Verschuldung: Osram bewertet Teilverkauf an Infineon als schmerzlich

AMS-Osram-Chef Aldo Kamper hat den Verkauf von Unternehmensteilen an Infineon emotional bewertet. "Eine nachhaltige Entschuldung erreicht man nicht, indem man Randaktivitäten oder unprofitables Geschäft verkauft" , sagte er dem Handelsblatt. Der Schritt schmerze, weil "die Geschäfte lange Teil der Familie waren und für spannende Themen stehen" . Doch könne AMS Osram jetzt dank niedrigerer Zinsbelastungen in Zukunftsprojekte investieren.
Der Konzern hatte angekündigt(öffnet im neuen Fenster) , sein nichtoptisches Sensorikgeschäft für 570 Millionen Euro an Infineon abzugeben. Dazu gehören Positions- und Berührungssensoren für die Industrie und für Medizinanwendungen. Die Sparte erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 220 Millionen Euro und ein bereinigtes operatives Ergebnis von etwa 60 Millionen Euro.
AMS Osram muss zwei Milliarden Schulden abbauen
AMS Osram ist insgesamt mit rund zwei Milliarden Euro verschuldet. "Wir übergeben das Geschäft an einen Käufer, der es fachlich und kompetent weiterentwickeln kann" , sagte Kamper. Die Fabrik bleibe vollständig bei AMS Osram und es werde nichts verlagert.
Im traditionellen Geschäft mit Autolicht gewinnt AMS Osram derzeit laut Kamper Marktanteile. Das sei ein solider, wenn auch tendenziell schrumpfender Markt. "Unsere Last-Man-Standing-Strategie geht auf." Das bringe typischerweise auch gute Gewinne und Cashflows, mit denen man neue Themen bei den Halbleitern entwickeln könne.
Wie Kamper zuvor erklärte(öffnet im neuen Fenster) , will das Unternehmen ein führender Anbieter im Bereich Digital Photonics werden, "in der Automobilindustrie, bei Augmented-Reality Brillen, in der Biosensorik, in der Robotik, bei optischen Datenverbindungen für KI-Rechenzentren und vielleicht sogar in visionären Anwendungen wie der lasergestützten Kernfusion" .
Ein Teil der Verschuldung rührt aus einem geplatzten Geschäft mit Apple im März 2024 . AMS Osram investierte massiv in eine neue Fabrik in Malaysia (Kulim), um MicroLEDs exklusiv für einen Großkunden, vermutlich Apple, zu fertigen. Doch Apple zog sich zurück, die Fabrik musste mit hohen Verlusten verkauft werden.