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Autos wie der Nissan Leaf sind Vorboten der kommenden Generation vernetzter Fahrzeuge.
Autos wie der Nissan Leaf sind Vorboten der kommenden Generation vernetzter Fahrzeuge. (Bild: Reuters)

'Datensammlung in einer riesigen Grauzone'

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Dabei entstehen ganz neue Allianzen: Auf dem Genfer Auto-Salon Anfang März zeigten Daimler, Volvo und Ferrari voller Stolz neue Modelle mit Software des Handy- und Computerherstellers Apple. So läuft jetzt in der neuen Mercedes-C-Klasse über das Navigationsgerät auch die Carplay-Software des IT-Konzerns samt ausgewählten Apps und der Spracherkennung Siri. BMW, Ford, General Motors, Hyundai und Toyota wollen nachziehen, auch das von Google angebotene Konkurrenzsystem Android zieht ins Fahrzeug ein.

Damit können jetzt auch Autofahrer Apps herunterladen, wie sie das von Smartphones und Tablet-Rechnern kennen: Sie können Restaurants in der Nähe suchen, das nächste Kino, freie Parkplätze oder die nächste Werkstatt. Oder der Fahrer vertreibt sich die Zeit im Stau mit einem Spiel auf dem Navi-Bildschirm. Und natürlich lässt sich auch der gerade gehörte Hit aus dem Radio herunterladen. Immer wenn das passiert, klingeln bei Apple, Google und Co. die Kassen.

Gewollter Nebeneffekt: Haben es die IT-Konzerne erst mal ins Auto geschafft, lernen sie den Fahrer immer besser kennen. Sie wissen, auf welche Musik er steht, welche Spiele er mag, ob er gerne asiatisch isst - und sie können ihm so gezielt Werbebotschaften senden. Kommen Apple und Google irgendwann auch an Daten zu Fahrverhalten und Gemütsverfassung des Fahrers heran - etwa weil der Hersteller sie verkauft -, wird das Profil allumfassend.

Vorsorglich zum "Idiotentest"?

"Die Vernetzung des Autos öffnet das Tor zu einer neuen riesigen Goldgrube für Anbieter aller möglichen Geschäftsmodelle. Der Autohersteller hat davon meist nichts", warnt Burkhard Göschel, einst Entwicklungschef bei BMW und später beim Autozulieferer Magna. Es profitierten vor allem Apple und Co.

Wo die Reise hingehen kann, zeigt ein Beispiel: Seit Januar 2013 ist eine neue Kfz-Police der Düsseldorfer Sparkassen-Direktversicherung mit Telematik-Option auf dem Markt. Der Kunde muss sein Auto mit einer Telematik-Box ausstatten, die überwacht, ob er eher vorsichtig oder aggressiv fährt. Sie registriert überhöhte Geschwindigkeit, hastiges Bremsen und Beschleunigen, Nacht- und Stadtfahrten. Verhält sich der Fahrer vorbildlich, sinkt sein Versicherungsbeitrag um bis zu fünf Prozent. Der Versicherer bekommt nur eine abstrakte Punktzahl übermittelt, die den Fahrstil benotet.

Trotz der Anonymisierung sieht Michael Brenner, Rechtsprofessor an der Jenaer Universität, in dieser Entwicklung einen klaren Trend in Richtung "entmündigter und gläserner Autofahrer". "Die Datensammlung geschieht in einer riesigen Grauzone", kritisiert Brenner. Wem etwa gehören die Daten aus dem Auto? Sie sind Eigentum des Fahrers, wenn sie sich ihm eindeutig zuordnen lassen. Doch das ist bei Messwerten, die zum Beispiel das Steuergerät des Elektronischen Stabilitäts-Programms speichert, oft nicht möglich.

Und spätestens wenn ein Unfall passiert und die Polizei die Personalien des Fahrers aufnimmt, wird es zusätzlich brisant. "Sobald sich Daten einem einzelnen Fahrer zuordnen lassen, dürfen sie nach dem Bundesdatenschutzgesetz nur noch in Ausnahmefällen verwendet werden", sagt Brenner. Sonst könnte etwa bei einem Unfall das eigene Fahrzeug den Autofahrer verraten. Das würde einen wesentlichen Grundsatz des deutschen Rechts verletzen: Niemand muss sich selbst belasten.

Daniela Mielchen, Hamburger Verkehrsrechtsanwältin, die sich für den Deutschen Anwaltverein um das Thema vernetztes Fahren kümmert, fordert "einheitliche Regelungen darüber, welche Daten erhoben werden, wie lange sie gespeichert und an wen sie weitergeleitet werden". Umso mehr als die Datensammelwut schnell zu schwierigen moralischen und rechtlichen Fragen führt: Die Infos aus dem Fahrzeug könnten etwa entlarven, wer an Zebrastreifen oder Fußgängerampeln häufig aggressiv fährt. Rein statistisch betrachtet, könnte man dem Fahrer unterstellen, dass er dort mit hoher Wahrscheinlichkeit demnächst einen schweren Unfall verursacht. Soll die Polizei dem Fahrer in so einem Fall zum Schutz von Kindern die Fahrerlaubnis entziehen, ihn vorsorglich zur medizinisch-psychologischen Untersuchung schicken?

Der Alptraum des Science-Fiction-Thrillers Minority Report aus Hollywood würde im Auto Wirklichkeit: Jemand wird bestraft, ohne dass er sich etwas hat zuschulden kommen lassen.

 Der Arzt fährt mit

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sedremier 07. Apr 2014

Also vernetzt, hochmodern, mit allen Ausstattungen und voll-krass-mehr-als-nur-isolierte...

Anonymer Nutzer 06. Apr 2014

Du hast aber nie die volle Kontrolle darüber, wenn du den Code nicht selbst programmiert...

Anonymer Nutzer 05. Apr 2014

Weil bla bla und "was kümmert mich heute was ich gestern gesagt habe" Mentalität? xD

Anonymer Nutzer 05. Apr 2014

Das ist gut so :-)

Anonymer Nutzer 05. Apr 2014

Ganz ehrlich, ich kaufe mir kein Auto. Erstrecht nicht bei diesen Rahmenbedingungen...



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