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Verkehrsministerkonferenz: Deutschlandticket in Gefahr

Das Deutschlandticket könnte teurer werden oder in einigen Gegenden nicht mehr gelten, warnt der Chef der Verkehrsministerkonferenz.
/ Andreas Donath
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Ein Deutschlandticket im Kartenformat (Bild: René Mentschke)
Ein Deutschlandticket im Kartenformat Bild: René Mentschke / CC-BY-SA 2.0

Der Chef der Verkehrsministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Landesminister Oliver Krischer (Grüne), warnt laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland(öffnet im neuen Fenster) in einem Brief an Bundesfinanzminister Christian Lindner und Bundesverkehrsminister Volker Wissing (beide FDP) vor massiven Preiserhöhungen und dem Ende des Deutschlandtickets in einigen Kommunen.

Der Politiker fürchtet, dass das Deutschlandticket in einigen Gebieten nicht fortgeführt und dadurch ein Flickenteppich entstehen könne, bei dem das Ticket in einigen Regionen gegebenenfalls nicht gelte. Der Politik bleibe nur die Option, den Preis des Deutschlandtickets kurzfristig massiv zu erhöhen.

Streit um Finanzierung des 49-Euro-Tickets

Seit Monaten herrscht Uneinigkeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen bezüglich der weiteren Finanzierung des 49-Euro-Tickets. Bund und Länder stellen gemeinsam 1,5 Milliarden Euro für die Bereitstellung des Tickets zur Verfügung.

Um sicherzustellen, dass die Mittel in diesem Jahr ausreichen, einigten sich beide Seiten darauf, nicht ausgegebene Gelder des vergangenen auf das laufende Jahr umzuschichten. Das soll nach den Forderungen der Landesverkehrsminister auch im nächsten Jahr so gehalten werden.

Krischer moniert, dass alle Beteiligten bisher vergeblich auf die Umsetzung dieser Vereinbarung warteten und fordert die Bundesregierung auf, noch vor der Sommerpause das entsprechende Gesetz zu verabschieden.

Hilferufe von Ländern und Kommunen

Den NRW-Landesminister erreichen nach eigener Aussage immer mehr Hinweise von Kommunen und Ländern, dass die aktuelle Finanzsituation unzureichend und unsicher sei. Es habe bereits Beschlüsse gegeben, die eine Beendigung des Deutschlandtickets im Herbst 2024 vorsehen.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamts nutzen etwa 11,2 Millionen Menschen in Deutschland das 49 Euro teure Ticket. Das ist ein merklicher Unterschied zum 9-Euro-Ticket, einem Vorläufer des aktuellen Angebots. Hatten sich noch etwa 49 Prozent der Bevölkerung für das 9-Euro-Ticket entschieden, sind es beim teureren Deutschlandticket etwa 18 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) unter 61 Millionen deutschsprachigen Menschen ab 14 Jahren.


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