Abo
  • Services:

Verschlüsselung: NSA-Chiffre Speck fliegt aus dem Linux-Kernel

Mit der NSA-Chiffre Speck wollte Google ursprünglich den Speicher von Low-End-Android-Smartphones verschlüsseln, doch nun hat das Unternehmen seine Unterstützung dafür zurückgezogen. Die umstrittene Verschlüsselung wird deshalb wieder aus dem Linux-Kernel entfernt.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin/
Der Linux-Kernel wird Speck wohl künftig nicht mehr enthalten.
Der Linux-Kernel wird Speck wohl künftig nicht mehr enthalten. (Bild: Christopher Michel, Flickr.com/CC-BY 2.0)

Die Version 4.17 des Linux-Kernel unterstützt die Blockchiffre Speck, die ursprünglich von der NSA stammt, unter anderem deshalb stark kritisiert wird und sogar als ISO-Standard abgelehnt worden ist. Mit der aktuellen Version 4.18 von Linux kann Speck zum Verschlüsseln von Dateisystemen genutzt werden. Grund dafür war eine Initiative von Google, die Speck aus Leistungsgründen auf günstigeren Android-Smartphones nutzen wollte. Nachdem Google selbst jedoch die Unterstützung dafür zurückgezogen hat, soll Speck nun wieder aus dem Kernel entfernt werden.

Stellenmarkt
  1. BRZ Deutschland GmbH, Nürnberg
  2. matrix technology AG, München

Zu den Geräten, auf denen Speck ursprünglich zum Einsatz kommen sollte, zählen Smartphones mit Android Go, also absolute Low-End-Geräte für Entwicklungsländer oder günstige Einsteigergeräte hierzulande. Diese verwenden meist ältere CPUs mit ARMv7-A-Architektur, die nicht über die ab ARMv8 verwendeten Kryptoerweiterungen verfügt. Für Chiffren wie AES-XTS sind diese CPUs zu schwach, daher fiel die Wahl auf das von der NSA entwickelte Speck.

Die Speck-Unterstützung landete über den Google-Entwickler Eric Biggers im Linux-Kernel. Doch bereits Anfang August schlug er auf der Kernel-Mailingliste mit HPolyC einen Ersatz für Speck vor: Google werde bei der Aufnahme der neuen Chiffre nicht mehr auf Speck im Kernel bestehen. HPolyC sei ein Konstrukt, das es sicher mache, die Chacha-Stream-Cipher für die Speicherverschlüsselung zu verwenden.

Patch zur Entfernung im Crypto-Subsystem eingepflegt

Wireguard-Autor Jason A. Donenfeld schickte daher bereits Anfang August einen Patch an die Mailingliste der Linux-Kernel-Entwickler, mit dem Speck wieder aus dem Kernel entfernt wird. Offenbar ließen sich die Beteiligten aber etwas Zeit mit einer endgültigen Entscheidung. Schließlich hat Herbert Xu, Maintainer für das Crypto-Subsystem, den Patch von Donenfeld in seinen Entwicklungszweig übernommen. Es gilt damit als sehr wahrscheinlich, dass Speck mit der kommenden Version 4.20 oder 5.0 wieder aus dem Kernel verschwindet.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. RT-AC5300 + Black Ops 4 für 255,20€ + Versand statt ca. 305€ im Vergleich und Blue Cave...
  2. ab 399€

Folgen Sie uns
       


i-Cristal autonomer Bus - Interview (englisch)

Der nächste Schritt steht an: Der französische Verkehrsbetrieb plant einen Test mit einem autonom fahenden Bus. Er soll Anfang 2020 in einer französischen Großstadt im normalen Verkehr fahren.

i-Cristal autonomer Bus - Interview (englisch) Video aufrufen
Energietechnik: Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus
Energietechnik
Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus

Ein Akku mit der Energiekapazität eines Benzintanks würde viele Probleme lösen. In der Theorie ist das möglich. In der Praxis ist noch viel Arbeit nötig.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Elektroautos CDU will Bau von Akkuzellenfabriken subventionieren
  2. Brine4Power EWE will Strom unter der Erde speichern
  3. Forschung Akku für Elektroautos macht es sich im Winter warm

Lenovo Thinkpad T480s im Test: Das trotzdem beste Business-Notebook
Lenovo Thinkpad T480s im Test
Das trotzdem beste Business-Notebook

Mit dem Thinkpad T480s verkauft Lenovo ein exzellentes 14-Zoll-Business-Notebook. Anschlüsse und Eingabegeräte überzeugen uns - leider ist aber die CPU konservativ eingestellt und ein gutes Display kostet extra.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Thinkpad E480/E485 im Test AMD gegen Intel in Lenovos 14-Zoll-Notebook
  2. Lenovo Das Thinkpad P1 ist das X1 Carbon als Workstation
  3. Thinkpad Ultra Docking Station im Test Das USB-Typ-C-Dock mit robuster Mechanik

Zahlen mit Smartphones im Alltagstest: Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein
Zahlen mit Smartphones im Alltagstest
Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein

In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, drahtlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Wir haben Google Pay mit der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen verglichen und festgestellt: In der Handhabung gleichen sich die Apps zwar, doch in den Details gibt es einige Unterschiede.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartphone Auch Volksbanken führen mobiles Bezahlen ein
  2. Bezahldienst ausprobiert Google Pay startet in Deutschland mit vier Finanzdiensten

    •  /