Thread und Matter gibt es auch in Open Source

Mit Openthread existiert bereits eine Open-Source-Umsetzung von Thread. Initiiert hat das Projekt Google mit dem Ziel, "die in Google-Nest-Produkten verwendete Netzwerktechnologie Entwicklern breiter zugänglich zu machen, um die Entwicklung von Produkten für vernetzte Heime und gewerbliche Gebäude zu beschleunigen". Die Website zum Projekt hält außerdem umfangreiche Informationen zu Hintergründen und zur Funktionsweise von Thread sowie die aktuelle API-Referenz bereit. Der Quellcode ist in einem Github-Repository öffentlich zugänglich.

Die Steuerkomponente Matter

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Ebenfalls öffentlich ist die Software Matter, die wie Thread in einem Github-Repo bereitsteht. Auch wenn Matter meist in einem Atemzug mit Thread genannt wird, versteht sich die Software auch auf weitere Techniken wie derzeit das drahtlose Netzwerk WLAN und den energieeffizienten Nahbereichsfunk Bluetooth BLE, der meist zur Initialisierung und Einrichtung einzelner Nodes genutzt wird.

Die Implementierung weiterer (Funk-)Standards ist denkbar. Johan Pedersen von Silabs hebt hervor: "Bei Matter geht es nicht um eine bestimmte drahtlose Technologie. Die Branche hat erkannt, dass es nicht das eine Werkzeug gibt, das für alle Zwecke geeignet ist. Man muss den ganzen Werkzeugkasten nutzen." Genau das sei der Grund, warum Matter über die einzelnen Drahtlostechnologien hinausgehe. "Es ist also zu erwarten, dass zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere drahtlose Technologien in den Mix aufgenommen werden."

Derzeit werden andere Smart-Home-Systeme noch über spezielle Gateways ins Matter-Netz eingebunden. Beispielsweise sind solche System-Übersetzer für das Z-Wave-System geplant, wie Mitchell Klein von der Z-Wave Alliance in einem Blogeintrag auf Linkedin beschreibt.

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Matter soll sich als der einheitliche Verbindungsstandard für das Smart Home etablieren. Herstellereigene Systeme wie Apple Homekit, Amazon Alexa oder Google Assistant sollen und können zum Teil bereits daran andocken. Anwenderinnen und Anwender sollen so später beliebige Geräte wie Glühlampen, Heizungs- und Rolladensteuerungen, Türschlösser, Temperatursensoren und viele mehr von beliebigen Herstellern in ein Netzwerk bringen und über eine App steuern.

"Unabhängig davon, ob Sie einen Google Home Assistant oder einen Amazon Echo in Ihrem Haus verwenden, werden Sie in der Lage sein, eine Glühbirne einfach mit einem dieser Systeme zu verbinden", erklärt Johan Pedersen. Er betont eine große Besonderheit dabei: "Wenn Sie mehrere Benutzer im Haus haben, von denen einer lieber das Google-System und der andere lieber das Amazon-System verwendet, dann können sie dank Matter genau das tun. Im selben Netzwerk werden alle Geräte mit allen Systemen zusammenarbeiten können, also interoperabel sein." Das hat bisher kein Smart-Home-Ökosystem geschafft.

Thread und Matter in der Praxis

Und wie sieht es in der Praxis aus? Die ersten mit Thread ausgestatteten Geräte sind bereits am Markt und die ersten Systeme verstehen sich auf Matter. Doch um die angestrebte Interoperabilität ist es noch eher schlecht bestellt. So testeten beispielsweise die Kollegen von Heise erste Systeme und stießen auf einige Hürden und fehlende Zusammenarbeit.

Das sei auch nicht weiter verwunderlich sei, betont auf Nachfrage Johan Pedersen von den Silabs: "Das Matter-Zertifizierungsprogramm befindet sich noch in der Entwicklung. Die Details sind bei der CSA zu finden. Das bedeutet aber, dass es derzeit noch keine kommerziellen Matter-zertifizierten Produkte gibt, weil das Zertifizierungsprogramm eben noch nicht abgeschlossen ist." Solange es keine zertifizierten Geräte gebe, werde auch die Interoperabilität und Kompatibilität der verschiedenen Geräte noch nicht gegeben sein: "Thread ist nur ein Transportmittel, genau wie die anderen drahtlosen Technologien. Aber Matter definiert die notwendigen Anweisungen, wie man kommuniziert, und weitere Details. Die genauen Spezifikationen werden noch finalisiert." Sind Spezifikationen und Zertifizierung fertig, soll das Matter-Zeichen sicherstellen, dass unterschiedlichste Geräte verschiedener Hersteller nahtlos und problemlos zusammenarbeiten.

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Einschätzungen zu Thread und Matter

In der Branche gibt es durchaus Optimismus, dass die Kombination von Thread und Matter wirklich den gewünschten Durchbruch bringt. Neben dem bereits erwähnten Mitchell Klein von der Z-Wave Alliance sieht auch der deutsche VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik großes Potenzial in Thread und Matter.

Alexander Matheus, Smart-Home-Experte im VDE-Prüf- und Zertifizierungsinstitut in Offenbach, kennt die Probleme der Lösungsvielfalt im Smart Home bestens. Er sagt: "Mit diesen neuen Standards könnte die Interoperabilität wirklich einen neuen Schritt machen." Er schränkt zwar ein, dass er, weil beides erst angekündigt sei, noch keine großen Aussagen machen könne. Aber: "Thread als Verbindungstechnik kann wirklich neue Wege gehen - und vor allem auch Matter, mit dem verschiedenste Technologien miteinander verbunden werden können. Zur Interoperabilität kann es wirklich sehr viel beitragen."

Den Beweis müssten die Systeme erbringen, wenn es genug Geräte gebe und man auch mehrere dieser Geräte und Ökosysteme miteinander verbinden könne. Alexander Matheus warnt allerdings auch vor Gefahren, die vor allem europäischen Herstellern drohen könnten: "Es gibt eben einige Firmen, die bisher nicht bei diesen Systemen mitmachen. Ich hoffe, dass die den Anschluss nicht verlieren."

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 Vernetzung im Smart Home: Alles eins mit Thread und Matter
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tyraenor 22. Sep 2021 / Themenstart

Da hast du wohl was falsch verstanden... Das ist nicht das, worum es hier geht. Thread...

tyraenor 22. Sep 2021 / Themenstart

Viele Geräte die jetzt schon Zigbee oder Bluetooth können, haben bereits Hardware...

tyraenor 22. Sep 2021 / Themenstart

Das genaue Gegenteil ist der Fall. Matter ermöglicht auch kleinen Herstellern, die eben...

mfeldt 20. Sep 2021 / Themenstart

Hätte man so was im letzten Jahrhundert in einem SciFi-Streifen vorgeführt, wären die...

captain_spaulding 13. Sep 2021 / Themenstart

Was findest du an KNX teuer? Wahrscheinlich die Software? Die Hardware ist ja eher billig.

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