Verlängerung der Löschphase: Denic will Domain-Grabbing verhindern

Die Denic will bei der Löschung von Domains eine Übergangsfrist einführen. Im Februar waren einige Firmendomains versehentlich gelöscht und zur Registrierung freigegeben worden.

Artikel veröffentlicht am , Umar Choudhry
Ein Computerbildschirm, auf dem ein Mauszeiger in das Adressfeld eines Browsers zeigt
Ein Computerbildschirm, auf dem ein Mauszeiger in das Adressfeld eines Browsers zeigt (Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images)

Im Februar 2013 sind zahlreiche Webseiten von Versicherungsunternehmen nicht erreichbar gewesen. Die Domains bekannter Gesellschaften waren unter neuen Namen registriert. In den betroffenen Versicherungen fiel dadurch auch der E-Mail-Verkehr aus.

Die Ursache: Bei Systemarbeiten waren Domains versehentlich durch die Gesellschaft für angewandte Versicherungsinformatik (GaVI) als freigegeben gemeldet worden. Die Denic als zentrale Registrierungsstelle stellte die Domains der Versicherer zur Registrierung frei. Andere sicherten sich die Domains innerhalb kurzer Zeit.

Verlängerung der Löschphase

Die Denic schlägt nun eine Verlängerung der Redemption Grace Period (RGP) vor. Eine .de-Domain solle bei Beendigung des Domainvertrages nicht mehr sofort gelöscht, sondern in eine Cooldown-Phase versetzt werden, erklärt die Registrierungsstelle in ihrem Entwurf.

An den Plänen ist auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beteiligt. Die versehentliche Löschung einiger Firmendomains habe gezeigt, dass bei der "Verwaltung von Domainnamen noch Optimierungsbedarf" bestehe, erklärt der Verband.

Die Übergangsfrist soll auf sieben Tage ausgelegt werden. Während dieser Zeit kann der ursprüngliche Domaininhaber die Domain wieder aktivieren. "Erfolgt kein Auftrag zur Reaktivierung, so wird die Domain nach Ablauf der Cooldown-Phase endgültig gelöscht", schreibt die Denic. Sie plant die Einführung des neuen Modells für die zweite Jahreshälfte 2013.

Wiederverkauf an den rechtmäßigen Inhaber

Dass eine Übernahme kurzfristig freigewordener Domains binnen Sekunden überhaupt möglich ist, ist auf spezielle Domain-Grabbing-Programme zurückzuführen. Sie registrieren vollautomatisch frei werdende Internetadressen und reservieren sich diese.

Die Domaingrabber versprechen sich Einnahmen durch den Wiederverkauf der Domain, auch an den rechtmäßigen Inhaber. Deshalb wird auch von Piraterie und Erpressung gesprochen.

Der Autor ist freier Journalist und bloggt privat unter Assistance-Portal.blogspot.de.

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