Abo
  • Services:

Vernetzte Stromzähler: Bundesrat fordert Widerspruchsrecht für Kleinverbraucher

Der Bundesrat stellt sich gegen die Pläne der Bundesregierung. Für Anschlüsse mit einem Stromverbrauch von weniger als 6.000 Kilowattstunden im Jahr soll es keine Einbaupflicht für vernetzte Stromzähler geben.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein sogenanntes Smart Meter Gateway für ein intelligentes Strommesssystem
Ein sogenanntes Smart Meter Gateway für ein intelligentes Strommesssystem (Bild: Dr. Neuhaus)

Wer weniger als 6.000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht, soll künftig dem Einbau eines vernetzten Stromzählers widersprechen können. Dafür hat sich am Freitag in Berlin der Bundesrat in einer Stellungnahme ausgesprochen. Verbraucherschützer kritisieren die von der Bundesregierung geplanten Regelungen seit langem und verweisen auf mangelnden Datenschutz und zu hohe Kosten.

Stellenmarkt
  1. Joyson Safety Systems Aschaffenburg GmbH, Berlin, Aschaffenburg
  2. Securiton GmbH IPS Intelligent Video Analytics, München

In seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur "Digitalisierung der Energiewende" will der Bundesrat die Verbraucherrechte beim Einbau sogenannter intelligenter Strommesssysteme (Smart Meter Gateways) stärken. Gegen den verpflichtenden Einbau von elektronischen Stromzählern, den "modernen Messeinrichtungen", hat der Bundesrat nichts einzuwenden. Diese sollen weiterhin in allen Haushalten bis 2032 eingebaut werden.

Unklarer Nutzen für Verbraucher

Ausnahmen soll es hingegen bei den "intelligenten Messsystemen" geben. In der Stellungnahme wird folgende Ergänzung zum Gesetzentwurf vorgeschlagen: "Bei Inanspruchnahme des Widerspruchrechts durch den Anschlussnutzer darf der entsprechende Zählpunkt nicht mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet werden. Die Möglichkeit des Einbaus einer modernen Messeinrichtung bleibt davon unberührt. Der Messstellenbetreiber hat den Anschlussnutzer mit angemessener Frist vor Einbau eines intelligenten Messsystems in Textform über dessen Widerspruchsrecht sowie die sich daraus ergebenden Folgen aufzuklären".

Zur Begründung heißt es: "Angesichts der dabei teilweise entstehenden zusätzlichen Kosten für den Anschlussnutzer und der unklaren Einsparpotenziale durch Installation eines intelligenten Messsystems auf Ebene der privaten Haushalte soll ein Widerspruchsrecht für den Anschlussnutzer bzgl. des optionalen Einbaus eines intelligenten Messsystems eingeführt werden."

Zudem sollen die Kleinverbraucher das Recht erhalten, die Einbindung ihres Messsystems in ein Kommunikationsnetz abzulehnen. Zur Begründung heißt es: "Das Opt-Out-Angebot ist ein Entgegenkommen gegenüber den berechtigten Bedenken der Verbraucher, die heute Vor- und Nachteile - insbesondere die Risiken im Umgang mit den persönlichen Daten - noch nicht abschätzen können und zunächst zurückhaltend mit der Kommunikation ihrer Energieverbrauchsdaten umgehen wollen. Demgegenüber stehen die Interessen ebenfalls der Verbraucher an einen bezahlbaren Rollout unter gerechter Lastenverteilung."

Ob die intelligenten Zähler einen Vorteil bringen, ist umstritten

Die vernetzten Stromzähler werden von Verbraucherschützern kritisiert, weil sie detaillierte Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten der Nutzer ermöglichen würden. Doch nicht alle Kritikpunkte der Verbraucherschützer treffen tatsächlich zu.

