Abo
  • Services:

Verschlüsselung: Zitis hat erst acht Mitarbeiter und sucht nach einem Auftrag

Die Entschlüsselungsbehörde Zitis ist noch nicht arbeitsfähig - bislang gibt es nur acht Mitarbeiter. Neben den Personalsorgen stellt sich eine weitere wichtige Frage: Was genau soll die Behörde eigentlich machen?

Artikel veröffentlicht am ,
Eine Messkuppel an der Universität der Bundeswehr in München, dem Sitz von Zitis
Eine Messkuppel an der Universität der Bundeswehr in München, dem Sitz von Zitis (Bild: Universität der Bundeswehr/Pressefoto)

Die neue Bundesbehörde Zitis soll bis Ende dieses Jahres bereits 120 Mitarbeiter haben, doch bislang arbeiten erst acht Personen in den neuen Büros an der Universität der Bundeswehr in München, wie Die Welt berichtet. Die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (Zitis) soll die Ermittlungen von Polizei- und Justizbehörden in Zukunft durch Forschungsarbeiten unterstützen, insbesondere sollen Wege gefunden werden, die Verschlüsselung von Smartphones und populären Messengern wie Whatsapp zu knacken.

Stellenmarkt
  1. Bundeskriminalamt, Wiesbaden
  2. Paulinenpflege Winnenden e.V., Winnenden

Wie andere Bundesbehörden auch hat Zitis aber offenbar massive Probleme, qualifiziertes IT-Personal zu finden. Offiziell existiert die Entschlüsselungsbehörde seit Anfang Mai, richtig arbeitsfähig dürfte die Behörde mit ihren derzeit acht Mitarbeitern aber noch nicht sein. Eine Sprecherin des für Zitis zuständigen Innenministeriums sagte der Zeitung dazu: "Die Maßnahmen der Personalgewinnung werden fortgesetzt." Ziel sei es, Zitis so schnell wie möglich arbeitsfähig zu machen. Alle bislang bei Zitis beschäftigen Mitarbeiter wurden von anderen Behörden rekrutiert.

Ermittlungsbehörden kritisieren seit langem, dass der Einsatz neuartiger Messenger und oft standardmäßig aktivierter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Ermittlungen erschwert und den Zugriff auf Nachrichten unmöglich macht. Aktivisten kritisieren diese These, oft auch als Going Dark bezeichnet. Sie argumentieren, dass Behörden niemals zuvor Zugriff auf so viele verschiedene Datenpunkte zur Ermittlung gehabt hätten wie heute.

67 Prozent der untersuchten Kommunikation über Messenger

Der Vize-Präsident des Bundeskriminalamts Peter Henzler sagte zuletzt in einer Anhörung, dass rund 67 Prozent der vom BKA untersuchten Kommunikationsvorgänge über Messenger-Apps wie Facebook, Whatsapp oder Viber laufe. Nachrichten bei Whatsapp sind ohnehin Ende-zu-Ende-verschlüsselt und können daher nur in einigen Fällen von beschlagnahmten Smartphones ausgelesen werden. Für Dienste wie den Facebook-Messenger existiert bislang darüber hinaus keine genormte Schnittstelle zur Ausleitung der Daten im Rahmen einer angeordneten Telekommunikationsüberwachung. Der Zugriff auf solche Daten müsste daher bei Facebook selbst beantragt werden. Solche eher rechtlich gelagerten Probleme könnte aber auch Zitis wohl kaum lösen.

Unklar ist daher, welche Aufgaben Zitis am Ende tatsächlich übernehmen soll. Denn die Stelle soll nicht selbst operativ tätig werden dürfen, sondern nur unterstützende Forschungsarbeiten durchführen. Zitis-Mitarbeiter sollen also auch künftig nicht selbst Smartphones oder Chatverläufe entschlüsseln. Entsprechende Kapazitäten halten aber auch andere Behörden vor, wie das Bundeskriminalamt, das unter anderem eine neue Version des Bundestrojaners selbst entwickelt hat. Der Einsatz des Bundestrojaners wurde zuletzt stark ausgeweitet, künftig soll dieser auch bei weniger schweren Straftaten wie Wohnungseinbrüchen eingesetzt werden dürfen.

