• IT-Karriere:
  • Services:

Vernetztes Fahren: ADAC fordert Ausschaltknopf für Datentransfers

Nach der Analyse von BMW-Modellen zeigt sich der ADAC besorgt über die Datenerfassung und -kommunikation von Autos. Die große Koalition fordert ebenfalls die Autonomie der Autofahrer, aber mit Einschränkungen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die vernetzten i3 von BMW werden inzwischen sogar von der Polizei eingesetzt.
Die vernetzten i3 von BMW werden inzwischen sogar von der Polizei eingesetzt. (Bild: BMW)

In der Debatte um die Datenübertragung vernetzter Autos fordert der Automobilclub ADAC eine möglichst große Autonomie der Autofahrer. "Bis auf die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Datenverwendung muss der Fahrzeugbesitzer die Datenverarbeitung und -weiterleitung unkompliziert abschalten können, soweit diese nicht zwingend für den Betrieb erforderlich ist", heißt es in einer 13-seitigen ADAC-Studie, die Golem.de vorliegt. Der Automobilclub hatte am Beispiel von zwei BMW-Modellen getestet, welche Daten in aktuellen Autos erhoben, gespeichert und gesendet werden.

Inhalt:
  1. Vernetztes Fahren: ADAC fordert Ausschaltknopf für Datentransfers
  2. Assistenzsysteme könnten verpflichtend werden

Für die Studie untersuchte der ADAC einen BMW 320d sowie einen i3. Dabei fielen den Testern beim 320d zahlreiche gespeicherte Daten auf, "deren Verwendung mit dem Hersteller diskutiert werden sollte, im Interesse des Verbraucherschutzes". Dazu zählten unter anderem die Maximaldrehzahl des Motors mit jeweiligem Kilometerstand, die Zahl der Verstellvorgänge des elektrischen Fahrersitzes, die Anzahl der eingelegten Medien des CD-/DVD-Laufwerks sowie die Zahl der elektromotorischen Gurtstraffungen beispielsweise nach starken Bremsvorgängen. Nach Ansicht der Tester erlauben mehrere der "auffälligen" Daten einen Rückschluss auf den Fahrstil des Fahrers.

Daten könnten gegen Fahrer eingesetzt werden

Beim i3 stellte der ADAC fest, dass die Autos nach jedem Ausschalten der Zündung und dem Absperren des Fahrzeuges einen sogenannten Last State Call an BMW übermitteln. Darin finden sich unter anderem der Inhalt des Fehlerspeichers, die Orte, an denen in andere Verkehrsmittel wie Bus und Bahn umgestiegen wurde, die Position der 16 zuvor benutzten Ladestationen sowie zahlreiche weitere Daten über Ladevorgänge. Die rund 100 letzten Abstellpositionen des Fahrzeuges ließen sich aus dem Steuergerät auslesen.

Problematisch könnten für den Autobesitzer dabei die Daten des Fehlerspeichers sein. Dessen Inhalte würden über einen Connected-Drive-Dienst zum BMW-Backend übertragen, um eine Ferndiagnose des Fahrzeugs zu ermöglichen. "Je nach gespeichertem Fehler wird damit auch ein nicht ordnungsgemäßer Umgang des Fahrers mit dem Fahrzeug dokumentiert", schreibt der ADAC. Beispielsweise bei zu hoher Motortemperatur oder Drehzahl.

Auto-Daten-Liste für jedes Modell

Stellenmarkt
  1. Kreis Segeberg, Segeberg
  2. SySS GmbH, Tübingen

Der ADAC monierte in der Studie, dass es außerhalb der Fahrzeugindustrie fast kein Wissen darüber gebe, welche Daten in Autos erzeugt, verarbeitet, gespeichert und gesendet würden. Die vorgenommene Untersuchung sollte daher erste Erkenntnisse dazu gewinnen. Eine vollständige Analyse aller Steuergeräte eines Fahrzeugs sei mit dem vorgegebenden Budget jedoch nicht möglich gewesen "und würde nach jetziger Einschätzung mehrere Mann-Jahre Aufwand erfordern".

