Abo
  • Services:

Verschlüsselung: Die Whatsapp-Alternative des IS

Der "Islamische Staat" verteilt angeblich einen selbst entwickelten Krypto-Messenger. Damit könnten die Terroristen staatlich angeordnete Hintertüren vermeiden.

Artikel von Patrick Beuth/Zeit Online veröffentlicht am
IS-Logo auf einem Smartphone
IS-Logo auf einem Smartphone (Bild: Dado Ruvic/Reuters)

Whatsapp und Telegram waren gestern, die Terroristen des sogenannten "Islamischen Staats" (IS) haben jetzt eine eigene Krypto-App zur verschlüsselten Kommunikation. Sie heißt Alrawi. Das berichtet jedenfalls das Hackerkollektiv der Ghost Security Group, kurz GhostSec.

Stellenmarkt
  1. BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Berlin
  2. OHB System AG, Bremen, Oberpfaffenhofen

Den Angaben von GhostSec zufolge handelt es sich um eine Android-App mit Verschlüsselungsfunktionen, die im Vergleich zu denen kommerziell vertriebener Apps allerdings rudimentär erscheinen. So schrieb es die Gruppe anonymer Aktivisten in einer E-Mail an die Nachrichten-Website DefenseOne. Wobei selbst eine schwache Implementierung kryptografischer Verfahren eine automatisierte Überwachung durch Geheimdienste unmöglich machen oder zumindest deutlich erschweren würde.

Schon vor einigen Wochen will GhostSec bemerkt haben, dass IS-Sympathisanten sowohl den Messenger Telegram als auch Direktnachrichten auf Twitter benutzten, um Gleichgesinnte auf eine Website zu lotsen, von der sie sich eine App namens Amaq Agency herunterladen sollten. Diese App der gleichnamigen Gruppe mit Verbindungen zum IS war allerdings nur zur Verbreitung von IS-Propaganda gedacht.

Eine App des IS - oder der NSA?

Die entsprechende Website gebe es mittlerweile nicht mehr, berichtet DefenseOne. Stattdessen tauchten Links zur Alrawi-App auf, woraufhin die Mitglieder von GhostSec annahmen, dass es sich um eine ähnliche Anwendung handelte. Vor wenigen Tagen jedoch stellten sie fest, dass die neue App auch zum Austausch verschlüsselter Nachrichten genutzt wird.

Die App gibt es nicht im offiziellen Google Play Store. Verteilt wird sie wahrscheinlich in einschlägigen Foren, installieren lässt sie sich demnach nur per Sideload, also indem Nutzer die Installationsdatei manuell auf das Smartphone laden.

Wie zuverlässig die Angaben sind, ist unklar. DefenseOne, eine Website zu Sicherheits- und Militärthemen von Atlantic Media, ist zwar ein ernstzunehmendes Medium. Die GhostSec-Mitglieder aber sind anonym, bekannt geworden ist das Kollektiv durch Attacken auf Websites, die extremistische Inhalte verbreiten.

Außer GhostSec hat offenbar noch niemand die Alrawi-App bemerkt. Die Informationen zur Verschlüsselungstechnik in der App sind zudem äußerst dünn, weshalb es schwer zu sagen ist, ob und wie sicher sie tatsächlich die Kommunikation der Terroristen schützen kann.

Es ist allerdings auch unerheblich, ob der Bericht über die App in allen Details zutrifft. Entscheidend ist die Grundidee: Wenn der IS es schafft, eigene Krypto-Apps zu entwickeln und zu betreiben, dann werden staatlich angeordnete Hintertüren in populären Apps wie Whatsapp nur den Unschuldigen, Unbeteiligten und vielleicht ein paar Dummen schaden. Solche Hintertüren aber fordert unter anderem FBI-Direktor James Comey seit Monaten immer wieder lautstark.

Es gibt allerdings noch eine andere Theorie über die IS-App: Die westlichen Geheimdienste könnten sie selbst lanciert haben, um IS-Sympathisanten eine Spionagesoftware unterzuschieben.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 55€ + 1,99€ Versand
  2. (aktuell u. a. QPAD DX-5 Maus 9,99€, NZXT Kraken X62 AM4 ready, Wasserkühlung 139,90€)
  3. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  4. 5€ inkl. FSK-18-Versand

Bigfoo29 23. Jan 2016

Es machen nur die, was sie wollen, die es sich leisten können. Lieschen Meier kann das...

bentol 19. Jan 2016

Die "besten Informatiker der Welt" müssen ja nicht direkt für den IS arbeiten. Eine...

ThadMiller 19. Jan 2016

Ständig bekommt man zu hören "absolute Sicherheit gibt es nicht". Aber die IS "frickelt...

spiderbit 18. Jan 2016

ja kann man so zusammenfassen, wobei selbst das wohl zu optimistisch ist, denn bin mir...

teck 18. Jan 2016

Sein Tod ändert nichts daran. Es ging mir nur darum, dass da ganz offen jemand...


Folgen Sie uns
       


Touch-Projektoren von Bosch angesehen (CES 2019)

Die Projektoren von Bosch erlauben es, das projizierte Bild als Touch-Oberfläche zu verwenden. Das ergibt einige interessante Anwendungsmöglichkeiten.

Touch-Projektoren von Bosch angesehen (CES 2019) Video aufrufen
CES 2019: Die Messe der unnützen Gaming-Hardware
CES 2019
Die Messe der unnützen Gaming-Hardware

CES 2019 Wer wollte schon immer dauerhaft auf einem kleinen 17-Zoll-Bildschirm spielen oder ein mehrere Kilogramm schweres Tablet mit sich herumtragen? Niemand! Das ficht die Hersteller aber nicht an - im Gegenteil, sie denken sich immer mehr Obskuritäten aus.
Ein IMHO von Oliver Nickel

  1. Bosch Touch-Projektoren angesehen Virtuelle Displays für Küche und Schrank
  2. Mobilität Das Auto der Zukunft ist modular und wandelbar
  3. Sonos Keine Parallelnutzung von Alexa und Google Assistant geplant

Elektroauto: Eine Branche vor der Zerreißprobe
Elektroauto
Eine Branche vor der Zerreißprobe

2019 wird ein spannendes Jahr für die Elektromobilität. Politik und Autoindustrie stehen in diesem Jahr vor Entwicklungen, die über die Zukunft bestimmen. Doch noch ist die Richtung unklar.
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. Softwarefehler Lime-Tretroller werfen Fahrer ab
  2. Hyundai Das Elektroauto soll automatisiert parken und laden
  3. Kalifornien Ab 2029 müssen Stadtbusse elektrisch fahren

Eden ISS: Raumfahrt-Salat für Antarktis-Bewohner
Eden ISS
Raumfahrt-Salat für Antarktis-Bewohner

Wer in der Antarktis überwintert, träumt irgendwann von frischem Grün. Bei der Station Neumayer III hat das DLR vor einem Jahr ein Gewächshaus in einem Container aufgestellt, in dem ein Forscher Salat und Gemüse angebaut hat. Das Projekt war ein Test für künftige Raumfahrtmissionen. Der verlief erfolgreich, aber nicht reibungslos.
Ein Interview von Werner Pluta

  1. Eden ISS DLR will Gewächshaus-Container am Südpol aus Bremen steuern
  2. Eu-Cropis DLR züchtet Tomaten im Weltall
  3. NGT Cargo Der Güterzug der Zukunft fährt 400 km/h

    •  /