Abo
  • Services:

Verschlüsselung: Kryptoparty bei Golem.de

Nach der NSA-Affäre sind verschlüsselte E-Mails wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Auch bei Golem.de hat die Diskussion Spuren hinterlassen: Die Redaktion traf sich zur Kryptoparty, um die Verschlüsselung mit GnuPG einzurichten.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Auch bei Golem.de wird jetzt Mailverschlüsselung mit GnuPG genutzt.
Auch bei Golem.de wird jetzt Mailverschlüsselung mit GnuPG genutzt. (Bild: Gpg4win)

Dank der Snowden-Enthüllungen ist das Interesse an Kryptographie und Verschlüsselung so groß wie nie. Das schlägt sich auch im Nachrichtenticker von Golem.de nieder: Heartbleed, Probleme im TLS-Protokoll oder Spekulationen über NSA-Hintertüren in Verschlüsselungsstandards, über Kryptographie gibt es zurzeit viel zu berichten.

Inhalt:
  1. Verschlüsselung: Kryptoparty bei Golem.de
  2. PGP verschlüsselt keine Metadaten

Die Debatte geht auch an der Golem.de-Redaktion nicht spurlos vorüber. Obwohl einzelne Redakteure privat bereits ihre Mails via GnuPG verschlüsseln, gab es bislang keine Möglichkeit, die Redaktion auf offiziellem Wege verschlüsselt zu erreichen - was in anderen Medien auch schon kritisiert wurde. Das sollte sich ändern und die Planung einer Kryptoparty im Hause Golem.de wurde in Angriff genommen.

Die Mailverschlüsselung mit PGP wurde von Phil Zimmermann 1991 entwickelt. Später wurde das System standardisiert, der entsprechende Internetstandard heißt OpenPGP und ist im RFC 4880 definiert. Das originale PGP-Programm wird heute nur noch selten genutzt, die meisten Anwender greifen auf GnuPG zurück, das nach demselben Standard arbeitet. GnuPG ist, anders als das originale PGP, das heute von Symantec vertrieben wird, freie Software. Für viele Systeme und Mailprogramme stehen Erweiterungen auf Basis von GnuPG bereit.

Zunächst stand eine Inventur an: Welche Mailprogramme werden überhaupt in der Redaktion verwendet? Die überwiegende Mehrheit verwendete entweder Thunderbird (Windows und Linux) oder Apple Mail unter Mac OS X. Deshalb konzentrierten wir uns in der Vorbereitung zunächst auf diese beiden Lösungen.

Stellenmarkt
  1. Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart, Stuttgart
  2. Hays AG, Frankfurt am Main

Für Mac OS X existiert das Projekt GPGTools, welches ein Plugin für Apple Mail bereitstellt. Die Installation gestaltete sich relativ einfach. Für Mozilla Thunderbird gibt es das Plugin Enigmail, das sich ebenfalls mit wenigen Klicks über die Addon-Verwaltung von Thunderbird installieren lässt. Schade ist, dass die meisten Mailprogramme keine direkte Unterstützung für PGP-kompatible Mailverschlüsselung mitliefern. Der Hintergrund ist vor allem ein historischer: Von der IETF wurden zwei miteinander inkompatible Mailverschlüsselungssysteme standardisiert: S/MIME und OpenPGP. Gängige Mailprogramme liefern meistens nur S/MIME-Unterstützung mit.

Für Verschlüsselungsanfänger schwer verständliche Details

Während sich die Installation des Plugins noch relativ simpel gestaltete, taten sich bei der konkreten Nutzung einige Fragen auf. Wie groß soll etwa ein neuer Key sein? Aktuelle Programme erstellen meist in der Standardeinstellung RSA-Keys mit 2.048 Bit, was zurzeit als sicher gilt. Wer dennoch mehr Sicherheit für den Preis einer etwas langsameren Verschlüsselung haben möchte, kann sich auch einen Key mit 4.096 Bit erstellen. Problematisch sind vor allem mit älteren Versionen von GnuPG erstellte Keys, dort wurde oft DSA mit 1.024 Bit eingesetzt, was aus heutiger Sicht nicht mehr als sicher gilt.