Als Konsequenz aus der Studie fordert der Automobilclub, dass Automobilhersteller für jedes Modell eine Auflistung aller im Fahrzeug erhobenen, verarbeiteten, gespeicherten und extern übermittelten Daten öffentlich anbieten müssten. Diese "Auto-Daten-Liste" müsse für den Verbraucher mit vertretbarem Aufwand einsehbar sein. Zudem müssten Fahrzeugbesitzer, freie Werkstätten und Pannenhelfer freien Lesezugang zu allen Daten im Fahrzeug haben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Assistenzsysteme könnten verpflichtend werden 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,58€
  2. (-75%) 4,99€
  3. (-40%) 23,99€

Anonymer Nutzer 26. Feb 2016

Exakt! Ein gutes Beispiel ist der ach so tolle V10 aus dem BMW M5 und M6, der sich dann...

Eheran 25. Feb 2016

So ist es aktuell...? Dann wäre es nicht mehr so? Wofür oder wogegen argumentierst du?

Captain 25. Feb 2016

Genau das meine ich, BMW hat immer recht, weil sie die Datenhoheit haben... wohlgemerkt...

AllDayPiano 25. Feb 2016

@Chefin: Das Beispiel mit den Waffen hingt aber, da die Sanktionen hier ganz klar...

User_x 24. Feb 2016

kann ja auch nen alter ford mustang sein. darauf hätte ich sogar mehr bock als nen...


Folgen Sie uns
       


Microsoft Surface Laptop 3 (15 Zoll) - Hands on

Der Surface Laptop 3 ist eine kleine, aber feine Verbesserung zum Vorgänger. Er bekommt ein größeres Trackpad, eine bessere Tastatur und ein größeres 15-Zoll-Display. Es bleiben die wenigen Anschlüsse.

Microsoft Surface Laptop 3 (15 Zoll) - Hands on Video aufrufen
Mr. Robot rezensiert: Domo Arigato, Mr. Robot!
Mr. Robot rezensiert
Domo Arigato, Mr. Robot!

Wie im Achtziger-Klassiker Mr. Roboto von Styx hat auch Elliot in Mr. Robot Geheimnisse. Die Dramaserie um den Hacker ist nicht nur wegen Rami Malek grandios. Sie hat einen ganz eigenen beeindruckenden visuellen Stil und zeigt Hacking, wie es wirklich ist. Wir blicken nach dem Serienfinale zurück.
Eine Rezension von Oliver Nickel und Moritz Tremmel

  1. Openideo-Wettbewerb Die fünf besten Hacker-Symbolbilder sind ausgewählt
  2. Cyberangriffe Attribution ist wie ein Indizienprozess
  3. Double Dragon APT41 soll für Staat und eigenen Geldbeutel hacken

Concept One ausprobiert: Oneplus lässt die Kameras verschwinden
Concept One ausprobiert
Oneplus lässt die Kameras verschwinden

CES 2020 Oneplus hat sein erstes Konzept-Smartphone vorgestellt. Dessen einziger Zweck es ist, die neue ausblendbare Kamera zu zeigen.
Von Tobias Költzsch

  1. Bluetooth LE Audio Neuer Standard spielt parallel auf mehreren Geräten
  2. Streaming Amazon bringt Fire TV ins Auto
  3. Thinkpad X1 Fold im Hands-off Ein Blick auf Lenovos pfiffiges Falt-Tablet

Europäische Netzpolitik: Die Rückkehr des Axel Voss
Europäische Netzpolitik
Die Rückkehr des Axel Voss

Elektronische Beweismittel, Nutzertracking, Terrorinhalte: In der EU stehen in diesem Jahr wichtige netzpolitische Entscheidungen an. Auch Axel Voss will wieder mitmischen. Und wird Ursula von der Leyen mit dem "Digitale-Dienste-Gesetz" wieder zu "Zensursula"?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Mitgliederentscheid Netzpolitikerin Esken wird SPD-Chefin
  2. Nach schwerer Krankheit FDP-Netzpolitiker Jimmy Schulz gestorben

    •  /