Verschiedene Bundesbehörden suchen derzeit händeringend nach qualifiziertem IT-Personal. Durch den hohen Personalbedarf von Zitis könnte sich der Wettbewerb noch verschärfen. Im Vergleich zur Privatwirtschaft niedrige Gehälter im öffentlichen Dienst und eine oft hierarchische Arbeitsweise lassen die Behörden aber wohl oft als vergleichsweise unattraktive Arbeitgeber erscheinen. Einige Behörden versuchen daher, mit einer schnellen Verbeamtung und der Gewährung spezieller Zulagen attraktivere Rahmenbedingungen zu schaffen.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. The Hateful 8 Blu-ray, Hacksaw Ridge Blu-ray, Unlocked Blu-ray, Ziemlich beste Freunde Blu...
  2. 4,99€
  3. (u. a. Der Marsianer, Spaceballs, Titanic, Batman v Superman)

Neuro-Chef 11. Jun 2017

Ach Quatsch, Arschlöcher gibt's genug, auch qualifizierte. Das Problem ist hauptsächlich...

Neuro-Chef 11. Jun 2017

Ja spielen die da Beamtenmikado+ mit allen Addons oder was soll das!?

Lasse Bierstrom 10. Jun 2017

Oder: wir müssen handeln! Ich nehm die drei

ArcherV 10. Jun 2017

Beamte und Arbeitnehmer haben beide Vor und Nachteile... Beamte sind nicht perse...

werpu 09. Jun 2017

bei den 8 Mitarbeitern handelt es sich um leitende Angestellte und Manager, es wird noch...


Folgen Sie uns
       


Omotenashi Informationssystem angesehen (MWC 2018)

Omotenashi ist ein Konzept des japanischen Herstellers NTT, das Objekte erkennen und Informationen dazu auf einem transparenten Display anzeigen soll. Wir haben uns einen ersten Prototypen auf dem MWC 2018 angeschaut.

Omotenashi Informationssystem angesehen (MWC 2018) Video aufrufen
Dell XPS 13 (9370) im Test: Sehr gut ist nicht besser
Dell XPS 13 (9370) im Test
Sehr gut ist nicht besser

Mit dem XPS 13 (9370) hat Dell sein bisher exzellentes Ultrabook in nahezu allen Bereichen überarbeitet - und es teilweise verschlechtert. Der Akku etwa ist kleiner, das spiegelnde Display nervt. Dafür überzeugen die USB-C-Ports, die Kühlung sowie die Tastatur, und die Webcam wurde sinnvoller.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Ultrabook Dell hat das XPS 13 ruiniert
  2. XPS 13 (9370) Dells Ultrabook wird dünner und läuft kürzer
  3. Ultrabook Dell aktualisiert XPS 13 mit Quadcore-Chip

Oracle vs. Google: Dieses Urteil darf nicht bleiben
Oracle vs. Google
Dieses Urteil darf nicht bleiben

Im Fall Oracle gegen Google fällt ein eigentlich nicht zuständiges Gericht ein für die IT-Industrie eventuell katastrophales Urteil. Denn es kann zu Urhebertrollen, Innovationsblockaden und noch mehr Milliardenklagen führen. Einzige Auswege: der Supreme Court oder Open Source.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

  1. Oracle gegen Google Java-Nutzung in Android kein Fair Use

Underworld Ascendant angespielt: Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge
Underworld Ascendant angespielt
Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge

Wir sollen unser Können aus dem bahnbrechenden Ultima Underworld verlernen: Beim Anspielen des Nachfolgers Underworld Ascendant hat Golem.de absichtlich ein kaputtes Schwert bekommen - und trotzdem Spaß.
Von Peter Steinlechner

  1. Otherside Entertainment Underworld Ascendant soll mehr Licht ins Dunkle bringen

    •  /