Verkehrswende: Amogy stattet Truck mit Ammoniak-Brennstoffzelle aus

Das US-Start-up Amogy hat einen Sattelschlepper zu einem Elektrofahrzeug umgebaut. Den Strom bezieht er nicht aus einem Akku, sondern aus einer Brennstoffzelle.
Amogy(öffnet im neuen Fenster) hat seinen Antriebsstrang in einen Freightliner Cascadia(öffnet im neuen Fenster) eingebaut, einen Class-8-Truck(öffnet im neuen Fenster) . Der Antriebsstrang hat eine Leistung von 300 Kilowatt. Die Energie liefert eine Brennstoffzelle. Der Treibstoff ist Ammoniak, eine Verbindung von Wasserstoff und Stickstoff. Die Brennstoffzelle wird mit Wasserstoff betrieben. Ein von Amogy entwickeltes System spaltet das Ammoniak und stellt Wasserstoff für die Brennstoffzelle bereit.
Der Tank des Sattelschleppers speichert rund 900 Kilowattstunden. Das ist etwa so viel wie beim Akku des Tesla-Sattelschleppers. Allerdings brauchte der Amogy-Truck nur etwa acht Minuten, bis er vollgetankt war. Anschließend wurde er mehrere Stunden lang auf dem Campus der Stony Brook University im US-Bundesstaat New York getestet.
Ammoniak ist ein guter Kraftstoff
"Abgesehen von seiner unglaublichen Energiedichte und seiner flüssigen Phase bei Umgebungstemperatur ist Ammoniak ein hervorragender Kraftstoff für eine schnelle Dekarbonisierung des Schwerverkehrs, da es weltweit verfügbar ist und die Infrastruktur bereits vorhanden ist" , sagte Amogy-Chef Seonghoon Woo(öffnet im neuen Fenster) . "Zuerst war es eine mit Ammoniak betriebene Drohne, dann ein Traktor und jetzt ein Lkw. Wir freuen uns darauf, in naher Zukunft die Skalierung weiter voranzutreiben und andere schwer zugängliche Sektoren wie die globale Schifffahrt in Angriff zu nehmen."
Ammoniak ist eine sehr häufig genutzte Chemikalie. Sie ist ein wichtiger Bestandteil von Düngemitteln. Es gibt also eine entsprechende Industrie, ebenso wie die nötige Infrastruktur wie Tanks. Etabliert ist auch das Haber-Bosch-Verfahren zur Herstellung der Stickstoff-Wasserstoff-Verbindung, das vor rund 100 Jahren entwickelt wurde.
Ammoniak ist einfacher zu speichern
Ammoniak lässt sich zudem besser speichern als Wasserstoff: Er muss auf minus 33 Grad Celsius gekühlt werden, damit er flüssig wird. Alternativ kann er auch komprimiert werden. Bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius reichen 9 bar, damit Ammoniak flüssig wird. Wasserstoff braucht für Transport und Lagerung niedrigere Temperaturen oder höheren Druck.
Amogy hatte im vergangenen Jahr bereits einen Traktor mit seinem Brennstoffzellensystem ausgestattet . Der Antriebsstrang hatte jedoch nur eine Leistung von 100 Kilowatt. Derzeit arbeitet das Unternehmen an einem Antriebsstrang mit einer Leistung von 1 Megawatt, der in einen ausgemusterten Schlepper der US-Marine eingebaut wird. Der Umbau soll im Laufe dieses Jahres abgeschlossen sein.



