Verkehrswende: Einziger dänischer Betreiber schließt Wasserstofftankstellen
Woher kommt künftig der Wasserstoff für Dänemarks Brennstoffzellenautos? Der einzige Betreiber schließt seine Tankstellen.
Der Mobilitätsmarkt sei zu klein, teilte Everfuel-Chef Jacob Krogsgaard im Bericht für das zweite Quartal 2023(öffnet im neuen Fenster) mit. Das werde sich auch erst einmal nicht ändern. Deshalb werde Everfuel unrentable Tankstellen für Pkw schließen. "Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, die das für Kunden und Mitarbeiter mit sich bringen wird, aber wir können die öffentliche Wasserstoffbetankung nicht weiter subventionieren."
Das Unternehmen Everfuel betreibt in Dänemark laut dem Portal H2.Live(öffnet im neuen Fenster) fünf Wasserstofftankstellen, drei auf dem Festland und zwei in der Hauptstadt Kopenhagen. Davon ist laut H2.Live aktuell nur eine einsatzbereit. Wer ganz im Süden des Landes wohnt, kann in Deutschland tanken. Dort stehen drei Tankstellen bereit.
Everfuel schließt auch in Norwegen
Neben den dänischen wolle Everfuel auch zwei Tankstellen in Norwegen stilllegen, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) . Entsprechend wird auch der Ausbau des Tankstellennetzes gestoppt. In Norwegen sollte eine weitere Tankstelle eröffnet werden. Das dänische Netz sollte auf mehr als 15 in diesem Jahr ausgebaut werden.
Nicht schließen will Everfuel eine Tankstelle in den Niederlanden sowie zwei in Deutschland – in Frankfurt am Main und Wuppertal – da diese rentabel sind. Dort werden jeweils Busse betankt.
Dass mehrere Tankstellen in Dänemark außer Betrieb sind, liegt laut Spiegel daran, dass sie seit Juni nicht mehr beliefert werden konnten. Grund ist, dass an den Ventilen der zwölf Tankwagen Lecks entdeckt wurden.
In Dänemark sind aktuell knapp 170 Auto angemeldet, die mit Wasserstoff fahren. Der überwiegende Anteil gehört Drivr. 2021 hatte der Kopenhagener Fahrdienstleister 100 Brennstoffzellenautos von Toyota angeschafft . Dänemark will ab dem Jahr 2025 keine neuen Taxis mehr zulassen, die Kohlendioxid oder andere Schadstoffe emittieren.

Everfuel legt den Fokus nun auf den Bau von Elektrolyseuren, die Wasserstoff mit Hilfe von Windstrom gewinnen sollen. Der Wasserstoff soll dann an die Industrie geliefert werden. Allerdings schließt das Unternehmen nicht aus, Wasserstofftankstellen wieder zu öffnen, falls diese sich rentabel betreiben lassen. Oder aus politischen Gründen: Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union müssen bis 2030 eine Tankstellen-Infrastruktur entlang der große Korridore einrichten.
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