Verkehrssicherheitsrat: E-Scooter-Fahrer sollen zur Prüfung
Weil die Zahl schwerer E-Scooter-Unfälle weiter steigt, fordert der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) deutlich strengere Regeln. Wer keinen regulären Führerschein besitzt, soll künftig einen verpflichtenden Befähigungsnachweis absolvieren müssen, bevor er einen E-Scooter im Straßenverkehr nutzen darf.
Hintergrund sind neue Unfallzahlen(öffnet im neuen Fenster) für das Jahr 2025. Demnach stieg die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden binnen eines Jahres um 38,1 Prozent auf 16.496 Fälle. 38 Menschen kamen ums Leben, fast 1.900 wurden schwer verletzt. Besonders häufig verunglückten jüngere Fahrer.
Der vorgeschlagene Nachweis wäre kein klassischer Führerschein. Vielmehr schwebt dem DVR eine Lösung nach dem Vorbild der früheren Mofa-Prüfbescheinigung vor. Vermittelt werden sollen grundlegende Verkehrsregeln sowie der sichere Umgang mit dem Fahrzeug. Wer bereits einen Pkw-, Motorrad- oder anderen Führerschein besitzt, müsste den zusätzlichen Nachweis nach den Vorstellungen des Verbands nicht absolvieren.
Mindestalter soll steigen
Derzeit ist die Rechtslage deutlich einfacher: Für E-Scooter mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h ist in Deutschland kein Führerschein erforderlich. Das Mindestalter liegt bei 14 Jahren. Genau das möchte der DVR nun ebenfalls ändern und die Altersgrenze auf 15 Jahre anheben.
Zur Begründung verweist der Verband auf die Unfallstatistik. Häufig registrierten die Behörden dabei Regelverstöße wie das unerlaubte Fahren auf Gehwegen. Außerdem spielten Alkohol und nicht angepasste Geschwindigkeit bei vielen Unfällen eine wichtige Rolle. Der DVR fordert deshalb neben dem Befähigungsnachweis auch mehr Polizeikontrollen, um bestehende Regeln konsequenter durchzusetzen.
Darüber hinaus spricht sich der Verkehrssicherheitsrat für technische Verbesserungen aus. So sollen E-Scooter besser sichtbar werden, etwa durch seitliche Beleuchtung. Bereits beschlossen sind weitere Änderungen: Neu zugelassene E-Scooter müssen ab 2027 unter anderem mit Blinkern ausgestattet werden, zudem gelten künftig strengere Vorschriften beim Abstellen und bei der Haftung.
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