Abo
  • Services:
Anzeige
Dieses neue Verkehrszeichen soll die Lokalisierung autonomer Autos erleichtern.
Dieses neue Verkehrszeichen soll die Lokalisierung autonomer Autos erleichtern. (Bild: bast)

Vernetztes Fahren: Die Pseudo-Tests auf der Autobahn 9

Dieses neue Verkehrszeichen soll die Lokalisierung autonomer Autos erleichtern.
Dieses neue Verkehrszeichen soll die Lokalisierung autonomer Autos erleichtern. (Bild: bast)

Vodafone, Huawei und Bosch testen auf der A9 die direkte Kommunikation zwischen Autos per LTE. Eine angebliche Nutzung scheitert jedoch an einer wichtigen Voraussetzung und zeigt generelle Probleme mit dem Konzept.
Von Friedhelm Greis

Was selbst die neuesten Smartphones nicht können, soll demnächst mit Autos möglich sein: eine direkte Kommunikation untereinander über Mobilfunk, ohne eine Basisstation dafür nutzen zu müssen. Der Mobilfunkkonzern Vodafone, der Telekomausrüster Huawei und der Automobilzulieferer Bosch testen derzeit den Funkstandard LTE-V2X auf der Autobahn 9. Doch das angebliche "Echtzeit-Warnsystem beim Spurwechsel auf der Autobahn" kann derzeit nicht sinnvoll funktionieren. Auch langfristig hat das Konzept prinzipielle Schwächen.

Anzeige

Politik, Autohersteller und Telekommunikationsfirmen versprechen sich sehr viel von den vernetzten Autos der Zukunft. Durch die direkte Kommunikation untereinander, per WLAN oder Mobilfunk, sollen Unfälle verhindert werden. Die Fahrzeuge sollen sich nahezu in Echtzeit über gefährliche Situationen wie ein Stauende auf der Autobahn informieren. So heißt es in der Pressemitteilung von Bosch: "Nähert sich beim Spurwechsel ein Auto mit hoher Geschwindigkeit von hinten, so dass es zum Unfall kommen kann, erhält der Fahrer eine Warnung." Das klingt auf den ersten Blick überzeugend, doch dafür braucht es eine entscheidende Voraussetzung: Beide Fahrzeuge müssen sehr genau wissen, wo sie sich in diesem Augenblick befinden.

Autos können sich nicht selbst lokalisieren

Anders als bei einer Spurwechselwarnung, die auf einem bordeigenen Sensorsystem basiert, funktioniert dies bei vernetzten Autos nur mit Hilfe einer präzisen Eigenlokalisierung. Gerade auf einer dreispurigen oder bei Bedarf sogar vierspurigen Autobahn wie der A 9 zwischen München und Nürnberg bringt es wenig, wenn ein Auto auf der rechten Fahrbahn davor gewarnt wird, dass sich auf der linken Fahrbahn ein schnelles Fahrzeug nähert. Im Gegenteil. Das dürfte eher die Fahrer verwirren. Damit eine solche Funktion sinnvoll ist, müssen die Autos exakt die Spur und die Höhe auf der Autobahn lokalisieren können.

Ein Sprecher von Bosch räumte auf Anfrage von Golem.de ein, dass dies noch nicht der Fall sei. Bei den ersten Tests werde zunächst eine "relativ grobe Lokalisierung" verwendet. Es solle zunächst getestet werden, ob man mit LTE-V2X überhaupt Nachrichten übermitteln könne. Bei einem möglichen Produkt für den Markt müsse jedoch eine bessere Lokalisierung erzielt werden. Mit anderen Worten: Die Autos könnten sich derzeit genauso gut mitteilen, ob der Fahrer das Radio oder die Sitzheizung einschaltet. Das würde den Testzweck genauso erfüllen.

Nur eine Ergänzung für bordeigene Sensorik

Dabei ist es aber alles andere als trivial, Fahrzeuge genau auf der Fahrbahn zu verorten. Dazu braucht es die entsprechenden Sensorsysteme und eine hochpräzise Karte. Das bedeutet: Fahrzeuge, die dazu in der Lage sind, sollten auch den Verkehr um sich herum mit Sensoren erfassen können. Ohnehin sollte man davon ausgehen, dass hochautomatisierte Autos mit Autobahnpilot nur dann zugelassen werden, wenn sie auf Basis ihrer Sensordaten sicher überholen und die Spur wechseln können. Ein Notbremssystem ist selbstverständlich. Ebenfalls sollten sie in der Lage sein, auf einen unerwartet ausscherenden Vordermann zu reagieren.

