Verkehrsüberwachung: KI-Kameras sorgen für falsch ausgestellte Strafzettel

Verwunderte Autofahrer haben in New York Strafzettel für falsches Parken erhalten, obwohl sie ihr Auto ordnungsgemäß abgestellt hatten, berichtet NBC New York(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Betroffene und den Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs MTA (Metropolitan Transportation Authority).
Dem Bericht nach erhielten Fahrzeugbesitzer teils mehrere Strafzettel für falsches Parken am selben Tag und am selben Standort. Der Vorwurf lautete, dass die Betroffenen die Busspur blockiert hätten, was diese aber abstritten. Auch auf den beigelegten Beweisfotos der automatisch erstellten Strafzettel war zu sehen, dass die Fahrzeuge an legalen Plätzen abgestellt waren.
Die Ursache für die Strafzettel waren Kameras in den Frontscheiben der Busse des öffentlichen Nahverkehrs. Diese sollen aufzeichnen, wenn Autofahrer die Busspur blockieren. Diese Busspuren werden allerdings regelmäßig durch Zonen unterbrochen, in denen Autos parken dürfen.
Vor dem Einsatz von KI, gesunden Menschenverstand beachten
Diese Zonen waren offenbar bei der Programmierung der KI nicht berücksichtigt worden, weshalb die Kameras auch alle Fahrzeuge aufzeichneten, die in den legalen Bereichen parkten. Die Strafzettel wurden im Anschluss von der New Yorker Verkehrsbehörde automatisiert ausgestellt.
Ein Sprecher der Behörde sagte NBC, dass die automatisierten Kameras täglich über 40.000 Verkehrsverstöße registrierten und es Menschen gebe, die damit beauftragt seien, diese Aufzeichnungen zu überprüfen. Wie es dann aber zu den falsch ausgestellten Strafzetteln gekommen sei, wollte der Sprecher nicht kommentieren.
Insgesamt wurden durch die falsch programmierten Kameras 3.800 Strafzettel ausgestellt, die zurückgenommen werden mussten. Einer der Betroffenen fordert nun, dass die hohe Fehleranzahl der KI-Kameras dazu führen sollte, dass die Anbieter dieser Systeme in die Pflicht genommen werden, ihr Produkt vor Inbetriebnahme ausreichend zu testen. Der Nutzung von KI sollte immer ein gewisses Maß an gesundem Menschenverstand vorausgehen, sagte er weiter.
Auch in Deutschland kam es bereits zu Verwirrungen durch KI-Systeme im Verkehrseinsatz. So zum Beispiel bei einer KI-gesteuerten Ampel in Hamm .



