Abo
  • Services:

Verschlüsselung: Five-Eyes fordern Zugang - zur Not mit Zwang

Telekommunikationsanbieter sollen nach Wunsch der Innenminister der Five-Eyes-Staaten Techniken zur Entschlüsselung ihrer Dienste entwickeln.

Artikel veröffentlicht am , Moritz Tremmel
Telekomanbieter sollen Hintertüren in ihre eigenen Produkte einbauen.
Telekomanbieter sollen Hintertüren in ihre eigenen Produkte einbauen. (Bild: Chris L/CC-BY 2.0)

Die Innenminister der Five-Eyes-Staaten USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und Australien fordern Telekommunikationsunternehmen in der Abschlusserklärung ihres jährlichen Treffens auf, die Behörden bei der Entschlüsselung von Inhalten zu unterstützen. Genaue Vorgaben werden nicht gemacht, vielmehr sollen die Firmen die Zugänge oder Hintertüren selbst entwickeln und an ihre jeweiligen Systeme anpassen. Sollten sie der Forderung jedoch nicht nachkommen und weiterhin die gesetzlichen Überwachungsbefugnisse durch Behörden nicht umgesetzt werden können, drohen die Innenminister mit technischen, gesetzlichen oder anderen Maßnahmenn um Zugang zu den Inhalten ("lawful access solutions") zu erzwingen.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum Bremen
  2. afb Application Services AG, München

Die verbündeten Five-Eyes-Staaten arbeiten in der geheimdienstlichen Überwachung äußerst eng zusammen. Sie betreiben gemeinsam Überwachungsprogramme wie das in den 1990ern publik gewordene Echelon-Programm, ein globales Programm zur Telekommunikationsüberwachung, teilen Analysesoftware und Überwachungshardware sowie die Daten aus ihren Überwachungsprogrammen.

Die Innenminister betonen zwar einerseits, wie wichtig Verschlüsselung sei, um wirtschaftliche, persönliche oder staatliche Informationen zu schützen. Die Five-Eyes-Staaten hätten keinerlei Interesse daran, die Verschlüsselung zu schwächen. Andererseits vertreten sie die Ansicht, die Telekommunikationsüberwachungsbeschlüsse durch Gerichte seien zunehmend wertlos, da die Strafverfolgungsbehörden aufgrund der Verschlüsselung die Inhalte trotz solcher Beschlüsse nicht lesen könnten. Daher seien sie bei der Umsetzung der staatlichen Überwachungsmaßnahmen auf die Unterstützung der Telekommunikationsfirmen angewiesen.

Schuldig bleiben die Innenminister eine Erklärung, wie eine Verschlüsselung erreicht werden soll, die einerseits Behördenzugriff zulässt, andererseits aber nicht geknackt werden kann. Dieser schwarze Peter wird den Telekommunikationsfirmen zugeschoben, die entsprechende Lösungen entwickeln sollen.

Die Diskussion darüber, wie der Zugang zu verschlüsselten Inhalten mittels Hintertüren oder ähnlichen Techniken umgesetzt werden kann, wird in den sogenannten Crypto Wars seit langem erbittert geführt. Kryptographen wie Bruce Schneier kritisieren bereits seit den 90er Jahren Ansätze, die Verschlüsselung beispielsweise durch die Hinterlegung von Zweitschlüsseln zu schwächen.

Die Bürgerrechtsorganisation EFF kritisiert die Argumentation der staatlichen Behörden, durch Verschlüsselung keinen Zugang mehr zu Informationen zu haben. Vielmehr lebten die Ermittler in einem goldenen Zeitalter der Überwachung: Selbst ohne den direkten Zugriff auf Inhalte könnten mit Hilfe von Metadaten oder Standortdaten von Handys Personen überwacht werden.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Abdiel 09. Sep 2018

Oder ich mich unklar ausgedrückt... ;-)

robinx999 07. Sep 2018

Das ist nicht völlig auszuschließen, wobei ja mehr Daten wie nur Mausbwegungen gesammelt...

bombinho 06. Sep 2018

Kenne ich auch so, da hatte ich mal was gesehen, was die britische Kriminalstatistik...

bombinho 06. Sep 2018

Der perfide Teil ist ja, dass dann gezwungenermaszen geheim bleiben muss, wer einen...

bombinho 06. Sep 2018

Da moechte ich doch mal einen Einwand einbringen. Nehmen wir also an, ich wuerde statt...


Folgen Sie uns
       


Amazons Echo Plus (2018) - Test

Der neue Echo Plus von Amazon liefert einen deutlich besseren Klang als alle bisherigen Echo-Lautsprecher. Praktisch ist außerdem der eingebaute Smart-Home-Hub. Der integrierte Temperatursensor muss aber noch bessser in Alexa integriert werden. Der neue Echo Plus ist zusammen mit einer Hue-Lampe von Philips für 150 Euro zu haben.

Amazons Echo Plus (2018) - Test Video aufrufen
Dark Rock Pro TR4 im Test: Be Quiet macht den Threadripper still
Dark Rock Pro TR4 im Test
Be Quiet macht den Threadripper still

Mit dem Dark Rock Pro TR4 hat Be Quiet einen tiefschwarzen CPU-Kühler für AMDs Threadripper im Angebot. Er überzeugt durch Leistung und den leisen Betrieb, bei Montage und Speicherkompatiblität liegt die Konkurrenz vorne. Die ist aber optisch teils deutlich weniger zurückhaltend.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Dark Rock Pro TR4 Be Quiets schwarzer Doppelturm kühlt 32 Threadripper-Kerne

Interview Alienware: Keiner baut dir einen besseren Gaming-PC als du selbst!
Interview Alienware
"Keiner baut dir einen besseren Gaming-PC als du selbst!"

Selbst bauen oder Komplettsystem kaufen, die Zukunft von Raytracing und was E-Sport-Profis über Hardware denken: Golem.de hat im Interview mit Frank Azor, dem Chef von Alienware, über PC-Gaming gesprochen.
Von Peter Steinlechner

  1. Dell Alienware M15 wird schlanker und läuft 17 Stunden
  2. Dell Intel Core i9 in neuen Alienware-Laptops ab Werk übertaktet

15 Jahre Extreme Edition: Als Intel noch AMD zuvorkommen musste
15 Jahre Extreme Edition
Als Intel noch AMD zuvorkommen musste

Seit 2003 verkauft Intel seine CPU-Topmodelle für Spieler und Enthusiasten als Extreme Edition. Wir blicken zurück auf 15 Jahre voller zweckentfremdeter Xeon-Chips, Mainboards mit Totenschädeln und extremer Prozessoren, die mit Phasenkühlung demonstriert wurden.
Von Marc Sauter

  1. Quartalszahlen Intel legt 19-Milliarden-USD-Rekord vor
  2. Ryan Shrout US-Journalist wird Chief Performance Strategist bei Intel
  3. Iris GPU Intel baut neuen und schnelleren Grafiktreiber unter Linux

    •  /