Eine solche Warnfunktion über vernetzte Fahrzeuge hängt hingegen von mehreren Voraussetzungen ab: Beide Autos müssen sich präzise lokalisieren können, so dass auf Basis dieser Daten die relative Position untereinander ermittelt werden kann. Zudem müssen sie eine direkte Kommunikation untereinander aufgebaut haben. Selbst wenn beides der Fall ist, ist es sehr kritisch zu sehen, nur auf Grundlage eines einzigen externen Signals in die Längs- und Querführung eines Fahrzeugs einzugreifen. Anders sieht es aus, wenn gleich mehrere Fahrzeuge einen Stau melden sollten.

Nicht umsonst setzen die Hersteller bei ihren Sensorsystemen auf Redundanz und gegenseitige Plausibilitätsprüfung. Auch Bosch räumte ein, dass eine solche Spurwechselwarnung eher als Ergänzung von Assistenzsystemen zu sehen ist, die auf Basis der Fahrzeugsensorik arbeiten. Zudem könne eine solche Information zur zusätzlichen Plausibilisierung dienen.

Großes Bohei um kurze Latenzzeiten 

eye home zur Startseite
Neuro-Chef 15. Mär 2017

Das Argument passt, man könnte auch z.B. über Steuern leichte Autos gegenüber schweren...

kaemmi 14. Mär 2017

Ich sehe in dem im Artikel beschriebenen Szenarios auch mehr Probleme als Lösungen...

DerVerklagtEuch... 14. Mär 2017

--> Galileo

DerVerklagtEuch... 14. Mär 2017

versteh' ich nicht, ich erinner mich an: Ich meine, eine Straße - oder eine Spur davon...

PiranhA 14. Mär 2017

Wenn 500m vor mir das vorherige Auto Glatteis erkennt, weil dem sein ABS anschlägt und...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bechtle Onsite Services GmbH, Rheinmünster
  2. Rodenstock GmbH, München
  3. ING-DiBa AG, Nürnberg
  4. Allianz Deutschland AG, München, Stuttgart


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 12,99€
  2. 9,99€
  3. ab 54,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Datenbank

    Microsofts privater Bugtracker ist 2013 gehackt worden

  2. Windows 10

    Fall Creators Update wird von Microsoft offiziell verteilt

  3. Robert Bigelow

    Aufblasbare Raumstation um den Mond soll 2022 starten

  4. Axon M

    ZTE stellt Smartphone mit zwei klappbaren Displays vor

  5. Fortnite Battle Royale

    Epic Games verklagt Cheater auf 150.000 US-Dollar

  6. Microsoft

    Das Surface Book 2 kommt in zwei Größen

  7. Tichome Mini im Hands On

    Google-Home-Konkurrenz startet für 82 Euro

  8. Düsseldorf

    Telekom greift Glasfaserausbau von Vodafone an

  9. Microsoft

    Neue Firmware für Xbox One bietet mehr Übersicht

  10. Infrastrukturabgabe

    Kleinere deutsche Kabelnetzbetreiber wollen Geld von Netflix



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Cybercrime: Neun Jahre Jagd auf Bayrob
Cybercrime
Neun Jahre Jagd auf Bayrob
  1. Antivirus Symantec will keine Code-Reviews durch Regierungen mehr
  2. Verschlüsselung Google schmeißt Symantec aus Chrome raus
  3. Übernahme Digicert kauft Zertifikatssparte von Symantec

Passwortmanager im Vergleich: Das letzte Passwort, das du dir jemals merken musst
Passwortmanager im Vergleich
Das letzte Passwort, das du dir jemals merken musst
  1. 30.000 US-Dollar Schaden Admin wegen Sabotage nach Kündigung verurteilt
  2. Cyno Sure Prime Passwortcracker nehmen Troy Hunts Hashes auseinander
  3. Passwortmanager Lastpass ab sofort doppelt so teuer

APFS in High Sierra 10.13 im Test: Apple hat die MacOS-Dateisystem-Werkzeuge vergessen
APFS in High Sierra 10.13 im Test
Apple hat die MacOS-Dateisystem-Werkzeuge vergessen
  1. MacOS 10.13 Apple gibt High Sierra frei
  2. MacOS 10.13 High Sierra Wer eine SSD hat, muss auf APFS umstellen

  1. Re: Update-Politik

    Slurpee | 22:33

  2. Re: Klingt bekannt

    DerDy | 22:32

  3. Re: Scharnier

    stiGGG | 22:31

  4. Re: "In Süddeutschland ist die Integration...

    Vollhorst | 22:28

  5. Re: KEINE OneDrive Files On-Demand-Unterstützung :-/

    johnny | 22:28


  1. 21:08

  2. 19:00

  3. 18:32

  4. 17:48

  5. 17:30

  6. 17:15

  7. 17:00

  8. 16:37


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel