Abo
  • Services:

Verschlüsselung: Die meisten Nutzer brauchen kein VPN

VPN-Anbieter werben aggressiv und preisen ihre Produkte als Allheilmittel in Sachen Sicherheit an. Doch im modernen Internet nützen sie wenig und bringen oft sogar Gefahren mit sich.

Eine Analyse von Hanno Böck veröffentlicht am
VPNs verschlüsseln - aber was eigentlich genau? Und brauchen Nutzer das? Unser Autor findet: Im Normalfall nicht.
VPNs verschlüsseln - aber was eigentlich genau? Und brauchen Nutzer das? Unser Autor findet: Im Normalfall nicht. (Bild: Naomi IBUKI, Wikimedia Commons/CC-BY 2.0)

"Schütze Dich im Internet vor Hackern und Überwachung", "Höchste Sicherheit und Verschlüsselung", "Bleib online sicher und anonym" - mit Werbeversprechen dieser Art versuchen Anbieter sogenannter Virtual Private Networks (VPNs) zu vermitteln, dass die Nutzung eines VPNs Sicherheit und Datenschutz von Nutzern erhöhen. Doch was macht ein VPN eigentlich genau - und wie sinnvoll ist die Nutzung im modernen Web überhaupt?

Inhalt:
  1. Verschlüsselung: Die meisten Nutzer brauchen kein VPN
  2. VPNs als Sicherheitsrisiko

Ein VPN stellt mittels einer Software einen üblicherweise verschlüsselten Kanal zwischen dem Nutzer und einem Server des Anbieters her. Alle Internetverbindungen des Nutzers werden anschließend durch diesen Kanal geleitet.

Was wird eigentlich verschlüsselt?

Daten zu verschlüsseln klingt gut, aber was wird hier eigentlich verschlüsselt? Ein VPN verschlüsselt Daten lediglich zwischen dem Nutzer und dem Server des VPN-Anbieters. Doch ein echter Schutz ist das nicht: Zwischen dem Server des VPN-Anbieters und dem Ziel können die Daten weiterhin mitgelesen werden, wenn sie nicht auf andere Weise geschützt sind.

Eine VPN-Verschlüsselung führt lediglich dazu, dass der mögliche Angriffspunkt verschoben wird. So können Datenverbindungen zwar nicht mehr durch Nachbarn im WLAN oder durch Mitarbeiter des Internetzugangsanbieters angegriffen werden, dafür aber beim VPN-Anbieter und bei dessen Internetzugangsdienstleister.

Stellenmarkt
  1. B. Strautmann & Söhne GmbH & Co. KG, Bad Laer
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung, Berlin

Eine vollständige Verschlüsselung zwischen Absender und Ziel einer Internetverbindung lässt sich nur realisieren, wenn diese Verschlüsselung zwischen Client und Server ausgehandelt wird. Genau das passiert heute auch meist: Die Mehrzahl der Webseiten wird über HTTPS mit einer TLS-Verschlüsselung ausgeliefert und ist damit vor mitlesenden Dritten und auch vor Manipulationen der Daten geschützt. Verbleibende Risiken kann man durch HSTS begegnen, was gewährleistet, dass unverschlüsselte HTTP-Verbindungen nicht mehr möglich sind.

Auch andere Internetprotokolle wie IMAP für E-Mails, Messenger oder sonstige Apps verschlüsseln ihren Datenverkehr heute üblicherweise mithilfe von TLS oder haben - Beispiel SSH - eigene Verschlüsselungstechnologien. Dieser Schutz gilt allerdings im Gegensatz zum VPN für den ganzen Weg einer Datenverbindung und ist damit klar die bessere Lösung. Ein VPN hat nur marginale Vorteile in Sachen Sicherheit - und diese Vorteile schwinden mit jeder Webseite, die auf HTTPS umstellt.

Metadaten werden zentralisiert

Was ist mit dem zweiten Versprechen, mit dem VPNs beworben werden - dem Datenschutz? Geht es nicht in erster Linie um den Schutz von Metadaten, insbesondere, wenn es um Massenüberwachung geht?

Auch hier kann man infrage stellen, ob ein VPN tatsächlich eine gute Lösung ist. Ein gewöhnlicher Internetnutzer wird im Normalfall unterschiedlichste Möglichkeiten nutzen, um sich mit dem Internet zu verbinden. Zuhause wählt er den Zugang über DSL oder einen Kabelanschluss, unterwegs das WLAN eines Cafés oder eine mobile Internetverbindung.

