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Verrückte Casemods: Doomslayer, Getränkebar oder lieber Stickstoffkühlung?

Computex 2025
Ausgefallene Kunst statt langweiliger Technik gibt es bei der Casemod-Ausstellung des RAM-Herstellers Gskill. Dieses Jahr wird es frostig.
/ Martin Böckmann
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Der Bar-PC vereint gekühlte Getränke mit leistungsfähiger Hardware. (Bild: Martin Böckmann/Golem.de)
Der Bar-PC vereint gekühlte Getränke mit leistungsfähiger Hardware. Bild: Martin Böckmann/Golem.de

Der Speicherhersteller Gskill hat auf der Computex 2025 neben der aktuellen Kollektion an Speichermedien und Peripheriegeräten auch einen Ausstellungsbereich für Casemods eingerichtet(öffnet im neuen Fenster) . Dort zeigen PC-Bastler und Künstler aus aller Welt, dass Computer auch zum Kunstobjekt werden können.

Der wohl größte und auffälligste PC erinnert uns an den Cocktailmixer Hector 9000. Während dieser jedoch nur mit einem Raspberry-Pi auskommen muss, ist im Bar-PC am Gskill-Stand Platz für ein ATX-Mainboard inklusive einer Custom-Wasserkühlung. Per Riser-Kabel ließe sich sogar eine Grafikkarte verbauen.

Im unteren Bereich ist ein Kühlschrank verbaut, in dem vier verschiedene Getränkesorten vorrätig sind. An Zapfvorrichtungen kann dann das Getränk der Wahl entnommen werden, während eine Förderanzeige inklusive Quietsche-Ente den Durchfluss anzeigt. Die verbaute Pumpe ist zwar langsam, ein kleiner Becher Cola war dennoch problemlos zu entnehmen.

Es wird kalt. Sehr kalt!

Statt der Getränke werden aber meistens die PCs selbst gekühlt. Während draußen vor dem Messegebäude 28 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit herrschen, bricht in einem der PCs die nächste Eiszeit herein. Flüssiger Stickstoff mit einer Temperatur von -196 Grad Celsius fließt durch kleine Kapillaren in den CPU-Kühler.

Theoretisch lässt sich die darunter liegende Arrow-Lake-CPU mit diesem System dauerhaft mit sehr hohen Taktfrequenzen betreiben. Das liegt daran, dass die Luft unter der Abdeckung vom gasförmigen Stickstoff verdrängt wird. Kondenswasser bildet sich daher nur am Rand, die Hardware selbst bleibt trocken.

Alltagstauglich ist der Rechner dadurch allerdings längst nicht. Pro Stunde fließen rund 13 Liter flüssiger Stickstoff durch das System. Je nach Nutzungsdauer ist dadurch mit Kosten zwischen 50 und 150 Euro pro Tag für den Stickstoff zu rechnen.

Hübsch und praktisch nutzbar

Für die tägliche Nutzung eignen sich eher Rechner, die trotz ausgefallener Optik im Stil eines Märchen-Cafés oder in Form eines Stachelrochens mit beweglichen Flossen auf einfache Luft- oder Wasserkühlung setzen und abseits der künstlerischen Darstellung mit Standardhardware bestückt sind.

Zu kaufen gibt es die ausgestellten Rechner in der Regel nicht. Die jeweiligen Ersteller der Rechner nutzen die Ausstellung aber zum Teil als Werbung für ihre Fähigkeiten und bekommen so Angebote für Auftragsarbeiten, sowohl von Privatpersonen als auch aus der Industrie, meist für Werbezwecke.


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