Verlustfreies 8K und 16K: HDMI 2.2 vervierfacht die Auflösung, aber nicht immer
Der kommende HDMI-2.2-Standard (PDF)(öffnet im neuen Fenster) wird wohl zum Ende 2026 bei ersten Geräten zu sehen sein. Allerdings erwartet Rob Tobias, CEO von HDMI Licensing Administrator, die meisten neuen HDMI-2.2-Produkte erst im kommenden Jahr. "Wir sind auf dem Stand, dass Chiphersteller noch in diesem Jahr mit der Bereitstellung von Mustern ihrer FRL2-Chips beginnen werden. Dementsprechend dürften wir im kommenden Jahr erste Produkte mit HDMI 2.2 und einer Bandbreite von 96 Gigabit (oder bis zu 96 Gigabit) sehen", sagte er laut dem Magazin FlatpanelsHD(öffnet im neuen Fenster).
Dieser spätere Release wird auf die meisten Geräte zutreffen, unter anderem Fernseher, AV-Receiver und Spielekonsolen. Außerdem wird nicht jedes HDMI-2.2-Gerät die gleichen Fähigkeiten haben. Die HDMI LA führt neben der bisherigen 48-GBit/s-Bandbreite von HDMI 2.1 drei weitere Unterstufen ein: 64, 80 und 96 GBit/s. Der kommende Standard wird also maximal doppelt so hohe Transferraten erlauben.
Damit sind in etwa Auflösungen wie unkomprimierte 3.840 x 2.160 Pixel bei einer Bildfrequenz von 240 Hz möglich. Auch ließen sich 8K bei 60 Hz oder mit Display Screen Compression (DSC) bei 120 Hz darstellen - ein Feature, bekannt aus Displayport 1.4 und HDMI 2.1. Das aktuelle HDMI kann unter anderem 8K nicht ohne Signalkompression in 60 Hz darstellen, da die Bandbreite nicht ausreicht. Die maximale Auflösung des kommenden HDMI 2.2 wird zudem von 8K (7.680 x 4.320) auf 16K (15.360 x 8.640 Pixel) vervierfacht.
Das Problem wird bei HDMI 2.2 allerdings sein, dass Hersteller ihre Kabel nicht mit 96 GBit/s Transferrate ausstatten müssen und sie trotzdem als HDMI 2.2 ausschreiben können. Das könnte in Zukunft für Verwirrung sorgen und erinnert an die aktuelle Lage bei USB. Auch hier ist es oft schwierig, die Leistung eines Kabels ohne Messungen zu ermitteln.