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Vernetzte Haushaltsgeräte: Nunc kombiniert Siebträger mit KI und NFC-Steuerung

Die smarte Kaffeemaschine Nunc will Barista-Qualität automatisieren. Dafür nutzt das System NFC-Chips, Sensoren und Daten aus der Cloud.
/ Nils Matthiesen
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KI-Siebträger verspricht perfekten Espresso (Bild: Nunc)
KI-Siebträger verspricht perfekten Espresso Bild: Nunc

Das Konstanzer Start-up Nunc(öffnet im neuen Fenster) hat eine Kaffeemaschine entwickelt, die den Bedienkomfort von Kapselsystemen mit der Qualität professioneller Siebträgermaschinen vereinen soll. Das Gründertrio um Dominik Maier, Dr. Marius Kütemeyer und Markus Unger setzt dabei auf eine Kombination aus Mahlwerk und Brühgruppe, bei der sämtliche Parameter des Brühprozesses automatisiert ablaufen. Ziel ist es, den sogenannten Genussgraben zwischen einfachem Filterkaffee und komplexen Siebträger-Set-ups zu schließen.

Sensoren und Cloudanbindung steuern Brühvorgang

Kern der Technologie ist ein lernendes System, das auf der Analyse von mehr als 250.000 Brühvorgängen basiert. Die Maschine erfasst während der Zubereitung Tausende Datenpunkte, darunter Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Wasserdruck. Diese Informationen werden anonymisiert über eine Cloud verarbeitet, um das System kontinuierlich zu optimieren. Die Steuerung der Parameter erfolgt weitgehend ohne Nutzereingriff. So werden der Mahlgrad, die Kaffeemenge sowie der Druck und die Wassertemperatur automatisch an die jeweilige Bohne angepasst.

Extern wird das Gerät oft als "Thermomix für Kaffee" bezeichnet. Gründer Maier sagte der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster), dass dieser Vergleich das Team ehre, da die Küchenmaschine von Vorwerk vielen Menschen den Alltag erleichtere. Damit die Maschine die optimalen Einstellungen wählt, kommen NFC-Chips zum Einsatz. Die hauseigenen Kaffeebohnen befinden sich in Dosen, die beim Einsetzen von der Maschine erkannt werden. Das System identifiziert so Sorte, Röstgrad und Alter der Bohnen. Für Drittanbieter-Bohnen wurde das System Anybeans implementiert. Hierbei scannt der Nutzer das Etikett der Bohnenpackung, um die notwendigen Daten in das System zu übertragen.

Präzision durch manuelles Tamping und Schweizer Fertigung

Trotz der weitgehenden Automatisierung behält das System bewusste manuelle Schritte bei. So erfolgt das Tamping – das Verdichten des Kaffeemehls – nicht durch die Maschine, sondern durch den Anwender. Dazu kommt ein spezieller federgelagerter Tamper zum Einsatz. Dieser soll unabhängig vom Nutzer für einen konstant präzisen Druck sorgen. Auf diese Weise will das Start-up technische Präzision mit dem klassischen Kaffee-Ritual verbinden.

Die Maschine wird für rund 2.500 Euro vertrieben und richtet sich primär an Nutzer, die von Kapselmaschinen auf ein nachhaltigeres System umsteigen wollen, ohne dafür Barista-Kenntnisse erwerben zu müssen. Der Markt für solche Geräte ist in Deutschland groß: Laut dem Deutschen Kaffeeverband lag der Pro-Kopf-Konsum im Jahr 2024 bei etwa 163 Litern.


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