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Verkehrswende: Siemens und Bahn planen Test von Brennstoffzellenzug

In Baden-Württemberg soll in vier Jahren ein mit grünem Wasserstoff betriebener Zug fahren.
/ Werner Pluta
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Künstlerische Darstellung des Mireo Plus H: "Marktpotenzial von 10.000 bis 15.000 Zügen in Europa" (Bild: Siemens)
Künstlerische Darstellung des Mireo Plus H: "Marktpotenzial von 10.000 bis 15.000 Zügen in Europa" Bild: Siemens

Konkurrenz für den Coradia iLint: Siemens und die Deutsche Bahn entwickeln gemeinsam einen Brennstoffzellenzug und die dafür nötige Infrastruktur. Er soll in Baden-Württemberg getestet werden.

In einem Pilotprojekt wollen die Bahn und Siemens den Betrieb mit Wasserstoffzügen testen. Unterstützt wird das Projekt vom baden-württembergischen Umweltministerium. Siemens wird den Zug entwickeln. Die Bahn baut in Tübingen eine entsprechende Tankstelle. Der Wasserstoff wird vor Ort mit Strom aus erneuerbaren Quellen produziert. Zudem werde das Instandhaltungswerk in Ulm dafür ausgestattet, um den Zug dort warten zu können, teilte die Bahn mit(öffnet im neuen Fenster).

Der Mireo ist variabel

Der Brennstoffzellenzug basiert auf Siemens' Mireo-Plus-Plattform(öffnet im neuen Fenster), einem Elektrotriebwagen für den S-Bahn- und Regionalverkehr. Der ist laut Siemens eine "Konstruktion mit einem modularen und skalierbaren Antriebssystem".

Das bedeutet, den Mireo gibt es als konventionellen Zug mit Stromabnehmer. Es können aber auch Brennstoffzellen oder Akkus integriert werden. Kombinationen sind ebenfalls denkbar, etwa mit Akku und Stromabnehmer für teilelektrifizierte Strecken.

Mireo von Siemens (Herstellervideo)
Mireo von Siemens (Herstellervideo) (02:30)

Als wichtigste Abnehmer sieht Siemens die Regionalnetz-Betreiber. Die bestellten immer gleich zwischen 10 und 50 Züge, sagte Siemens-Mobilitätsvorstand Michael Peter der britischen Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster). "Wir sehen ein Marktpotenzial von 10.000 bis 15.000 Zügen in Europa, die in den nächsten 10 bis 15 Jahren ersetzt werden müssen, davon allein 3.000 in Deutschland."

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Rund 40 Prozent des deutschen Schienennetzes sind nicht elektrifiziert. Dort sind heute hauptsächlich Diesellokomotiven unterwegs. Um die Klimaziele der Europäischen Union und der Bundesregierung zu schaffen, muss die Bahn Ersatz schaffen. Erste Tests mit Wasserstoffzügen laufen bereits: In Niedersachsen ist seit 2018 der Brennstoffzellenzug Coradia iLint von Alstom im regulären Einsatz.

Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug – Bericht
Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug – Bericht (02:50)

Neben dem Wasserstoffzug von Siemens will Baden-Württemberg auch die Akkuvariante des Mireo einsetzen. Eine Studie kam kürzlich zu dem Schluss, dass Akkuzüge günstiger sind als Brennstoffzellenzüge.

Der Test mit dem Brennstoffzellenzug Mireo Plus H ist für das Jahr 2024 geplant. Er soll ein Jahr lang zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim eingesetzt werden.


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