Verkehrssteuerung: Audi vernetzt Autos mit Ampeln in Las Vegas

Erstmals werden Autos serienmäßig mit einer städtischen Ampelsteuerung vernetzt. Nach Las Vegas will Audi in den USA und Europa weitere Städte mit diesem System nutzen.

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Die Dauer der Rot- und Grün-Phasen wird im Armaturenbrett angezeigt.
Die Dauer der Rot- und Grün-Phasen wird im Armaturenbrett angezeigt. (Bild: Audi)

Wissen, wann es grün wird: Durch die Vernetzung ihres Autos mit der Ampelsteuerung sollen Audi-Fahrer künftig in Las Vegas entspannter unterwegs sein. "Erstmals tauschen unsere Autos in Echtzeit Daten mit der Verkehrsinfrastruktur aus", sagte Andreas Reich, Leiter der Elektronikvorentwicklung bei Audi, laut Pressemitteilung vom Mittwoch. Diese sogenannte Car-to-Infrastructure-Anwendung (Car2X) sei ein wichtiger Schritt hin zum autonomen Fahren. Weitere US-Städte sollen folgen. Auch der Einsatz in Europa sei geplant.

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Audi setzt bei dem neuen Service "Ampelinformation" in Las Vegas und den USA nicht auf eine direkte Kommunikation der Ampeln mit dem Fahrzeug. Vielmehr übermittelten die städtischen Verkehrsmanagementzentralen die Ampeldaten an den Projektpartner Traffic Technology Services TTS, hieß es weiter. Dort würden die Daten aufbereitet und über eine schnelle mobile Internetverbindung, beispielsweise LTE, in Echtzeit an den Bordcomputer im Audi geschickt.

Ampelinformation fördert den Verkehrsfluss

Der Fahrer sieht demnach im digitalen Armaturenbrett oder im Head-up-Display, ob er mit der erlaubten Geschwindigkeit die nächste grüne Ampel erreicht. Sei das nicht der Fall, zähle ein Countdown die Zeit bis zur nächsten Grünphase. Der Fahrer könne daher frühzeitig den Fuß vom Gas nehmen.

Pilotprojekte in Europa hätten gezeigt, dass Autofahrer mit Hilfe solcher Informationen vorausschauender führen. Das wirke sich positiv auf den Verkehrsfluss aus. "In unseren Tests ist die Zahl der Autos, die im Verkehr bis zum Stillstand abbremsen müssen, um rund 20 Prozent gesunken. Dies schont das Zeitbudget der Fahrer und hat im Pilotprojekt etwa 15 Prozent Kraftstoff gespart", sagte Michael Zweck, Projektleiter Audi Ampelinformation.

Andere Marken sollen Dienst nutzen können

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Zunächst können nur die Audi-Modelle A4, Q7 und A4 Allrad, die nach dem 1. Juni 2016 produziert wurden, die "Ampelinformation" nutzen. Dazu müssen die Halter zudem den Dienst Audi-Connect-Prime abonniert haben. Dem Unternehmen zufolge soll die Funktion künftig auch anderen Marken zur Verfügung stehen. BMW unterstützt bereits seit längerem eine App zur Anzeige von Ampelphasen. Ebenfalls ist geplant, den Dienst beispielsweise mit intelligenter Navigation (Grüne Welle) zu koppeln und für neue Antriebskonzepte zu nutzen. Denkbar sei, dass Elektroautos beim Ausrollen vor der roten Ampel verstärkt die Bremsenergie zum Laden der Batterie nutzen könnten.

In Europa will Audi eigenen Angaben zufolge die Technik ebenfalls einführen. In Berlin, Ingolstadt, Garmisch-Partenkirchen oder Verona habe es bereits umfangreiche Pilotprojekte gegeben. In Berlin seien dazu rund 700 Ampeln im Innenstadtbereich an den Service angebunden gewesen. Flächendeckend fehle es in Europa allerdings an einheitlichen Datenstandards und digitaler Infrastruktur: "In Europa ist sehr unterschiedliche Verkehrstechnik im Einsatz, da sich die Infrastruktur lokal und dezentral entwickelt hat. Wir arbeiten daran, die bereitgestellten Daten zu vereinheitlichen. Danach können wir Ampelinformation auch in Europa anbieten", sagte Zweck.

Ampeln können auch direkt Daten senden

Neben der zentralen Datensammlung gibt es derzeit auch Forschungsprojekte, bei denen einzelne Ampeln direkt per Funk mit den Fahrzeugen kommunizieren. Eine solche Kommunikation entwickelt beispielsweise das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig. Derzeit scheint noch nicht absehbar, welche Technik sich letztlich durchsetzen wird. Möglicherweise sind Autos künftig mit Nah- und Fernbereichskommunikation ausgestattet und können über beide Wege mit der Infrastruktur kommunizieren.

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