noch aus.


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