Abo
  • Services:
Anzeige
Die Nachschlagephase von RC4 bei einem Alphabet der Größe eines Bytes.
Die Nachschlagephase von RC4 bei einem Alphabet der Größe eines Bytes. (Bild: Matt Crypto/Public Domain)

Verschlüsselung: Der lange Abschied von RC4

Die Nachschlagephase von RC4 bei einem Alphabet der Größe eines Bytes.
Die Nachschlagephase von RC4 bei einem Alphabet der Größe eines Bytes. (Bild: Matt Crypto/Public Domain)

Er ist angreifbar - und die NSA liest angeblich mit: Die Internet Engineering Taskforce hat den Einsatz des einst beliebtesten Verschlüsselungsalgorithmus RC4 untersagt. Doch Sicherheit lässt sich nicht einfach verordnen.
Von Hauke Gierow

Minimale Codebasis, einfache Implementierung und ein sehr geringer Ressourcenverbrauch in der Anwendung: Lange galt RC4 als beliebtester Verschlüsselungsalgorithmus - obwohl Sicherheitsforscher im Lauf der Jahre kritische Lücken fanden. Aber erst 2014 kam das Aus: Die Internet Engineering Task Force (IETF) verbot den Einsatz von RC4 für TLS-Verbindungen.

Anzeige

Vor wenigen Tagen haben Forscher erneut verbesserte Angriffe gegen RC4 veröffentlicht. Dennoch ist RC4 auf vielen Webseiten weiter im Einsatz, und der Abschied von dem unsicheren System vollzieht sich nur schleppend. Denn viele Webdienste fürchten Kompatibilitätsprobleme, wenn sie den Algorithmus einfach abschalten.

Verschlüsselung in Block und Strom

Außerdem befinden sich nach jahrelanger Nutzung RC4 und ähnliche veraltete Kryptostandards tief in vielen Programmbibliotheken. Der Algorithmus wurde 1987 von dem Mathematiker und Kryptologen Ron Rivest vorgestellt. RC4 steht wahlweise für Rivest Cipher oder Rons Code. Mit Hilfe eines deterministischen Pseudozufallszahlengenerators wird dabei aus einem vorliegenden Schlüssel ein Schlüsselstrom erzeugt. Der Schlüsselstrom wird dann mit Hilfe einer XOR-Verknüpfung mit dem zu verschlüsselnden Text verknüpft.

RC4 ist eine sogenannte Stromverschlüsselung. Im Unterschied zu Blockchiffren werden die zu verschlüsselnden Informationen Bit für Bit mit dem Schlüsselstrom zu einer Nachricht verschlüsselt. Aus diesem Grund eignen sich Stromchiffren vor allem für Anwendungsszenarien, die Echtzeit-Verschlüsselung verlangen. Sie sind schlicht schneller als Blockchiffren, bei denen immer erst der nächste Block mit Daten aufgefüllt werden muss, bevor die eigentliche Chiffrierung beginnen kann.

Die Zufallszahlen können berechenbar sein

Die Verschlüsselung arbeitet schnell und lässt sich ohne großen Aufwand implementieren - deshalb fand sie eine weite Verbreitung. Der Algorithmus war lange ein Geschäftsgeheimnis der Firma RSA Security, bis der Quellcode im Jahr 1994 auf einer Mailingliste auftauchte. Der Schöpfer des Codes bestätigte die Echtheit der geleakten Informationen später indirekt, indem er auf die Wikipedia-Seite zu dem Thema verlinkte. Dass RC4 unter dem Namen Arcfour (Alleged RC4) nun öffentlich verfügbar war, trug zur weiteren Verbreitung des Algorithmus bei.

RC4 hat jedoch ein grundlegendes Problem: Die Pseudozufallszahlen, die der Algorithmus als Basis für die Verschlüsselung benutzt, nehmen bestimmte Werte mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an. Mit RC4 verschlüsselter Text weist somit wiederkehrende Elemente auf. Für sich betrachtet, ist das zunächst kein großes Problem. Wenn ein Angreifer jedoch viele so verschlüsselte Dokumente zur Verfügung hat, kann er mittels stochastischer Analysen den Ausgangstext bestimmen.

Erste Angriffe stoppen die Verbreitung nicht 

eye home zur Startseite
crypt0 21. Jul 2015

Jap, meine Implementierungen sind reiner Java-Code, keine nativen Aufrufe etc. Github...

Dünnbier 18. Jul 2015

@tritratrulala Gute Algorithmen wie Twofish und Serpent werden ignoriert weil sie zu...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Paulmann Licht GmbH, Springe
  2. Feynsinn, Garching, Ingolstadt
  3. Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf
  4. ING-DiBa AG, Nürnberg


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 7,99€
  2. 199,99€ - Release 13.10.
  3. 42,49€

Folgen Sie uns
       


  1. Core i9-7980XE im Test

    Intel braucht 18 Kerne, um AMD zu schlagen

  2. Bundestagswahl 2017

    Ein Hoffnungsschimmer für die Netzpolitik

  3. iZugar

    220-Grad Fisheye-Objektiv für Micro Four Thirds vorgestellt

  4. PowerVR

    Chinesen kaufen Imagination Technologies

  5. Zukunftsreifen

    Michelin will schwammartiges Rad für fahrerlose Autos bauen

  6. Bundestagswahl 2017

    Union und SPD verlieren, Jamaika-Koalition rückt näher

  7. IFR

    Zahl der verkauften Haushaltsroboter steigt stark an

  8. FTTH

    CDU für Verkauf der Telekom-Aktien

  9. Konkurrenz

    Unitymedia gegen Bürgerprämie für Glasfaser

  10. Arduino MKR GSM und WAN

    Mikrocontroller-Boards überbrücken weite Funkstrecken



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
E-Paper-Tablet im Test: Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
E-Paper-Tablet im Test
Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
  1. Smartphone Yotaphone 3 kommt mit großem E-Paper-Display
  2. Display E-Ink-Hülle für das iPhone 7

Parkplatz-Erkennung: Bosch und Siemens scheitern mit Pilotprojekten
Parkplatz-Erkennung
Bosch und Siemens scheitern mit Pilotprojekten
  1. Community based Parking Mercedes S-Klasse liefert Daten für Boschs Parkplatzsuche

Optionsbleed: Apache-Webserver blutet
Optionsbleed
Apache-Webserver blutet
  1. Apache-Sicherheitslücke Optionsbleed bereits 2014 entdeckt und übersehen
  2. Open Source Projekt Oracle will Java EE abgeben

  1. Re: Bedrucken die das wirklich mit dem KB-Äquivalent?

    katamere | 10:03

  2. Re: Ich frag mich eh, warum sich die CDU in...

    emuuu | 10:03

  3. Nutzen von ECC?

    spambox | 10:03

  4. Re: So ein Quatsch - was ist das für ein Blödsinn

    ElBehaarto | 10:02

  5. Re: Gab es irgendjemanden

    oxybenzol | 10:00


  1. 09:01

  2. 07:52

  3. 07:33

  4. 07:25

  5. 07:17

  6. 19:04

  7. 15:18

  8. 13:34


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel