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Vertrauter Eindruck trotz ungewisser Zukunft

Noch ist Leap ein Experiment mit offenem Ausgang, auf das sich Suse mit dem Zusammenwürfeln seiner beiden Linux-Sparten einlässt. Mit den bereits erschienen Meilensteinen von Opensuse Leap 42.1 und der noch für September geplanten Beta hat das Team aber bereits eine Synthese aus dem für November erwarteten Service Pack 1 von SLE 12 und eigenen Paketen aus dem Factory-Entwicklungszweig erstellt.

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Diese Kombination ergibt eine Opensuse-Version, die sich überraschend vertraut anfühlt: Die neue Ausgabe nutzt den seit langem geläufigen Installer. Wie bisher wird für das Root-Volume das Dateisystem Btrfs mit eingebauter Schnappschussfunktion eingesetzt. Und wie beim Vorgänger ist das Yast-Modul Snapper für eine einfach zu bedienende Snapshot-Verwaltung integriert. Dadurch kann ein Zustand des Betriebssystems vor dem letzten Update wiederhergestellt werden, falls Probleme auftreten.

Standarddesktop bleibt KDE Plasma, als Alternative sind Gnome, LXDE, Xfce, eine minimale grafische Umgebung sowie ein Textmodus für Server verfügbar. Zumindest im Kurztest gab es keine offensichtlichen Fehler oder Abstürze, weder im neuen Desktop Plasma 5 noch beim Rest der Distribution. Dass die Stabilität der neuen Opensuse-Ausgabe schlechter ausfallen wird als die ihrer Vorgänger, ist wohl nicht zu erwarten. Wie üblich werden die Designer von Opensuse der als Neuanfang beworbenen Fassung bis zum November aber noch ein eigenes Aussehen verpassen.

Die Anwendungsversionen fallen im Vergleich zu Tumbleweed etwas konservativ aus. Sie sind in Einzelfällen derzeit sogar weniger aktuell als beim Ende April erschienenen Ubuntu 15.04. Das gilt etwa für Libreoffice. Anders als etwa bei Ubuntu müssen Opensuse-Anwender aber nicht mehr bis zum Distributions-Upgrade auf neue Programmversionen warten. Der Paketmanager wird sie im laufenden Betrieb einspielen, sobald die Pakete verfügbar sind. Schon die Vorschau auf Leap 42.1 zeugt von einem stimmigen Linux-System. Die wenigsten Anwender werden ihm den veränderten Entstehungsprozess überhaupt anmerken. Auffällig wird das neue Konzept allerdings, wenn ein vermeintlich vertrautes Programm nach einem Update plötzlich in veränderter Optik oder Funktionalität startet.

Linux-Nutzer waren aber schon immer nach jedem Upgrade ihrer Distribution mit neuen Softwareversionen konfrontiert. Rolling-Release-Distributionen wie Arch Linux oder eben Opensuses Tumbleweed-Zweig folgen der Ansicht, dass es besser sei, den Anwender in kleinen Schritten mit veränderten Programmversionen vertraut zu machen als mit einem großen Upgrade. Nun verschreibt sich auch der Opensuse-Mainstream diesem Ansatz.

The Future is unwritten

Die Entwickler suchen mit Opensuse Leap nach einem neuen Kompromiss zwischen Ärger beim Update und Freude über den Fortschritt. Die Kerndistribution nimmt dabei nicht an den fortlaufenden Veröffentlichungen teil. Viele Desktop-Anwender hätten an dieser Stelle ohnehin wenig von den Neuerungen. Doch die meisten werden sich über regelmäßig aktualisierte Alltagsprogramme freuen.

Die größten Nachteile des neuen Bauprinzips sind eher technischer oder sogar politischer Natur. So muss sich noch zeigen, ob der Mehraufwand, für eine teilweise alte Basis aktuelle Anwendungen bereitzustellen, den Vorteil aus der Übernahme der Fehlerkorrekturen von der Enterprise-Sparte wieder zunichtemacht. Abzuwarten bleibt auch, ob SLES seine Qualität halten können wird, wenn die Opensuse-Vorstufe in der bisherigen Form wegfällt. Unklar ist ebenfalls noch, was das für die Stellung von Opensuse in einem insgesamt kommerziell ausgerichteten Unternehmen überhaupt bedeuten wird.

So dramatisch wie das Experiment mit der Erde in Douglas Adams' Buch, das kurz vor Abschluss einer intergalaktischen Autobahn weichen muss, wird Opensuse Leap wohl nicht scheitern. Dafür bürgen die verfügbaren Vorschauversionen. Doch als gelungen lässt sich der Versuch der Neugestaltung erst bezeichnen, wenn der Zustand der Distribution gegen Ende des ersten Release-Zyklus in drei bis vier Jahren das rechtfertigt. Treffend nannte Richard Brown seinen Vortrag, in dem er den neuen Entwicklungsprozess vorstellt, "The Future is Unwritten".

 Schwer umsetzbarer Kompromiss für Nutzer
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Anonymer Nutzer 28. Sep 2015

So sieht es aus! :) Nur weil er keine Ahnung hat macht er SuSE schlecht bei anderen...

mingobongo 23. Sep 2015

Die Antwort ist... ein schwarzes Loch frisst das andere und alles schwarzen Löcher...

mingobongo 23. Sep 2015

Dem kann ich mich nur anschließen. Die Sache wurde im Artikel auf dem Punkt gebracht...

Marentis 23. Sep 2015

Here sir, take my +1!


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