Vernetzte Geräte: Tausende Sicherheitslücken entdeckt
In mehr als 140.000 vernetzten Geräten haben Forscher teils schwerwiegende Sicherheitslücken entdeckt, darunter Zero-Day-Exploits, hartcodierte Passwörter und private Schlüssel.
In mehr als 32.000 Firmware-Images, die in tausenden Geräten stecken, haben Forscher teils schwerwiegende Sicherheitslücken entdeckt. Sie reichen von Zero-Day-Lücken bis hin zu offenen Zugangsdaten und privaten Schlüsseln. Laut den vier Forschern von der französischen Universität Institut Eurécom sind mehr als 140.000 Router oder Überwachungskamerasysteme betroffen.
Andrei Costin, Jonas Zaddach, Aurélien Francillon und Davide Balzarotti haben für ihre Forschung ein automatisiertes Verfahren entwickelt, mit dem sie 32.356 Firmware-Images verschiedener Geräte untersucht haben. Sie nutzten dabei Werkzeuge wie Binwalk, FRAK und BAT. Damit ließen sich 20 Prozent mehr proprietäre Geräte untersuchen als bisherige vergleichbare Studien, so die Forscher. Außerdem empfehlen sie den Einsatz des Werkzeugs Bitshred samt Mapreduce auf Hadoop.
Die entpackten Images ergaben insgesamt mehr als 1,7 Millionen Dateien. Hatten die Forscher in einer Firmware eine Lücke entdeckt, überprüften sie mit ihrem Verfahren andere Dateien auf ähnliche Schwachstellen. Ihre Herangehensweise und Ergebnisse wollen die vier Forscher unter dem Namen "A Large-Scale Analysis of the Security of Embedded Firmwares" auf der Konferenz für IT-Sicherheit Usenix 2014 vorstellen.
Eine Ursache für viele Fehler
Viele der Schwachstellen hätten beispielsweise eine gemeinsame Quelle, etwa einen Fehler in der SDK oder in anderen Werkzeugen von Softwareherstellern, die ihre Produkte dann unter einem anderen Namen an weitere Hardwarehersteller lizenzierten, so die Forscher. So hätten sie den gleichen Fehler in völlig verschiedenen Überwachungskameras entdeckt, deren Firmware in leicht veränderter Form von einem einzigen Unternehmen erstellt wurde. Viele Hardwarehersteller wüssten gar nicht, woher die Firmware stammt. Angreifer hingegen könnten auf Grund eines einzigen gefundenen Fehlers mehrere Geräte angreifen.
Auch die Vielfalt der Schwachstellen hätte die Forscher überrascht, schreibt The Register. In etwa 101.000 Geräten hätten die Forscher SSH-Schlüssel und Zugangsdaten für Administratoren entdeckt. In weiteren 2.000 seien hartcodierte Telnet-Zugänge gewesen. In 681 unterschiedlichen Firmware-Dateien von 27 Herstellern haben die Forscher in den Verzeichnissen /etc/passwd und /etc/shadow eindeutige Passwort-Hashes entdeckt, von denen sie 58 Passwörter haben auslesen können. Bei einigen habe es gar kein Passwort gegeben, bei anderen habe es sich um einfache Passwörter wie "pass", "logout" oder "helpme" gehandelt.
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