Vermeer: AMD soll Ryzen 4000 mit 5 nm statt 7 nm produzieren
AMD soll die Veröffentlichung der Ryzen 4000 (Vermeer) für Desktop-PCs verschoben haben, um die Möglichkeit zu erhalten, die CPUs mit einer moderneren Fertigung herstellen zu können. Statt mit N7+ (7 nm EUV) sollen die Chips gleich mit N5P (Plus, weil optimierte 5 nm mit EUV) bei TSMC gefertigt werden, berichtet der taiwanische Branchendienst Digitimes(öffnet im neuen Fenster) (via Twitter(öffnet im neuen Fenster) ). Wir halten die Wahrscheinlichkeit für gering.
Bisher hatte AMD die Ryzen 4000 mit Zen-3-Architektur für 2020 angekündigt, die zuletzt aktuelle öffentliche Roadmap sah 5 nm erst für die Ryzen 5000 und 2021 vor. TSMC hat jedoch bereits im April die N5-Fertigung begonnen, die unter anderem von Apple für den A14-iPhone-Chip verwendet wird. Die Entwicklung von N5P soll in Folge stark beschleunigt worden sein, weshalb der Start der Serienproduktion angeblich ab dem vierten Quartal 2020 erfolgen soll.
Hinzu kommt, dass AMD offenbar an einem Refresh der Ryzen 3000 (Matisse) alias MTS2 arbeitet, die in Bälde erscheinen: Die Chips sollen als Ryzen 5 3600XT, Ryzen 7 3800XT und Ryzen 9 3900XT verkauft werden. Geht es nach Igor's Lab(öffnet im neuen Fenster) , könnte es sich bei den MTS2 um Renoir-Chips mit deaktivierter Grafik handeln. Die Mobile-SoCs haben zwar kein PCIe Gen4, sind aber ein monolithisches Design mit kürzeren Latenzen, was der Performance zugute kommt. Die Ryzen Mobile 4000 takten allerdings nicht so hoch wie die bisherigen Ryzen 3000, dabei zeigen Benchmark-Einträge(öffnet im neuen Fenster) , dass etwa der Ryzen 9 3900 XT mit bis zu 4,7 GHz laufen soll. Der hat zudem 12 Kerne, das Renoir-Design nur acht.

Wenn AMD die MTS2 als Refresh veröffentlicht, könnte sich der Hersteller die nötige Zeit verschaffen, die Ryzen 4000 (Vermeer) mit N5P zu fertigen. Allerdings ist fraglich, ob TSMC wirklich schon so früh mit dem Prozess starten und entsprechende Kapazitäten aufbieten kann. Intel stagniert derweil bei 14 nm und immer noch bei der Skylake-Architektur, die Comet Lake S wie der Core i9-10900K (Test) werden erst Mitte des nächsten Jahres durch Rocket Lake S mit weiterhin 14 nm, aber neuer Cove-Microarchitektur abgelöst.
Nachtrag vom 28. Mai 2020, 17:18 Uhr
AMDs Chefin Lisa Su sagte auf der Bernstein-Investor-Konferenz(öffnet im neuen Fenster) , dass feinere Nodes wie N5P typischerweise zuerst bei Mobile-SoCs verwendet werden. Das kann als Statement verstanden werden, dass N5P für Vermeer nicht korrekt ist.
Nachtrag vom 6. Juni 2020, 18:05 Uhr
AMDs aktuelle Investor-Präsentation ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ) bestätigt 7 nm statt 5 nm für Zen 3.
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