Verschlüsseltes Lavabit: US-Geheimdienst will Passwörter und HTTPS-Zertifikate

Der Chef von Lavabit macht Andeutungen, was die Geheimdienste wirklich von ihm wollten. Er sollte den verschlüsselten E-Mail-Dienst, den auch Edward Snowden nutzte, komplett für deren Zugriff öffnen.

Artikel veröffentlicht am ,
Ladar Levison
Ladar Levison (Bild: Ladar Levison)

Der Chef des verschlüsselten E-Mail-Dienstes Lavabit, Ladar Levison, sollte den US-Geheimdiensten offenbar die privaten Keys zur Kompromittierung der SSL-Verbindung geben, und den Code für die Passworteingabe der Nutzer so ändern, dass diese als Plain Text abgegriffen werden können. Das geht aus Andeutungen hervor, die Levison im Gespräch mit Arstechnica gemacht hat.

Noch vor zehn Jahren habe er gedacht, es sei völlig absurd zu glauben, dass die Regierung "eine Änderung im Quellcode oder unsere SSL-Keys fordert", so Levison. "Was ich vor kurzem erfahren habe, lässt mich denken, dass es nicht so eine verrückte Annahme war, wie ich dachte."

Levison sagte Golem.de: "Sie haben mich noch nicht verhaftet, aber etwas sagt mir, dass sie das wirklich gerne tun würden." Ihm droht eine Anklage, weil er einem Beschluss eines Geheimgerichts zur Herausgabe der Nutzerdaten nicht gefolgt ist. Levison ist durch Bundesgesetze untersagt, über die Auseinandersetzung mit den Strafverfolgungsbehörden zu sprechen.

Der E-Mail-Provider speicherte die Webmails der Nutzer verschlüsselt auf seinen Servern. Levison erklärte Anfang August, er habe die schwere Entscheidung getroffen, den Dienst sofort einzustellen, um sein Unternehmen nicht zum Komplizen des US-Geheimdienstes zu machen.

Edward Snowden hatte offenbar Lavabit verwendet: Der Whistleblower gab die Adresse edsnowden@lavabit.com auf dem Moskauer Scheremetjewo-Flughafen an. Levison betonte, dass das, was ihn zum Herunterfahren seines Dienstes bewogen hat, nicht nur die Forderung auf Zugriff auf die Daten einer Person war. Es sei um den Schutz der Privatsphäre all seiner Nutzer gegangen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Pitti 29. Aug 2013

Siehe dazu: https://anonymous-proxy-servers.net/forum/viewtopic.php?f=6&t=7026&view=previous

theWhip 28. Aug 2013

Und die ganze Nachrichten Journalie berichtet darüber als ob man sich nun in der Couch...

theWhip 28. Aug 2013

Was sind das für Institutionen in einer doch so angeblich freiheitsliebenden...

EvilSheep 28. Aug 2013

Es kommt zwar immer wieder vor, dass die Polizei auch gegen friedliche Demonstraten mit...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Whistleblower
Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
Artikel
  1. Schadstoffnorm 7: Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos
    Schadstoffnorm 7
    Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos

    Die neue Euronorm 7 legt nicht nur Grenzwerte für Bremsen- und Reifenabrieb fest, sondern auch Mindestanforderungen für Akkus.

  2. Ramjet: General Electric testet Hyperschalltriebwerk
    Ramjet
    General Electric testet Hyperschalltriebwerk

    Das Triebwerk soll Flüge mit Mach 5 ermöglichen.

  3. Elektroautos: Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie
    Elektroautos
    Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie

    Nach dem abrupten Aus der staatlichen Förderung springen erste Hersteller von Elektroautos ein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /