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Versandhändler: Neckermann.de stellt Insolvenzantrag

Der US-Investmentkonzern Sun Capital hat die Finanzierung von Neckermann.de gestoppt. Das Unternehmen, das das Kataloggeschäft aufgeben und ganz auf das Internet setzen wollte, ist damit insolvent.
/ Achim Sawall
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Hauptsitz der Versandhändlers (Bild: Neckermann)
Hauptsitz der Versandhändlers Bild: Neckermann

Neckermann.de hat am 18. Juli 2012 beim Amtsgericht Frankfurt einen Insolvenzantrag gestellt. Das gab der Versandhändler bekannt (PDF)(öffnet im neuen Fenster).

Einst stand der Slogan "Neckermann macht's möglich" für den langanhaltenden Wirtschaftsaufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg. Neckermann-Kataloge lagen bei vielen Familien. Im Oktober 2010 kaufte der US-Finanzinvestor Sun Capital Neckermann.de und investierte in den Online-Handel. Doch das Kataloggeschäft brach schneller als erwartet ein und schwächte die Online-Sparte. Ende April 2012 erklärte Neckermann.de eine beschleunigte E-Commerce-Ausrichtung und den Abbau von 1.380 Arbeitsplätzen.

Jetzt scheiterten Verhandlungen mit bestehenden und neuen Investoren. Verdi-Vertreter und Neckermann-Aufsichtsrats Wolfgang Thurner sagte, Sun Capital habe seine Finanzierungszusage in Höhe von 25 Millionen Euro für den Monat Juli zurückgezogen. Trotz langen Gesprächen "sei keine Lösung möglich, die insgesamt vom Gesellschafter mitgetragen wird", erklärte Neckermann.de. Man wolle das Unternehmen restrukturieren – mit dem Ziel einer weiteren E-Commerce-Ausrichtung.

Die Insolvenz trifft nach Gewerkschaftsangaben rund 2.000 Beschäftigte von Neckermann.de und der Tochter Neckermann Logistik. Das Kataloggeschäft sollte ganz aufgegeben werden – der Internethandel mache schon 80 Prozent des Umsatzes aus.

Verdi hatte schon im Mai 2012 die angekündigte Umstrukturierung und den Arbeitsplatzabbau scharf kritisiert(öffnet im neuen Fenster). Der Abbau im Logistik-Bereich "sei eine soziale Katastrophe", sagte Stefanie Nutzenberger, als Bundesvorstandsmitglied bei der Gewerkschaft für den Handel zuständig. Dies sei umso unverständlicher, weil die Logistik-Beschäftigten gerade erst einen internen Online-Preis erhalten hatten, nachdem die Arbeitszeiten in der Logistik vorbildlich entlang der Anforderungen des E-Commerce gestaltet worden waren.


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