Abo
  • Services:
Anzeige
Autos wie der Nissan Leaf sind Vorboten der kommenden Generation vernetzter Fahrzeuge.
Autos wie der Nissan Leaf sind Vorboten der kommenden Generation vernetzter Fahrzeuge. (Bild: Reuters)

Ob die Autofahrer ihre Daten preisgeben, ist fraglich

Anzeige

Datenschutzprobleme sehen Automanager wie Wolf-Henning Scheider, der die Autosparte beim Elektronikkonzern Bosch leitet: "Wir müssen Funktionen anbieten, deren Nutzen für die Käufer klar größer ist als mögliche Risiken." Er ist sicher, dass das gelingt: "Ein vernetztes Auto ist immer auch ein besseres Auto", schwärmt er.

Ob aber die Autofahrer mitspielen und ihre Daten preisgeben, ist mehr als fraglich. Denn für sie steht viel auf dem Spiel: die Faszination des Autofahrens, der Mythos der Freiheit, das Sich-wohlfühlen im Wohnzimmer auf vier Rädern. All dem droht aus drei verschiedenen Richtungen Gefahr: durch Behörden, Autohersteller und IT-Konzerne.

Dabei liefert ausgerechnet eine potenziell lebensrettende Technik die Infrastruktur für die Schnüffler: das automatische Notrufsystem E-Call, das die EU ab Oktober 2015 in Neuwagen vorschreibt. Bisher nämlich haben Autofahrer schlechte Karten, wenn sie abseits befahrener Routen, beispielsweise im Schwarzwald, verunglücken. Ist der Fahrer schwer verletzt, liegt der Wagen versteckt im Straßengraben, bekommt das kaum jemand mit. Künftig soll E-Call automatisch die Retter alarmieren. Das soll Tausende Menschenleben retten.

Ohne Zweifel ein großer Fortschritt, aber nicht nur. Denn E-Call schafft auch die Voraussetzungen für den massenhaften Versand und Empfang von Daten weit über Notruf und Position hinaus - die Basis für weitere Geschäfte mit dem vernetzten Auto. Die nötige Ausrüstung bringen die Neuwagen mit: vom Empfänger für die Satellitennavigation bis zur Mobilfunkantenne zum Senden der Informationen.

Dank der Vernetzungs- und Sendetechnik des staatlich verordneten Dienstes können künftig nicht nur Notdienste auf Fahrzeugdaten zugreifen, sondern potenziell auch Werkstätten, Automobilclubs, Abschleppunternehmer, Leasingfirmen, Autobanken und Versicherungen.

Das System setzt in Brüssel bereits jede Menge Fantasien frei: So hat die EU Feldversuche finanziert, in denen Kontrollsysteme den Fahrer auf Geschwindigkeitsübertretungen hinweisen und ihn automatisch abbremsen. Diese Ansätze zur vermeintlich intelligenten Geschwindigkeitsanpassung sollen in Schweden und den Niederlanden den Verkehr verlangsamt und sicherer gemacht haben. Noch einen Schritt weiter will die Polizei in Großbritannien gehen. Sie würde am liebsten Autos abschalten können und so wilde Verfolgungsjagden stoppen.

Bis Ende des Jahres will die zuständige Generaldirektion der EU-Kommission eine Studie über die Zukunft solcher Systeme vorlegen. Doch eine Diskussion über derart einschneidende Eingriffe in das fahrende Auto ist derzeit nicht erwünscht. Um die Angst vor Big Brother einzudämmen, betont die EU-Kommission, der Fahrer könne selbstverständlich selbst entscheiden, ob er solche Systeme aktiviere oder nicht.

Auch die Finanzminister interessieren sich für die Daten aus dem Auto: Jede vierte Taxitour in Deutschland etwa gehe am Fiskus vorbei, monieren Steuerfahnder. Schwarzfahrten werden aber künftig kaum noch möglich sein. Bis Ende 2016 muss in jedem Taxi ein Fiskaltaxameter stecken. Ein kleines Gerät, das Strecke, Dauer und Preis jeder Tour registriert und die Daten fälschungssicher weitergibt. Und selbstverständlich funktioniert die Technik auch in Dienstwagen. Jeder gefahrene Kilometer wäre so nachvollziehbar, Schummeleien, wer wann dienstlich oder privat unterwegs war, sind nicht mehr möglich.