Generell gegen den Einbau solcher Geräte ist aber auch die Verbraucherzentrale Bundesverband nicht. Deren Geschäftsführer Klaus Müller sagte bei der Vorstellung einer Studie zu dem Thema: "Aus Verbraucherschutzsicht gibt es viele gute Gründe, zu sagen: Lasst uns Ja sagen zu einem technischen Schub nach vorne, lasst uns Ja sagen zu Innovationen, wenn der Verbraucher nicht der Dumme ist, der es nachher bezahlt". Doch bislang seien die Vorteile der neuen Technologie noch nicht ersichtlich. Ob Verbraucher durch den Einbau der Geräte wirklich nennenswert Stromkosten einsparen können, ist umstritten. Außerdem fehlen nach wie vor einheitliche Standards für Haushaltsgeräte, die sich an die Smart Meter Gateways anschließen lassen - und so die Einsparungen erst ermöglichen würden. Ob sich die Bundesregierung und der Bundestag den Forderungen der Länderkammer anschließen, ist bislang unklar.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 349€

AllDayPiano 21. Dez 2015

Das könnte er durchaus machen. Schmeckt der Kuchen dann aber noch, wenn er ausgleichend...

digitalkeeper 20. Dez 2015

...über irgendeine "Intelligente" Stromverbindung Zugriff auf meine Daten, meine...

Holydpower 20. Dez 2015

In so Hohlwanddosen ist ne menge Platz für so eine elektronik sinnvoller wäre es im...

crazypsycho 19. Dez 2015

Der Anbieter schlägt nur einen Abschlag vor. Akzeptieren muss man das nicht und kann ihn...

wire-less 19. Dez 2015

Das macht nur bei Spezialanwendungen Sinn. Ich kenne z.B. eine Firma mit Kühlhaus. Da...


Folgen Sie uns
       


Microsoft Adaptive Controller - Hands on

Im Rahmen der Build 2018 konnten wir den Adaptive Controller von Microsoft ausprobieren, ein Hardware-Experiment, das Menschen mit Einschränkungen das Spielen ermöglicht.

Microsoft Adaptive Controller - Hands on Video aufrufen
Highend-PC-Streaming: Man kann sogar die Grafikkarte deaktivieren
Highend-PC-Streaming
Man kann sogar die Grafikkarte deaktivieren

Geforce GTX 1080, 12 GByte RAM und ein Xeon-Prozessor: Ab 30 Euro im Monat bietet ein Startup einen vollwertigen Windows-10-Rechner im Stream. Der Zugriff auf Daten, Anwendungen und Games soll auch unterwegs mit dem Smartphone funktionieren.
Von Peter Steinlechner

  1. Golem.de-Livestream Halbgott oder Despot?
  2. Rundfunk Medienanstalten wollen Bild Livestreaming-Formate untersagen
  3. Illegale Kopien Deutsche Nutzer pfeifen weiter auf das Urheberrecht

Ryzen 5 2600X im Test: AMDs Desktop-Allrounder
Ryzen 5 2600X im Test
AMDs Desktop-Allrounder

Der Ryzen 5 2600X ist eine der besten sechskernigen CPUs am Markt. Für gut 200 Euro liefert er die gleiche Leistung wie der Core i5-8600K. Der AMD-Chip hat klare Vorteile bei Anwendungen, das Intel-Modell in Spielen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Golem.de-Livestream Wie gut ist AMDs Ryzen 2000?
  2. RAM-Overclocking getestet Auch Ryzen 2000 profitiert von schnellem Speicher
  3. Ryzen 2400GE/2200GE AMD veröffentlicht sparsame 35-Watt-APUs

Black-Hoodie-Training: Einmal nicht Alien sein, das ist toll!
Black-Hoodie-Training
"Einmal nicht Alien sein, das ist toll!"

Um mehr Kolleginnen im IT-Security-Umfeld zu bekommen, hat die Hackerin Marion Marschalek ein Reverse-Engineering-Training nur für Frauen konzipiert. Die Veranstaltung platzt inzwischen aus allen Nähten.
Von Hauke Gierow

  1. Ryzenfall CTS Labs rechtfertigt sich für seine Disclosure-Strategie
  2. Starcraft Remastered Warum Blizzard einen Buffer Overflow emuliert

    •  /