Verschlüsselung: Outlook versendet S/MIME-Mails auch unverschlüsselt

Eine Sicherheitslücke in Outlook hat zur Folge, dass per S/MIME verschlüsselte Mails auch im Klartext mitgesendet werden. Microsoft hat den Fehler am Patchday behoben.

Artikel veröffentlicht am ,
Microsoft hat eine Sicherheitslücke in Outlook geschlossen.
Microsoft hat eine Sicherheitslücke in Outlook geschlossen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Microsoft hat eine kritische Sicherheitslücke in der E-Mail-Anwendung Outlook geschlossen. Das Programm hatte zuvor für mindestens sechs Monate bei mit S/MIME verschlüsselten E-Mails in bestimmten Fällen jeweils auch eine unverschlüsselte Kopie mitgesendet. Der Bug wurde von der Sicherheitsfirma SEC Consult entdeckt.

Stellenmarkt
  1. Senior Cloud Engineer (m/w/d)
    unimed Abrechnungsservice für Kliniken und Chefärzte GmbH, Wadern (Home-Office möglich)
  2. SAP-Testmanager*in
    Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., München
Detailsuche

S/MIME ist eine Alternative zur E-Mailverschlüsselung mit PGP und wird vor allem im Kontext von Behörden und Unternehmen eingesetzt. Die eigentlich verschlüsselten Nachrichten können aufgrund des Fehlers mit relativ geringen technischen Kenntnissen mitgelesen werden, etwa wenn per Phishing Zugriff auf ein Outlook-Konto erlangt wird. Als alternativen Angriff nennt SEC Consult einen Man-in-the-Middle-Angriff auf die Verbindung, dazu wären aber deutlich mehr Kenntnisse notwendig.

Der Fehler tritt auf, wenn Nachrichten als Plaintext codiert werden, im HTML-Format versendete Nachrichten sind also nicht betroffen. Der Plaintext wird mitgesendet, wenn Nachrichten über das Microsoft-Exchange-eigene Protokoll versendet und empfangen werden. Werden Nachrichten über Exchange verschickt, aber per IMAP abgerufen, ist dies nicht der Fall. Wenn Nachrichten hingegen über SMTP verschickt und per IMAP abgerufen werden, kann der Inhalt der Nachricht wiederum ausgelesen werden.

  • Der Fehler sorgt dafür, dass eigentlich verschlüsselte Nachrichten mitgelesen werden können (Bild: SEC Consult)
  • Der Fehler sorgt dafür, dass eigentlich verschlüsselte Nachrichten mitgelesen werden können (Bild: SEC Consult)
  • Die Kennzeichnung deutet auf eine verschlüsselte Mail hin (Bild: SEC Consult)
  • Der Klartext ist trotz Verschlüsselung lesbar. (Bild: SEC Consult)
  • Der Klartext ist trotz Verschlüsselung lesbar. (Bild: SEC Consult)
  • Der Klartext ist trotz Verschlüsselung lesbar. (Bild: SEC Consult)
  • Der Klartext ist trotz Verschlüsselung lesbar. (Bild: SEC Consult)
Der Fehler sorgt dafür, dass eigentlich verschlüsselte Nachrichten mitgelesen werden können (Bild: SEC Consult)

Nach Angaben von SEC Consult hebelt die Sicherheitslücke "Das Prinzip der End-to-End-Verschlüsselung komplett aus und führt sie ad absurdum." Markus Robin, General Manager von SEC-Consult, sagte Golem.de: "Hier hat die Qualitätssicherung bei Microsoft leider in vollem Umfang versagt. Das hätte jemandem im Hause Microsoft auffallen müssen." Von dem Problem ist der Text der E-Mails betroffen, Anhänge nicht, wie SEC Consult mitteilt.

Schwachstelle besteht seit 2017

Golem Akademie
  1. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    29. November–3. Dezember 2021, virtuell
  2. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    13.–16. Dezember 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

Der Fehler sei nach einem Update von Microsoft im Mai 2017 in die Applikation gekommen. SEC Consult habe diese bei routinemäßigen Überprüfungen der eigenen Software entdeckt. Zunächst habe man an einen Konfigurationsfehler geglaubt, sagte Robin. Ein komplett neu aufgesetztes System sei aber ebenfalls verwundbar gewesen. Daher habe man Microsoft im August über das Problem informiert, das Unternehmen habe die Sicherheitslücke dann bestätigt.

Microsoft hat keinen Workaround vorgestellt, wie alte E-Mails geschützt werden können. Das Unternehmen geht davon aus, dass es "unwahrscheinlich" sei, dass die Sicherheitslücke ausgenutzt wird.

Microsoft bedankt sich bei Simon Hofer und Stefan Viehböck von SEC Consult und Florian Gattermeier und Heinrich Wiederkehr von ERNW für die Hinweise.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Wemax Go Pro
Mini-Projektor für Reisen strahlt 120-Zoll-Bild an die Wand

Der Wemax Go Pro setzt auf Lasertechnik von Xiaomi. Der Beamer ist klein und kompakt, soll aber ein großes Bild an die Wand strahlen können.

Wemax Go Pro: Mini-Projektor für Reisen strahlt 120-Zoll-Bild an die Wand
Artikel
  1. Air4: Renault 4 als Flugauto neu interpretiert
    Air4
    Renault 4 als Flugauto neu interpretiert

    Der Air4 ist Renaults Idee, wie ein fliegender Renault 4 aussehen könnte. Mit der Drohne wird das 60jährige Jubiläum des Kultautos gefeiert.

  2. Snapdragon 8cx Gen 3: Geleaktes Qualcomm-SoC erreicht das Niveau von AMD und Intel
    Snapdragon 8cx Gen 3
    Geleaktes Qualcomm-SoC erreicht das Niveau von AMD und Intel

    In Geekbench wurde der Qualcomm Snapdragon 8cx Gen 3 gesichtet. Er kann sich mit Intel- und AMD-CPUs messen, mit Apples M1 aber wohl nicht.

  3. Mica statt Aero: Windows 11 bringt Transparenzeffekte zurück
    Mica statt Aero
    Windows 11 bringt Transparenzeffekte zurück

    Weitere Applikationen werden mit einem bekannten Designelement ausgestattet: Windows 11 implementiert Transparenzeffekte mit Mica.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday Wochenende • LG UltraGear 34GP950G-B 999€ • SanDisk Ultra 3D 500 GB M.2 44€ • Boxsets (u. a. Game of Thrones Blu-ray 79,97€) • Samsung Galaxy S21 128GB 777€ • Premium-Laptops (u. a. Lenovo Ideapad 5 Pro 16" 829€) • MS Surface Pro7+ 888€ • Astro Gaming Headsets [Werbung]
    •  /