Verkehrsüberwachung: Schon Hunderte Autofahrer von erstem Handy-Blitzer erwischt

Der erste gesetzlich zugelassene Handy-Blitzer in Deutschland hat bereits mehr als 300 Autofahrer mit dem Mobiltelefon am Steuer erwischt. Bislang sei die Überwachungstechnik vom Polizeipräsidium Trier eingesetzt worden, teilte das Innenministerium in Mainz der Nachrichtenagentur dpa am 4. Juli 2025 mit. Die spezielle Kamera komme im weiteren Verlauf im Polizeipräsidium Mainz zum Einsatz. Der reguläre Einsatz der Kamera startete vor rund drei Monaten im April 2025 .
Derzeit verfügt die Polizei Rheinland-Pfalz nur über über ein einziges System. Hierbei handelt es sich um die bereits in Testphasen im Bereich Trier und in Mainz erprobte Kamera der niederländischen Polizei . Geplant ist, dass künftig alle fünf Polizeipräsidien in Rheinland-Pfalz mit je einem System ausgestattet werden.
Wann diese Geräte kommen, könne nicht prognostiziert werden, hieß es. Für die Beschaffung kommerzieller Systeme stehe zunächst "eine intensive Marktschau" an, in der die konkreten Anforderungen der Polizei Rheinland-Pfalz berücksichtigt würden, teilte ein Ministeriumssprecher mit.
1.000 Unfälle pro Jahr durch Ablenkung am Steuer
Bei der sogenannten Monocam handelt es sich um eine Kamera, die in den Niederlanden schon länger genutzt wird. Eine Software analysiert Bilder von Fahrzeugen und erkennt, ob der Fahrer oder die Fahrerin einen Handyverstoß begeht. Wer mit Handy am Steuer erwischt wird, dem droht ein Bußgeld in Höhe von mindestens 128,50 Euro und ein Punkt in Flensburg.
Die Kameras sollen dazu beitragen, die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling (SPD) sagte Mitte April 2025, rund 1.000 Unfälle pro Jahr seien im Land auf eine Ablenkung am Steuer zurückzuführen. 2024 seien bei solchen Unfällen drei Menschen ums Leben gekommen.
Für den Regelbetrieb der speziellen Kamera brauchte es eine Änderung im Polizei- und Ordnungsbehördengesetz des Landes. Diese trat am 1. März 2025 in Kraft.