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Verkehrsunternehmen: 49-Euro-Ticket kommt wohl erst im Mai

Das 49-Euro-Ticket sollte Anfang 2023 erscheinen, doch Verkehrsunternehmen erwarten den Start erst im Mai 2023. Kommunen drohen gar mit Blockade.
/ Andreas Donath
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Öffentlicher Nahverkehr (Bild: Pexels)
Öffentlicher Nahverkehr Bild: Pexels / CC0 1.0

Streitigkeiten über die Finanzierung des 49-Euro-Tickets und die Organisation des vergünstigten Nahverkehrssabos könnten dafür sorgen, dass es erst im Mai 2023 und damit Monate später als zur geplanten Einführung am 1. Januar 2023 an den Start geht.

Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) äußerte sich der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Oliver Wolff skeptisch: "Der Zeitpunkt des Beginns wird der 1. Mai sein" .

Gegenüber der FAZ gab Wolff außerdem zu bedenken, dass die drei Milliarden Euro, die Bund und Länder jeweils zur Hälfte tragen, für die Finanzierung nicht reichen würden.

Die Rheinische Post (öffnet im neuen Fenster) berichtet, dass die Kommunen mit einer Blockade des 49-Euro-Tickets drohen. In dem Brief an die Bundesverkehrsminister und den Bundesfinanzminister beklagen sie sich nach dem Bericht über eine unzureichende Kompensierung der Kosten.

Es gibt aber auch organisatorische Hürden. Zum einen müsste der Tarif genehmigt und zum anderen in die Tarifsysteme der Verkehrsverbünde eingepflegt werden, so Wolff. Diese Bedenken dürfte auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) kennen, doch er dringt darauf, das Abo rasch einzuführen.

Gegenüber der Funke-Mediengruppe(öffnet im neuen Fenster) teilte Wissing mit, dass es einen einstimmigen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz gibt, der alle Beteiligten binden würde. "Wichtig ist, dass dieser jetzt zügig umgesetzt wird und nicht ständig neue Dinge diskutiert werden" , sagte Wissing gegenüber der Funke-Mediengruppe.

Laut Funke Mediengruppe kritisierte auch der Präsident des Deutschen Städtetages, Markus Lewe, dass die geplanten finanziellen Mittel kein besseres Verkehrsangebot tragen können. Es drohe weiterhin eine Ausdünnung des Angebots aufgrund hoher Kosten.

49 Euro ist für manche Menschen zu teuer

Außerdem gibt es Kritik am Preis des geplanten Tickets. Greenpeace hat eine Umfrage veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , nach der mehr Menschen das Ticket kaufen würden, wenn der Preis nur 29 Euro betrage. Auf Basis der aus den Umfragen gemittelten Kaufbereitschaft addieren sich die möglichen Einnahmen eines 29-Euro-Tickets auf 8,6 Milliarden Euro gegenüber 7,2 Milliarden aus einem 49-Euro-Ticket.


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