Der Arzt fährt mit

Das technische Rüstzeug zum Protokollieren aller Fahrzeugbewegungen ist längst da: Assistenzsysteme wie das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP), einer der größten Datensammler im Auto, sowie Müdigkeitswarner, Abstandsregler, Spurwarner oder Notbremssysteme. Keine Frage, viele davon sind nützlich, komfortabel und retten Menschenleben. Auf diese Assistenten setzen die Hersteller immer mehr, weil sie sich nur noch schwer über bessere Motoren und Fahrwerke voneinander abgrenzen können. Stattdessen versuchen sie, sich über elektronische Extras zu differenzieren und nebenbei Daten aus dem Auto für neue Geschäftsmodelle zu nutzen.

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Vielfach zum Verdruss der Fahrer, denn oft nervt die neue Technik bloß, oder der Lenker fühlt sich schnell bevormundet: Ein schneller Blick auf der Autobahn nach rechts aus dem Fenster genügt, schon rät der Müdigkeitswarner in der Mercedes-A-Klasse mit einem Kaffeetassensymbol zur Pause. Auch der Spurassistent wird schnell zur lästigen Gouvernante: Kaum kommt der Wagen Fahrbahnmarkierungen zu nahe, vibrieren Sitz oder Lenkrad. Der Fahrer erschrickt - und stellt die im Grunde hilfreiche Technik einfach ab.

Kommerziell spannend für die Hersteller sind automatische Notrufsysteme, wie sie BMW, Daimler, Volvo, General Motors, Fiat und PSA (Peugeot, Citroën) bereits heute eingerichtet haben, bevor E-Call Pflicht wird. Für sie sind die Dienste eine potenzielle Goldgrube. Denn sie können liegengebliebene Autos von einer Partnerwerkstatt abschleppen lassen, dem Fahrer ein Mietauto anbieten, ihm im Falle des Totalschadens ein neues Fahrzeug offerieren und dazu auch vermeintlich bessere Versicherungen.

"Die Hersteller sitzen auf den Daten und können damit machen, was sie wollen", kritisiert Matthias Knobloch, Generalsekretär des Europäischen Automobil Clubs. Das fiel selbst dem Europäischen Datenschutzbeauftragten unangenehm auf. Er kritisierte das "Schlupfloch", das entsteht, wenn diese Dienste nicht reguliert werden.

Ein Datenschatz für die Hersteller

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Dabei dringen die Autohersteller auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen in immer neue Bereiche vor. Geht es nach ihnen, könnte Autofahren in Zukunft sogar den Routinebesuch beim Arzt ersetzen. Denn ein neuer Sitz von Ford in den USA überwacht mit sechs Sensoren den Herzschlag des Autolenkers und fertigt nebenbei noch ein Elektrokardiogramm (EKG) an. Ist das Herz aus dem Takt, alarmiert das Smartphone das nächste Krankenhaus; wird der Fahrer ohnmächtig, fährt der Wagen automatisch an den Straßenrand.

Oder die Bordelektronik analysiert die Atemluft der Insassen und warnt vor Erkältungen - oder vor dem Alkoholpegel des Fahrers: Ist der zu hoch, verhindert etwa das Volvo-System Alcolock die Weiterfahrt.

Immer stärker gerät zudem der psychische Zustand der Fahrer ins Visier. Denn wer innerlich aufgewühlt ist, fährt risikoreicher und unaufmerksamer. Die Autohersteller Volvo und PSA versuchen daher, mit Sensorsystemen zu erkunden, wie es um den Fahrer steht: Ärger, Angst, Freude, Traurigkeit, Empörung, Überraschung, Argwohn entdecken die Kameras. Das Aachener Unternehmen Psyware hat gar einen Algorithmus entwickelt, mit dem es aus gesprochener Sprache, etwa bei einem Telefonanruf im Auto, die Gemütslage des Fahrers entziffern kann.

Die Aachener stoßen mit ihrer Technik auf großes Interesse bei den Autoherstellern. Damit können sie den Kunden maßgeschneiderte Angebote machen: Fahrer, die Sicherheit und Familienfreundlichkeit schätzen, lockt der Hersteller mit entsprechenden Assistenzsystemen im neuen Modell, wer auf Leistung steht, den ködert der Hersteller mit der PS-Stärke.

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 Ob die Autofahrer ihre Daten preisgeben, ist fraglich'Datensammlung in einer riesigen Grauzone' 
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sedremier 07. Apr 2014

Also vernetzt, hochmodern, mit allen Ausstattungen und voll-krass-mehr-als-nur-isolierte...

Anonymer Nutzer 06. Apr 2014

Du hast aber nie die volle Kontrolle darüber, wenn du den Code nicht selbst programmiert...

Anonymer Nutzer 05. Apr 2014

Weil bla bla und "was kümmert mich heute was ich gestern gesagt habe" Mentalität? xD

Anonymer Nutzer 05. Apr 2014

Das ist gut so :-)



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