Verkehrswende: Die niedrigere Kaufprämie ist das falsche Signal

Die Bundesregierung verringert die Kaufprämie für Elektroautos. Passt das zu ihrem Ziel, bis 2030 in Deutschland 15 Millionen Elektroautos auf die Straße zu bringen?

Eine Analyse von veröffentlicht am
Elektroauto Renault Zoe: zu viel obere Mittelklasse, zu wenige Kleinwagen
Elektroauto Renault Zoe: zu viel obere Mittelklasse, zu wenige Kleinwagen (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Erst kam sie nur langsam in Fahrt, dann wurde sie ein Erfolgsmodell - und nun ist Schluss auf Raten: Die Bundesregierung hat die Förderung für Elektroautos neu geregelt. Käufer erhalten ab dem kommenden Jahr deutlich weniger Geld als bisher. Spätestens Ende des übernächsten Jahres endet die Förderung ganz. Sie ist jedoch ein wichtiges Instrument für den Umstieg auf Elektromobilität und sollte deshalb erhalten bleiben.

Inhalt:
  1. Verkehrswende: Die niedrigere Kaufprämie ist das falsche Signal
  2. Die Verkehrswende braucht noch Unterstützung

Ab dem kommenden Jahr gibt es für ein Elektroauto, das weniger als 40.000 Euro kostet, 4.500 Euro vom Staat, bisher waren es 6.000 Euro. Bei einem Nettolistenpreis von über 40.000 Euro sinkt die Prämie um 2.000 Euro auf künftig 3.000 Euro. Autos, die mehr als 65.000 Euro kosten, sind weiter von der Förderung ausgeschlossen.

Gar nicht mehr gefördert werden Plug-in-Hybride, also Hybridfahrzeuge, die an der Steckdose geladen werden können. Zwar fahren diese durchaus auch elektrisch - ab diesem Jahr müssen förderungswürdige Fahrzeuge mindestens 40 km elektrische Reichweite haben. Wegen ihres hohen Gewichts aufgrund der zwei Motoren sind die Fahrzeuge jedoch nicht sehr effizient. Zudem werden sie oft als Verbrenner betrieben. Für den Umweltschutz bringen sie also nicht allzu viel und fallen zu Recht aus der Förderung.

Die Regierung führt ein Förderlimit ein

Insgesamt 3,4 Milliarden Euro stellt die Bundesregierung zur Verfügung; 2,1 Milliarden Euro für das Jahr 2023 und 1,3 Milliarden Euro für das Jahr 2024. Das reicht, um noch einmal etwa eine Million Elektroautos zu fördern.

Stellenmarkt
  1. Teamleiter*in Digital Test
    SENEC GmbH, deutschlandweit (Home-Office)
  2. Ph.D. Students / Graduate Research Assistants / Graduate Research Associates at the Chair of ... (m/w/d)
    Universität Passau, Passau
Detailsuche

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die 2016 eingeführte und 2020 aufgestockte Kaufprämie ihre Wirkung entfaltet hat. Seit 2020 boomen die Elektroautos. In dem Jahr wurden laut Statistischem Bundesamt mehr als 194.000 Elektroautos zugelassen. Im Jahr darauf waren es knapp 356.000. In diesem Jahr ist es etwas weniger: Im ersten Halbjahr 2022 wurden über 167.000 neue Elektroautos zugelassen.

"Die Ampelkoalition zieht der E-Mobilität den Stecker", unkte Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research in Duisburg, im Gespräch mit der Wirtschaftszeitschrift Wirtschaftswoche. Das klingt dramatisch. Nach Angaben des Bundesverbands eMobilität (BEM) warten aber aktuell etwa 450.000 Käufer auf die Auslieferung ihres Autos. Ob sie noch die hohe Förderung erhalten, ist fraglich.

Die Prämie gibt erst nach der Zulassung

Die Prämie kann nämlich erst bei der Zulassung beantragt werden. Und ob die bestellten Fahrzeuge in diesem Jahr noch ausgeliefert werden, ist nicht sicher. Der Mangel an Bauteilen und Rohstoffen verursacht Verzögerungen in der Produktion.

Wer jetzt bestellt, muss mit Wartezeiten von mehren Monaten rechnen und wird sein neues Auto kaum in diesem Jahr noch bekommen. Zudem hat die Regierung die Fördersumme in den beiden kommenden Jahren limitiert. "Die Kunden können sich nicht mehr sicher sein, ob im Fördertopf noch Geld ist, wenn ihr bestelltes Auto irgendwann mal beim Händler ankommt", sagte Dudenhöffer. Wer Pech hat, geht leer aus. Kalkulierbarkeit ist anders.

Wird der Umstieg auf die Elektromobilität also unattraktiv?

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Die Verkehrswende braucht noch Unterstützung 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Kirschkuchen 01. Aug 2022 / Themenstart

Genauso rede ich aktuell auch über meine Kombination E-Scooter / Verbrenner. 98% meiner...

Brian Kernighan 01. Aug 2022 / Themenstart

Der Witz ist ja, dass mehr Fahrradverkehr sogar deutlich billiger für den Staat wäre und...

Brian Kernighan 01. Aug 2022 / Themenstart

...zumindest für gebrauchte E-Autos. Denn dann sind Neuwagen ja um die Förderung teurer...

Legendenkiller 01. Aug 2022 / Themenstart

Zumal man aktuell eh kaum E-Autos bekommt und dann noch teils über Listenpreis zahlen...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Hacking
Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher

Mit einer neuen Version des Bad-USB-Sticks Rubber Ducky lassen sich Rechner noch leichter angreifen und neuerdings auch heimlich Daten ausleiten.

Hacking: Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher
Artikel
  1. Kilimandscharo: Tanzania Telecommunications bringt Glasfaser auf 3.720 Meter
    Kilimandscharo
    Tanzania Telecommunications bringt Glasfaser auf 3.720 Meter

    Der Campingplatz Horombo Hut bietet Glasfaser-Internet auf 3.720 Meter Höhe. Bald soll auch der höchste Berggifel des Kilimandscharo versorgt werden..

  2. E-Mountainbike Graveler 29 Zoll: Aldi verkauft Mountain-E-Bike von Prophete
    E-Mountainbike Graveler 29 Zoll
    Aldi verkauft Mountain-E-Bike von Prophete

    Aldi bietet ein sportliches E-Bike für knapp 1.000 Euro an. Das Graveler 29 Zoll ist für unwegsames Gelände und die Stadt gedacht und dabei recht leicht.

  3. Sprachanschlüsse: Telekom erhöht die Preise
    Sprachanschlüsse
    Telekom erhöht die Preise

    Wer nur telefonieren will, muss bei der Telekom etwas mehr zahlen. Das betrifft die Call-Start-Tarife.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • 10%-Gaming-Gutschein bei eBay • Grafikkarten zu Tiefpreisen (Palit RTX 3090 Ti 1.391,98€, Zotac RTX 3090 1.298,99€, MSI RTX 3080 Ti 1.059€) • PS5 bei Amazon • HP HyperX Gaming-Maus 29€ statt 99€ • MindStar (ASRock RX 6900XT 869€) • Bester 2.000€-Gaming-PC [Werbung]
    •  /