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Vernetzte Yachten: Auch schwimmende IoT-Systeme sind nicht sicher

Troopers 2018
Ein Hersteller von Yacht-Vernetzungssystemen hat offenbar nicht auf die Sicherheit geachtet. So wurden Konfigurationsdateien mit Passwörtern über eine unverschlüsselte FTP -Verbindung übertragen.
/ Hauke Gierow
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Eine Yacht (Symbolbild) (Bild: Mohamed El-Sahed/AFP/Getty Images)
Eine Yacht (Symbolbild) Bild: Mohamed El-Sahed/AFP/Getty Images

Moderne Luxusyachten haben zahlreiche Sensoren, Multimediasysteme und andere vernetzte Komponenten. Leider sind diese in vielen Fällen ebenso wenig gesichert wie Kameras, Kaffeemaschinen oder smarte Toaster, wie der Sicherheitsforscher Stephan Gerling auf der Troopers in Heidelberg sagte. Gerling arbeitet für die Sicherheitsfirma Rosen Group, seinen Vortrag hielt er auch auf Kasperskys Hausmesse Security Analyst Summit(öffnet im neuen Fenster) in Cancun.

Die Systeme der modernen Yachten können in vielen Fällen über Tablet- oder Smartphone-Apps gesteuert werden. Dabei gibt es jedoch Probleme. So fand Gerling heraus, dass eine der Apps eine XML-Datei mit der gesamten Routerkonfiguration unverschlüsselt über eine ungesicherte FTP-Verbindung herunterlud. In der XML-Datei waren neben der SSID des Yacht-WLANs auch das Passwort gespeichert. Angreifer könnten eine solche Verbindung mit sehr einfachen Mitteln abhören.

Nachdem Gerling dem Hersteller die Probleme gemeldet hatte, änderte diese das Übertragungsprotokoll auf SSH und entwickelte neue Firmware. Das unsichere Standardkennwort "12345678" wurde allerdings nur durch eine etwas komplizierte Variante ersetzt. Verständnis für sichere Softwareentwicklung sieht anders aus.

Zahlreiche weitere Steuerungssysteme

Neben den Medienkomponenten enthalten die Schiffe natürlich auch Geräte zur Steuerung (Vessel Traffic Service, VTS), GPS-Empfänger, und Komponenten zur Motorsteuerung. Diese Geräte werden alle über den National-Marine-Electronics-Association-Standard (NMEA) angesprochen, der Ähnlichkeiten zum CAN-Bus im Auto hat. In vielen Schiffen sind die NMEA-Geräte über ein Gateway mit der normalen Internetanbindung des Schiffes verbunden und könnten so zum Ziel für Angreifer werden.

Für Käufer solcher meist sehr teuren Schiffe sind die verbaute Elektronik und die dahinter liegenden Lösungen meist nicht transparent.


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