Versorger-Allianz 450: Warum Blaulichtorganisationen nicht mehr Frequenzen brauchen

Kein Plan und kein Geld bei den Blaulichtorganisationen für ein Funknetz bei 450 MHz - das kritisiert das Stadtwerkekonsortium Versorgerallianz 450. Das Tetra-Digitalfunknetz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften liefert Spitzenwerte von 28,8 KBit/s.

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Treffen von Sicherheitsbehörden und Energiewirtschaft zur Regelung der Frequenzen
Treffen von Sicherheitsbehörden und Energiewirtschaft zur Regelung der Frequenzen (Bild: Bundesinnenministerium)

Die Blaulichtorganisationen besitzen neben dem Tetradigitalfunknetz seit Jahren weitere Frequenzen im 700-MHz-Bereich. "Hier ist bislang noch nichts passiert", sagte Theo Waerder, Vorstand des Stadtwerkekonsortiums Versorgerallianz 450, am 17. Februar 2020 im Gespräch mit Golem.de zum Streit zwischen Energieversorgern und Sicherheitsbehörden. Es sei zutreffend, dass die 450-MHz-Frequenz im LTE-Ausbau nur den Transport "überschaubarer Datenmengen" zulässt. Für die Energie- und Wasserbranche seien aber die Datenmengen bei 450 MHz ausreichend und die gute Durchdringung von Gebäuden und Kellern vordringlich.

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Das Bundesinnenministerium erklärt dagegen, der Bedarf von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten für den Bereich sei alternativlos.

Die Finanzierung des Ausbaus durch Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und der Bundeswehr sei nicht gesichert. "Auch gibt es keinerlei Finanzmittel auf der Seite der BDBOS und Bundeswehr, während das Modell der Versorgerallianz 450 durchfinanziert ist. Die BDBOS hat Jahrzehnte gebraucht, um ihr Tetradigitalfunknetz aufzubauen und Unsummen investiert. Unser Modell sieht eine Realisierung innerhalb von drei Jahren vor", sagte Waerder. Hier seien rund 1.600 Maste zu erstellen, da diese in der notwendigen Qualität und Quantität nicht zur Verfügung stünden. "Die bisherigen Frequenzinhaber haben mit ihren wenigen Vertragsunternehmen nur einen Flickenteppich geschaffen", betonte Waerder.

Die rund 180 Unterstützerunternehmen der Versorger-Allianz 450 deckten aktuell mehr als die Hälfte der bundesdeutschen Gesamtbevölkerung und mehr als ein Drittel der Fläche Deutschlands ab. "Diese sind in der Lage, ein bundesdeutsches und schwarzfallfestes [schwarzfallfest bedeutet, dass die Funktion auch im Falle eines Stromausfalls gegeben ist, Anm. d. Red.] Kommunikationsnetz mit netzdienstlichen Services in nur drei Jahren aufzubauen. Dies in Anlehnung an die Energieregulierung und mit Ergebnisbegrenzung", sagte Waerder. Außerdem biete die Initiative der BDBOS und der Bundeswehr eine Mitnutzung an, allerdings unter der Governance der Energie- und Wasserwirtschaft.

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"In diesem Frequenzbereich sind zwei Frequenzblöcke an 450Connect und ein Frequenzblock an die Deutsche Telekom mit jeweils einer Kanalbandbreite von 1,25 MHz zugeteilt", sagte Bundesnetzagentursprecherin Ulrike Platz Golem.de auf Anfrage. 450connect ist eine Tochtergesellschaft des größten niederländischen Strom- und Gasnetzbetreibers Alliande. Die Telekom nutzt den 450-MHz-Frequenzblock in mehreren Bundesländern für Kunden aus der Versorgungswirtschaft. "Wir bieten den Unternehmen darüber Sprach- und Datenverbindungen. Die Einzelheiten sind vertraulich", sagte Telekom-Sprecher Rainer Knirsch.

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schnedan 18. Feb 2020

wieso schaffen die nur ~30kbit/s ???

masel99 18. Feb 2020

Die im Artikel erwähnte schwarzfallfeste Kommunikation: Zum Beispiel um Lasten und...

Zweistein2 18. Feb 2020

Also uns wurde im Funklehrgang erklärt und auch gezeigt, dass damit ein telefonieren...

mawa 18. Feb 2020

Da hättest Du wohl mal 5 Minuten recherieren sollen. 2m/4m https://www.funkfrequenzen01...



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