Verschlüsselung: Google schmeißt Symantec aus Chrome raus

Google hat angekündigt(öffnet im neuen Fenster) , den Zertifikaten von Symantecs Zertifikatsstelle (CA) künftig nicht mehr vertrauen zu wollen. Die Maßnahme war bereits länger diskutiert worden und wurde jetzt öffentlich gemacht.
Betroffen sind Zertifikate, die vor dem 1. Juni 2016 ausgestellt wurden. Die Änderung soll erstmals mit dem Release von Chrome in der Version 66 am 17. April 2018 wirksam werden. Am 1. Dezember 2017 wird Symantec im Rahmen des Verkaufs der eigenen Zertifikatsstelle alle Operationen an Digicert übertragen. Ab diesem Zeitpunkt werden keine Zertifikate mehr akzeptiert, die von Symantecs alter Infrastruktur ausgestellt werden.
Symantes gesamte Infrastruktur wird aus Chrome entfernt
Ab der Chrome-Version 70 schließlich soll Symantecs gesamte alte Infrastruktur aus dem Truststore entfernt werden. Damit soll allen Zertifikaten das Vertrauen entzogen werden, die sich auf Symantec-Root-Zertifikate beziehen. Nur eine "kleine Anzahl" von Zertifikatsstellen mit unabhängigen Audits soll von dieser Maßnahme ausgenommen werden. Chrome 70 wird vermutlich um den 23. Oktober 2018 herum vorgestellt.
Aktuell ausgestellte Zertifikate von Symantec werden eine maximale Lebensdauer von 13 Monaten haben. Die im Oktober dieses Jahres fällige Version von Chrome (62) wird in den Developer-Werkzeugen darauf hinweisen, wenn Zertifikate von den Maßnahmen betroffen sind.
Symantec betreibt unter den Markennamen Thawte, Verisign, Equifax, Geotrust und Rapidssl Zertifizierungsstellen. In der Vergangenheit hatte es zwischen Symantec und Google immer wieder Streit um fälschlicherweise ausgestellte Zertifikate gegeben. Weil Symantec damit gegen die Bestimmungen des CA/Browser-Forums verstoßen hat, hatte Google immer wieder mit drastischen Schritten gedroht.