Ob ein VPN in Sachen Metadaten eher ein Vor- oder ein Nachteil ist, ist alles andere als eindeutig. Denn durch das VPN werden alle Datenverbindungen an einem Punkt zentralisiert. Ein Geheimdienst, der möglichst effizient Datenverkehr überwachen will, würde sich vermutlich strategisch im Netz in der Nähe von VPN-Zugangsknoten platzieren.

Ermittlungsbehörden erhalten angeblich nichtexistente Log-Daten

Fast alle VPN-Anbieter werben damit, dass sie selbst keine Logs vorhalten. Doch wie vertrauenswürdig sind diese Versprechen?

In einer ganzen Reihe von Fällen wurden Logs von VPN-Anbietern, die angeblich keine Daten loggen, in späteren Ermittlungsverfahren genutzt. 2011 wurde ein Mitglied der Hackergruppe Lulzsec mithilfe von Logs des VPN-Anbieters Hidemyass für einen Hack von Sony überführt. 2016 nutzten US-Ermittler Daten des Anbieters IPVanish in einem Fall von Kindesmissbrauch, 2017 überführte das FBI einen Cyberstalker - mithilfe von Logs des Anbieters PureVPN. PureVPN versuchte den Vorfall damit zu erklären, dass es verschiedene Arten von Logs gibt und sein Versprechen sich nur auf einen Teil der Logs bezog.

VPNs als Sicherheitsrisiko 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-15%) 12,74€
  2. 44,99€
  3. 8,99€
  4. 4,99€

bentol 20. Mär 2019 / Themenstart

Tor ist außerdem relativ langsam und wird von vielen Seiten geblockt.

deutscher_michel 19. Mär 2019 / Themenstart

ja wird - aktuell ist das aber nicht so, ausserdem kann vom Webserver nicht die IP...

deutscher_michel 19. Mär 2019 / Themenstart

Du hast dich extra angemeldet als jemanden zu bestätigen der VPN für eine unnütze...

deutscher_michel 19. Mär 2019 / Themenstart

Wir sind ziemlich viel im Ausland unterwegs und alleine fürs Nutzen des offenen Hotel...

SanderK 19. Mär 2019 / Themenstart

Richtig, war auch eher Überrascht. Das es sowas auch innerhalb der EU gibt oX

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Parrot Anafi Thermal angesehen

Die Anafi Thermal kann dank Wärmebildsensor Temperaturdaten von -10 bis 400° Celsius messen.

Parrot Anafi Thermal angesehen Video aufrufen
Orientierungshilfe: Wie Webseiten Nutzer tracken dürfen - und wie nicht
Orientierungshilfe
Wie Webseiten Nutzer tracken dürfen - und wie nicht

Für viele Anbieter dürfte es schwierig werden, ihre Nutzer wie bisher zu tracken. In monatelangen Beratungen haben die deutschen Datenschützer eine 25-seitige Orientierungshilfe zum DSGVO-konformen Tracking ausgearbeitet.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Cookie-Banner Deutsche Datenschützer spielen bei Nutzertracking auf Zeit
  2. Fossa EU erweitert Bug-Bounty-Programm für Open-Source-Software
  3. EU-Zertifizierung Neues Gesetz soll das Internet sicherer machen

Fitbit Versa Lite im Test: Eher smartes als sportliches Wearable
Fitbit Versa Lite im Test
Eher smartes als sportliches Wearable

Sieht fast aus wie eine Apple Watch, ist aber viel günstiger: Golem.de hat die Versa Lite von Fitbit ausprobiert. Neben den Sport- und Fitnessfunktionen haben uns besonders der Appstore und das Angebot an spaßigen und ernsthaften Anwendungen interessiert.
Von Peter Steinlechner

  1. Smartwatch Fitbit stellt Versa Lite für Einsteiger vor
  2. Inspire Fitbits neues Wearable gibt es nicht im Handel
  3. Charge 3 Fitbit stellt neuen Fitness-Tracker für 150 Euro vor

Echo Wall Clock im Test: Ach du liebe Zeit, Amazon!
Echo Wall Clock im Test
Ach du liebe Zeit, Amazon!

Die Echo Wall Clock hat fast keine Funktionen und die funktionieren auch noch schlecht: Amazons Wanduhr ist schon vielen US-Nutzern auf den Zeiger gegangen - im Test auch uns.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Amazon Echo Link und Echo Link Amp kommen mit Beschränkungen
  2. Echo Wall Clock Amazon verkauft die Alexa-Wanduhr wieder
  3. Echo Wall Clock Amazon stoppt Verkauf der Alexa-Wanduhr wegen Technikfehler

    •  /