Verlag C.H. Beck: "Jeder benutzt Wikipedia, keiner zitiert sie"
Der Verlag C.H. Beck hat wegen Plagiatsvorwürfen die Auslieferung des Buches "Große Seeschlachten" von Arne Karsten und Olaf Rader eingestellt. In dem Buch gebe es "nicht kenntlich gemachte Zitate" aus Wikipedia-Artikeln, gab das Unternehmen bekannt (PDF)(öffnet im neuen Fenster) . Arne Janning hatte bei Facebook(öffnet im neuen Fenster) die Plagiatsvorwürfe gegen die Autoren erhoben, deren Buch im Jahr 2013 erschien. Ein Autor erklärte inzwischen, das 429-Seiten-Buch sei zumindest nicht "vollständig" aus Wikipedia zusammenkopiert. Janning hatte vier Belege angeführt.
Diskutiert werden sollte der Stellenwert von Wikipedia in der Wissenschaft, so der Verlag. "'Jeder benutzt sie, keiner zitiert sie – das scheint bisher die Devise zu sein. Wissenschaftler und Verlage sollten ihren Umgang mit der Online-Enzyklopädie klären." C.H. Beck sei gerne bereit, sich an dieser Diskussion zu beteiligen. Rader ist nach Verlagsangaben an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften tätig und lehrt als Professor an der Berliner Humboldt-Universität.
Der Verlag habe den Vorwurf zum Anlass genommen, das Buch selbst mit zwei Plagiatssuchprogrammen, darunter iThenticate, sowie durch vergleichende Lektüre zu überprüfen. Aufgrund der Prüfung habe der Verlag beschlossen, das Buch nicht weiter auszuliefern.
In den von Olaf Rader verfassten Kapiteln finde sich eine Reihe von nicht nachgewiesenen Zitaten. Dies betreffe rund 13 Textstellen mit insgesamt 3.000 Zeichen, was etwa 1,5 Druckseiten oder rund 5 Prozent des Textes entspreche. Die meisten dieser nicht kenntlich gemachten Zitate stammen aus dem Wikipedia-Artikel zur Schlacht bei Salamis. "Der Verlag entschuldigt sich für die nicht kenntlich gemachten Übernahmen aus Wikipedia-Artikeln und insbesondere für die Anlehnung an den Trafalgar-Artikel von Thomas Siebe." Rader bedauere die nicht nachgewiesene Nutzung fremder Texte zutiefst.
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