Abo
  • Services:

Verschlüsselung: Strato bietet Perfect Forward Secrecy

Strato bietet seinen Kunden Perfect Forward Secrecy für E-Mail und Hosting. Doch das Verfahren ist noch nicht auf den eigenen Seiten implementiert.

Artikel veröffentlicht am ,
Strato-Mitarbeiter im Rechenzentrum
Strato-Mitarbeiter im Rechenzentrum (Bild: Strato)

Strato will in den Hosting-Paketen mehr Sicherheit bei der Übertragung von E-Mails durch die Verschlüsselungstechnik Perfect Forward Secrecy (PFS) bieten. Das gab die Deutsche-Telekom-Tochter bekannt. Zusätzlich gibt es PFS auch für Kundenwebsites. Dazu hat Strato sein Hosting-Angebot um SSL-Zertifikate für Domains erweitert.

Stellenmarkt
  1. Landratsamt Fürth, Zirndorf bei Nürnberg
  2. Werner Sobek Group GmbH, Stuttgart

"Die Anforderungen an Websites steigen, Angriffe werden immer ausgeklügelter und seit den Enthüllungen zum NSA-Abhörskandal fühlen sich Internetnutzer auch vor Spähangriffen nicht mehr sicher", sagt Strato-Chef Christian Böing.

Stratos SSL-Zertifikate für Domains kosten 2,99 Euro pro Monat, wenn sich der Kunde auf zwölf Monate verpflichtet. Wer auch für Subdomains SSL-Zertifikate benötigt, kann Wildcard-Zertifikate für 9,99 Euro pro Monat bestellen. Wählen Kunden den Menüpunkt "SSL erzwingen" aus, können sie den unverschlüsselten Aufruf ihrer Website unterbinden.

Perfect Forward Secrecy bietet Sicherheit auch für den Fall, dass in Zukunft ein geheimer Schlüssel in die Hände eines Angreifers gelangt, wie Golem.de berichtete. Diese sichere Möglichkeit gibt es längst im wichtigsten Verschlüsselungsverfahren TLS/SSL, das bei Webseitenaufrufen über HTTPS zum Einsatz kommt. Sie wird jedoch nur selten verwendet.

Ein Angreifer wie ein Geheimdienst, der die Kommunikation belauscht, hätte beim Public-Key-Verfahren theoretisch die Möglichkeit, die verschlüsselte Kommunikation zu speichern und aufzubewahren. Sollte der Angreifer später in den Besitz des privaten Schlüssels des Servers gelangen, etwa durch einen Hackerangriff oder einen Einbruch ins Rechenzentrum, gäbe es die Möglichkeit, alle Kommunikationsverbindungen der Vergangenheit zu entschlüsseln.

Abhilfe schaffen Verfahren, bei denen der Sitzungsschlüssel nicht übertragen wird. Dazu gibt es kryptographische Schlüsselaustauschverfahren. Hierbei senden sich zwei Kommunikationspartner verschiedene Nachrichten zu und erhalten am Ende beide einen gemeinsamen Schlüssel, der jedoch nie über die Leitung übertragen wird. Das gängigste Verfahren hierfür ist der sogenannte Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch.

Im Verschlüsselungsstandard TLS sind zwei Verfahren vorgesehen, die Perfect Forward Secrecy bieten: der klassische Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch (DHE) und der modernere Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch mit elliptischen Kurven (ECDHE).

Beim klassischen DHE-Verfahren nutzt der Apache-Webserver für den sogenannten Modulus eine Größe von 1.024 Bit. Das Diffie-Hellman-Verfahren basiert auf dem diskreten Logarithmusproblem, welches bei einer Größe von 1.024 Bit schon seit längerer Zeit als nicht mehr sicher gilt. Ein Angreifer mit großen finanziellen Mitteln wäre vermutlich in der Lage, Spezialhardware zu bauen, welche die entsprechende Verbindung entschlüsseln könnte.

Serverbetreiber riskieren damit sogar, durch ein DHE-Verfahren die Sicherheit ihrer Verbindungen zu verschlechtern. Die Nutzung eines langen RSA-Schlüssels mit 2.048 oder 4.096 Bit, die heutzutage meistens üblich ist, wird dadurch konterkariert, denn die Sicherheit der gesamten Verbindung ist vergleichbar mit dem Einsatz eines 1.024-Bit-Schlüssels. Abhilfe schafft Apache 2.4.7.

Golem.de wollte sich die Konfiguration bei Strato genauer anschauen, aber offenbar hat der Webhoster das Verfahren bisher noch nicht für seine eigenen Seiten implementiert.

Nachtrag vom 12. Februar 2014, 15:51 Uhr

Eine Strato-Sprecherin sagte Golem.de: "Wir sind gerade dabei, PFS für Strato.de zu testen und planen, PFS für Strato.de einzuführen."



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€/69,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 28.09.)
  2. 12,99€
  3. 15,99€
  4. 1,99€

hannob (golem.de) 12. Feb 2014

Das ist kein grundsätzliches Problem von DHE. Das geht auch mit längerem Modulus (einen...

f00b4r 12. Feb 2014

nunja, es gibt teilweise RapidSSL Wildcard Zertifikate für ~120 ¤ - ~150 ¤ pro Jahr...

peterkleibert 12. Feb 2014

Naja, ist halt bei allen Firmen genau gleich, wo die Management-Eliten an die Macht...

ikhaya 12. Feb 2014

Bedingt, klar ist es schön wenn zwischen den Servern nur noch verschlüsselt kommuniziert...

asa (Golem.de) 12. Feb 2014

Ja der Hammer. Und das sogar in Absprache mit dem Autoren, denn die Hintergrundinfos...


Folgen Sie uns
       


Shadow of the Tomb Raider - Golem.de live Teil 1

In Teil 1 im Livestream zu Shadow of the Tomb Raider gibt es zahlreiche Grafik-Menüs, schöne Screenshots und Laras Start in die Apokalypse.

Shadow of the Tomb Raider - Golem.de live Teil 1 Video aufrufen
Single Sign-on Made in Germany: Verimi, NetID oder ID4me?
Single Sign-on Made in Germany
Verimi, NetID oder ID4me?

Welche der deutschen Single-Sign-on-Lösungen ist am vielversprechendsten? Golem.de erläutert die Unterschiede zwischen Verimi, NetID und ID4me.
Eine Analyse von Monika Ermert

  1. Verimi Deutsche Konzerne starten Single Sign-on

iPhone Xs, Xs Max und Xr: Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?
iPhone Xs, Xs Max und Xr
Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?

Apples neue iPhones haben neben dem Nano-SIM-Slot eine eingebaute eSIM, womit der Konzern erstmals eine Dual-SIM-Lösung in seinen Smartphones realisiert. Die Auswahl an Netzanbietern, die eSIMs unterstützen, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber eingeschränkt - ein Überblick.
Von Tobias Költzsch

  1. Apple Das iPhone Xr macht's billiger und bunter
  2. Apple iPhones sollen Stiftunterstützung erhalten
  3. XMM 7560 Intel startet Serienfertigung für iPhone-Modem

Zahlen mit Smartphones im Alltagstest: Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein
Zahlen mit Smartphones im Alltagstest
Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein

In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, drahtlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Wir haben Google Pay mit der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen verglichen und festgestellt: In der Handhabung gleichen sich die Apps zwar, doch in den Details gibt es einige Unterschiede.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartphone Auch Volksbanken führen mobiles Bezahlen ein
  2. Bezahldienst ausprobiert Google Pay startet in Deutschland mit vier Finanzdiensten

    •  /