 Vernetzte Fahrzeuge: Der bevormundete AutofahrerDer Arzt fährt mit 

eye home zur Startseite
sedremier 07. Apr 2014

Also vernetzt, hochmodern, mit allen Ausstattungen und voll-krass-mehr-als-nur-isolierte...

Anonymer Nutzer 06. Apr 2014

Du hast aber nie die volle Kontrolle darüber, wenn du den Code nicht selbst programmiert...

Anonymer Nutzer 05. Apr 2014

Weil bla bla und "was kümmert mich heute was ich gestern gesagt habe" Mentalität? xD

Anonymer Nutzer 05. Apr 2014

Das ist gut so :-)

Anonymer Nutzer 05. Apr 2014

Ganz ehrlich, ich kaufe mir kein Auto. Erstrecht nicht bei diesen Rahmenbedingungen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. operational services GmbH & Co. KG, Chemnitz, Zwickau, Dresden
  2. Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Neckarsulm
  3. dSPACE GmbH, Paderborn
  4. DPD Deutschland GmbH, Aschaffenburg


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 18,99€ statt 39,99€
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Folgen Sie uns
       


  1. Apple iOS 11 im Test

    Alte Apps weg, Daten weg, aber sonst alles gut

  2. Bitkom

    Ausbau mit Glasfaser kann noch 20 Jahre dauern

  3. Elektroauto

    Nikolas E-Trucks bekommen einen Antrieb von Bosch

  4. HHVM

    Facebook konzentriert sich künftig auf Hack statt PHP

  5. EU-Datenschutzreform

    Bitkom warnt Firmen vor Millionen-Bußgeldern

  6. Keybase Teams

    Opensource-Teamchat verschlüsselt Gesprächsverläufe

  7. Elektromobilität

    In Norwegen fehlen Ladesäulen

  8. Metroid Samus Returns im Kurztest

    Rückkehr der gelenkigen Kopfgeldjägerin

  9. Encrypted Media Extensions

    Web-DRM ist ein Standard für Nutzer

  10. TP Link Archer CR700v

    Einziger AVM-Konkurrent bei Kabelroutern gibt auf



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Banana Pi M2 Berry: Per SATA wird der Raspberry Pi attackiert
Banana Pi M2 Berry
Per SATA wird der Raspberry Pi attackiert
  1. Die Woche im Video Mäßige IT-Gehälter und lausige Wahlsoftware
  2. Orange Pi 2G IoT ausprobiert Wir bauen uns ein 20-Euro-Smartphone

Inspiron 5675 im Test: Dells Ryzen-Gaming-PC reicht mindestens bis 2020
Inspiron 5675 im Test
Dells Ryzen-Gaming-PC reicht mindestens bis 2020
  1. Android 8.0 im Test Fertig oder nicht fertig, das ist hier die Frage
  2. Logitech Powerplay im Test Die niemals leere Funk-Maus
  3. Polar vs. Fitbit Duell der Schlafexperten

Mini-Smartphone Jelly im Test: Winzig, gewöhnungsbedürftig, nutzbar
Mini-Smartphone Jelly im Test
Winzig, gewöhnungsbedürftig, nutzbar
  1. Leia RED verrät Details zum Holo-Display seines Smartphones
  2. Smartphones Absatz in Deutschland stagniert, Umsatz steigt leicht
  3. Wavy Klarna-App bietet kostenlose Überweisungen zwischen Freunden

  1. Re: Macht das überhaupt Sinn, eTrucks?

    subjord | 05:42

  2. Re: Als Android-Nutzer beneide ich euch

    quasides | 05:42

  3. Re: Da wird sich nichts tun

    bombinho | 05:37

  4. Re: Ich habe beides - Android und iOS

    quasides | 05:32

  5. Re: Wieso gehts dann anderswo?

    postb1 | 05:03


  1. 19:04

  2. 18:51

  3. 18:41

  4. 17:01

  5. 16:46

  6. 16:41

  7. 16:28

  8. 16:11


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel