Abo
  • Services:

Verschlüsselung: Strato bietet Perfect Forward Secrecy

Strato bietet seinen Kunden Perfect Forward Secrecy für E-Mail und Hosting. Doch das Verfahren ist noch nicht auf den eigenen Seiten implementiert.

Artikel veröffentlicht am ,
Strato-Mitarbeiter im Rechenzentrum
Strato-Mitarbeiter im Rechenzentrum (Bild: Strato)

Strato will in den Hosting-Paketen mehr Sicherheit bei der Übertragung von E-Mails durch die Verschlüsselungstechnik Perfect Forward Secrecy (PFS) bieten. Das gab die Deutsche-Telekom-Tochter bekannt. Zusätzlich gibt es PFS auch für Kundenwebsites. Dazu hat Strato sein Hosting-Angebot um SSL-Zertifikate für Domains erweitert.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  2. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Sindelfingen

"Die Anforderungen an Websites steigen, Angriffe werden immer ausgeklügelter und seit den Enthüllungen zum NSA-Abhörskandal fühlen sich Internetnutzer auch vor Spähangriffen nicht mehr sicher", sagt Strato-Chef Christian Böing.

Stratos SSL-Zertifikate für Domains kosten 2,99 Euro pro Monat, wenn sich der Kunde auf zwölf Monate verpflichtet. Wer auch für Subdomains SSL-Zertifikate benötigt, kann Wildcard-Zertifikate für 9,99 Euro pro Monat bestellen. Wählen Kunden den Menüpunkt "SSL erzwingen" aus, können sie den unverschlüsselten Aufruf ihrer Website unterbinden.

Perfect Forward Secrecy bietet Sicherheit auch für den Fall, dass in Zukunft ein geheimer Schlüssel in die Hände eines Angreifers gelangt, wie Golem.de berichtete. Diese sichere Möglichkeit gibt es längst im wichtigsten Verschlüsselungsverfahren TLS/SSL, das bei Webseitenaufrufen über HTTPS zum Einsatz kommt. Sie wird jedoch nur selten verwendet.

Ein Angreifer wie ein Geheimdienst, der die Kommunikation belauscht, hätte beim Public-Key-Verfahren theoretisch die Möglichkeit, die verschlüsselte Kommunikation zu speichern und aufzubewahren. Sollte der Angreifer später in den Besitz des privaten Schlüssels des Servers gelangen, etwa durch einen Hackerangriff oder einen Einbruch ins Rechenzentrum, gäbe es die Möglichkeit, alle Kommunikationsverbindungen der Vergangenheit zu entschlüsseln.

Abhilfe schaffen Verfahren, bei denen der Sitzungsschlüssel nicht übertragen wird. Dazu gibt es kryptographische Schlüsselaustauschverfahren. Hierbei senden sich zwei Kommunikationspartner verschiedene Nachrichten zu und erhalten am Ende beide einen gemeinsamen Schlüssel, der jedoch nie über die Leitung übertragen wird. Das gängigste Verfahren hierfür ist der sogenannte Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch.

Im Verschlüsselungsstandard TLS sind zwei Verfahren vorgesehen, die Perfect Forward Secrecy bieten: der klassische Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch (DHE) und der modernere Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch mit elliptischen Kurven (ECDHE).

Beim klassischen DHE-Verfahren nutzt der Apache-Webserver für den sogenannten Modulus eine Größe von 1.024 Bit. Das Diffie-Hellman-Verfahren basiert auf dem diskreten Logarithmusproblem, welches bei einer Größe von 1.024 Bit schon seit längerer Zeit als nicht mehr sicher gilt. Ein Angreifer mit großen finanziellen Mitteln wäre vermutlich in der Lage, Spezialhardware zu bauen, welche die entsprechende Verbindung entschlüsseln könnte.

Serverbetreiber riskieren damit sogar, durch ein DHE-Verfahren die Sicherheit ihrer Verbindungen zu verschlechtern. Die Nutzung eines langen RSA-Schlüssels mit 2.048 oder 4.096 Bit, die heutzutage meistens üblich ist, wird dadurch konterkariert, denn die Sicherheit der gesamten Verbindung ist vergleichbar mit dem Einsatz eines 1.024-Bit-Schlüssels. Abhilfe schafft Apache 2.4.7.

