Verschlüsselung: Nist rät von Dual_EC_DRBG wegen möglicher NSA-Backdoor ab

Die US-Behörde Nist rät von der Verwendung(öffnet im neuen Fenster) des von ihr im Januar 2012 als "Special Publication 800-90A" verabschiedeten Standards Dual_EC_DRBG zur Erzeugung von Z ufallszahlen für elliptische Kurven ab. Der Standard wurde mit sofortiger Wirkung wieder in den Entwurfsstatus zurückgesetzt und kann bis zum 6. November 2013 kommentiert werden.
Das Nist will so Zweifel an dessen Integrität ausräumen, nachdem auf Basis der NSA-Dokumente von Edward Snowden bekanntwurde, dass die NSA anders als bisher bekannt an dem Standard nicht nur mitgearbeitet, sondern diesen selbst geschrieben und wie New York Times, Guardian und Propublica berichten(öffnet im neuen Fenster) , eine Hintertür eingebaut hat.
Das Nist legt die Verschlüsselungsregeln für US-Behörden und US-Regierungseinrichtungen fest und arbeitet dabei eng mit Kryptographie-Experten zusammen. Daher werden die Empfehlungen des Nist auch von vielen anderen Stellen verwendet. Auch die NSA werde aufgrund ihrer Expertise in diesem Gebiet bei der Entwicklung herangezogen, so das Nist. Allerdings, so räumt das NIST weiter ein(öffnet im neuen Fenster) , sei die Behörde zudem verpflichtet, mit der NSA zusammenzuarbeiten.
Das Nist bestätigt zwar nicht die Existenz einer Hintertür der NSA, zieht aber den fraglichen Standard zurück. Auch die noch nicht final verabschiedeten Standards SP 800-90B (Recommendation for the Entropy Sources Used for Random Bit Generation) und SP 800-90C (Recommendation for Random Bit Generator [RBG] Constructions) werden erneut für Kommentare geöffnet.
Mit diesen Maßnahmen will das Nist seine Reputation wahren. Alle Kommentare und Analysen, die zu den Standards in der Frist von 60 Tagen eingehen, sollen gründlich geprüft werden. Sollten dabei Sicherheitslücken entdeckt werden, sollen diese in Zusammenarbeit mit der Kryptographie-Community schnellstmöglich beseitigt werden.