Eine weitere Frage, die für manche Verwirrung sorgt: PGP-Mails können entweder als PGP/Inline oder PGP/MIME codiert werden. Bei Ersterem wird der verschlüsselte oder signierte Mailinhalt in eine normale Textmail eingebettet. PGP/Inline hat das Problem, dass Anhänge separat verschlüsselt werden und somit Metadaten über den Dateianhang nicht geschützt sind. PGP/Mime ist eigentlich die elegantere Lösung, hat aber ebenfalls ein Problem: Ein ärgerlicher Bug in Microsoft Outlook führt dazu, dass signierte Mails nur als Mailanhang angezeigt werden.

PGP verschlüsselt keine Metadaten 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 349€
  2. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)
  3. 449€

albob81 07. Mai 2014

Ich meine gpg4o. Kostet zwar ein wenig, aber es funktioniert halt einfach und ist...

perseus 05. Mai 2014

Danke, guter Tipp!

warJaSoKlar 02. Mai 2014

Der Umgang mit einem Vollverschlüsseltem Notebook ist imho einfacher als einem...

PlanbarZinssicher 02. Mai 2014

Und alle fragen sich, woher zum teufel willst du das wissen? Passwort auf dem...

PlanbarZinssicher 02. Mai 2014

Das ist keine Anleitung? Sie ebschreiben einfach die Problematik in ihrem Firmenumfeld...


Folgen Sie uns
       


Dark Souls Remastered - Livestream

Erst mit der Platin-Trophäe in Bloodborne große Töne spucken und dann? - Der Dark-Souls-Effekt trifft Golem.de-Redakteur Michael Wieczorek mitten ins Streamer-Herz.

Dark Souls Remastered - Livestream Video aufrufen
Jurassic World Evolution im Test: Das Leben findet einen Weg
Jurassic World Evolution im Test
Das Leben findet einen Weg

Ian Malcolm hatte recht: Das Leben wird ausgegraben und gebrütet, es frisst und stirbt oder es bricht aus und macht Jagd auf die Besucher. Nur leider haben die Entwickler von Jurassic World Evolution ein paar kleine Design-Fehler begangen, so wie Henry Wu bei der Dino-DNA.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Vampyr im Test Zwischen Dracula und Doktor
  2. Fe im Test Fuchs im Farbenrausch
  3. Thaumistry: In Charm's Way im Test Text-Adventure der ganz alten Schule

3D-Druck on Demand: Wenn der Baumarkt Actionfiguren aus Stahl druckt
3D-Druck on Demand
Wenn der Baumarkt Actionfiguren aus Stahl druckt

Es gibt viele Anbieter für 3D-Druck on Demand und die Preise fallen. Golem.de hat die 3D-Druckdienste von Toom, Conrad Electronic, Sculpteo und Media Markt getestet, um neue Figuren der Big-Jim-Reihe zu erschaffen.
Ein Praxistest von Achim Sawall


    Sonnet eGFX Box 650 im Test: Wenn die Vega 64 am Thinkpad rechnet
    Sonnet eGFX Box 650 im Test
    Wenn die Vega 64 am Thinkpad rechnet

    Die eGFX Box 650 von Sonnet ist ein eGPU-Gehäuse, das dank 650-Watt-Netzteil auch mit AMDs Radeon RX Vega 64 läuft. Die Box ist zwar recht leise, dennoch würden wir den Lüfter gerne steuern.
    Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

    1. Razer Core X eGPU-Box kostet 300 Euro
    2. eGFX Breakaway Box 650 Sonnets Grafik-Gehäuse läuft mit Vega 64
    3. XG Station Pro Asus' zweite eGPU-Box ist schlicht

      •  /