Golem.de wollte sich die Konfiguration bei Strato genauer anschauen, aber offenbar hat der Webhoster das Verfahren bisher noch nicht für seine eigenen Seiten implementiert.

Nachtrag vom 12. Februar 2014, 15:51 Uhr

Eine Strato-Sprecherin sagte Golem.de: "Wir sind gerade dabei, PFS für Strato.de zu testen und planen, PFS für Strato.de einzuführen."



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-35%) 38,99€
  2. 1,29€
  3. 26,99€

hannob (golem.de) 12. Feb 2014

Das ist kein grundsätzliches Problem von DHE. Das geht auch mit längerem Modulus (einen...

f00b4r 12. Feb 2014

nunja, es gibt teilweise RapidSSL Wildcard Zertifikate für ~120 ¤ - ~150 ¤ pro Jahr...

peterkleibert 12. Feb 2014

Naja, ist halt bei allen Firmen genau gleich, wo die Management-Eliten an die Macht...

ikhaya 12. Feb 2014

Bedingt, klar ist es schön wenn zwischen den Servern nur noch verschlüsselt kommuniziert...

asa (Golem.de) 12. Feb 2014

Ja der Hammer. Und das sogar in Absprache mit dem Autoren, denn die Hintergrundinfos...


Folgen Sie uns
       


Strihl wechselt Leuchtmittel per Drohne (Light and Building 2018)

Strihl präsentiert auf der Light + Building sein Wartungssystem für Straßenleuchten per Drohne.

Strihl wechselt Leuchtmittel per Drohne (Light and Building 2018) Video aufrufen
Indiegames-Rundschau: Mutige Mäuse und tapfere Trabbis
Indiegames-Rundschau
Mutige Mäuse und tapfere Trabbis

Grafikwucht beim ganz großen Maus-Abenteuer oder lieber Simulationstiefe beim Mischen des Treibstoffs für den Trabbi? Wieder haben Fans von Indiegames die Qual der Wahl - wir stellen die interessantesten Neuheiten vor.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Zwischen Fake News und Mountainbiken
  2. Indiegames-Rundschau Tiefseemonster, Cyberpunks und ein Kelte
  3. Indiegames-Rundschau Krawall mit Knetmännchen und ein Mann im Fass

Patscherkofel: Gondelbahn mit Sicherheitslücken
Patscherkofel
Gondelbahn mit Sicherheitslücken

Die Steuerungsanlage der neuen Gondelbahn am Innsbrucker Patscherkofel ist ohne Sicherheitsmaßnahmen im Netz zu finden gewesen. Ein Angreifer hätte die Bahn aus der Ferne übernehmen können - trotzdem beschwichtigt der Hersteller.
Von Hauke Gierow

  1. Hamburg Sensoren melden freie Parkplätze
  2. Edge Computing Randerscheinung mit zentraler Bedeutung
  3. Software AG Cumulocity IoT bringt das Internet der Dinge für Einsteiger

NUC8i7HVK (Hades Canyon) im Test: Intels Monster-Mini mit Radeon-Grafikeinheit
NUC8i7HVK (Hades Canyon) im Test
Intels Monster-Mini mit Radeon-Grafikeinheit

Unter dem leuchtenden Schädel steckt der bisher schnellste NUC: Der buchgroße Hades Canyon kombiniert einen Intel-Quadcore mit AMDs Vega-GPU und strotzt förmlich vor Anschlüssen. Obendrein ist er recht leise und eignet sich für VR - selten hat uns ein System so gut gefallen.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Crimson Canyon Intel plant weiteren Mini-PC mit Radeon-Grafik
  2. NUC7CJYS und NUC7PJYH Intel bringt Atom-betriebene Mini-PCs
  3. NUC8 Intels Mini-PC hat mächtig viel Leistung

    •  /